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Gastbeitrag
Wuppertal

Wahlkampf macht mehr Spaß, wenn alle mitmachen!

In einem Gastbeitrag analysiert der Wuppertaler Politik- und Unternehmensberater Jade Madani den Kommunalwahlkampf 2020 und stellt seine Perspektive zur Diskussion.
Kommunalpolitik ist Bürgerpolitik. Es geht um die Verkehrsplanung des Stadtteils, den Ausbau der Grundschule oder die Finanzierung des neuen Bolzplatzes. Es gibt keine fassbarere Form der Politik. Ergo müsste der Kommunalwahlkampf die interaktivste, mitreißendste und authentischste Form der Wahlkämpfe sein. Das ist nicht der Fall.

Warum schaffen es politische Akteure nicht diese Schlussfolgerung zu realisieren?

Zum einen liegt es daran, dass die kommunalen Parteien nicht die nötige Infrastruktur bereitstellen können. Hierfür reichen Personal, finanzielle Mittel und der politische Wille nicht aus. Zum anderen liegt es an der fehlenden Mitwirkung der anderen politischen Akteure der Stadt. Viele dieser Vereine, Initiativen und stadtgesellschaftlichen Gruppierungen sind ihrer Rolle als Player auf dem kommunalpolitischen Feld nicht bewusst. Da wären Elternvertretungen der Schulen zu nennen, die beispielsweise auf den Zustand der Schulgebäude aufmerksam machen könnten. Viele gewerbesteuerzahlende Unternehmen führen gerne Mandatsträger in ihren Räumlichkeiten herum, aber verpassen die Gelegenheit, ihre Interessen systematisch in die kommunalpolitische Debatte zu speisen.

Dieses Ungleichgewicht führt dazu, dass Parteien nur so hoch springen, wie sie es müssen. Infostände und Flyer im Briefkasten haben keine mobilisierenden Auswirkungen. Das wissen die Parteien auch, aber sie werden auch nicht gefordert, andere Maßnahmen zu treffen.

Diese Strategie ist die SPD Wuppertal gefahren. Sie führt eine sogenannte asymmetrische Kampagne. Also einen unaufgeregten und leise stattfindenden Wahlkampf, der möglichst frühzeitig die nötigen Vorrausetzungen schafft, um als Gewinner vom Platz zu gehen. Die Sozialdemokraten haben beispielsweise schon im Winter begonnen, Akteure der Migrantenselbstorganisationen zu überzeugen. Der Oberbürgermeisterkandidat Marcel Hafke hat diesen Wahlkampf deutlich aufgewertet. Durch die sozialen Medien, problembezogene Wahlplakate und schnellgeschnittene Videoclips hat der Landtagsabgeordnete versucht, das bürgerliche Lager der Stadt zu überzeugen. Der Aufwand wird dem Ertrag nicht gerecht werden.

Wie kommen wir aus dem Dilemma? Wahlkampf ist immer auch der Wettkampf um die besten Ideen. Die erste Partei, die es versteht, in der Vorwahlkampfzeit viele politische Mitspieler für die eigenen Parteifarben zu aktivieren, darf sich freuen, in der Wahlkampfzeit in Überzahl zu spielen. Dabei können kreative Spielzüge wie die personalisierte Ansprache, kollaborierende Veranstaltungsformate oder die kontinuierliche Netzwerkpflege behilflich sein. Wenn die anderen Parteien es zulassen, wird es auch in der politischen Liga einen FC Bayern geben.
Jade Madani. Geboren 1994 in Wuppertal, aufgewachsen auf dem Sedansberg. Seit dem 13. Lebensjahr ist er politisch aktiv. Begonnen hat seine politische Arbeit im Jugendrat der Stadt Wuppertal. Heute betreut er im Rahmen der Unternehmens- und Politikberatungsgesellschaft MADANIMORGAN politische Akteure in Kampagnen-, Strategie- und Karrierefragen.

Kontakt zum Autor:
Website www.jade-madani.de
E-Mail create@jade-madani.de
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LinkedIn Jade Madani
Twitter @jmadani11
Symbolfoto: unsplash/Morning Brew
Porträtfoto: MadaniMorgan
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Dirk Lotze, Journalist
Rudolfstraße 125
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