Copy
View this email in your browser

Uma Projects

Uma Newsletter Winter 2016

von

Ute Maria Lerner

Liebe Freundinnen und Freunde, der letzte Newsletter in diesem Jahr, welches für mich in jeder Hinsicht ein Ausnahmejahr war.

Darüber hinaus kann man, bei allem was in der Welt so passiert, durchaus die Bezeichnung Chaos verwenden. Da Chaos aber immer die Qualität ist, die sich zeigt, bevor sich Dinge wieder neu ordnen, gehöre ich an dieser Stelle zu den Menschen, die    keine Beunruhigung verspüren, sonderen dieses als energetisches Phänomen unserer aktuellen Zeit wahrnehmen. Alle Menschen, oder Institutionen, die an dieser Stelle ansetzen, und Angstszenarien entwerfen, und damit meist indirekt für sich ein Benefit herausschlagen,- denn das kann man mit den Ängsten der Menschen immer noch sehr gut,- erteile ich an dieser Stelle eine freundliche Absage.

Außerdem, die Akzeptanz dessen, was ist, ist die erste Vorraussetzung, dass sich etwas verändern kann.

Ich wünsche uns allen einen schönen Jahresausklang, der Raum lässt, zum Durchatmen, zum Entspannen, zum Innehalten, zum Ankommen, zum Auftanken, und zum Bewusst werden dessen, was die Weihnachtstradition wirklich meint.

Mein Dank

Der Blaue Salon in meinem Elterhaus in Müschenbach fand in diesem Jahr bereits fünf Mal statt, und ist sehr gut angekommen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei ganz vielen Menschen bedanken, die dieses erst möglich gemacht haben, und den Erfolg mitgetragen haben. Ein solch ambitioniertes Projekt ist allerdings in Zukunft nicht ohne Kultursponsoren möglich.

Gerne möchte ich einmal besonders nennen an dieser Stelle:

In loser Reihenfolge:

Stephanie & Sophie Breidenstein ( Berta, meine Freundin und Nachbarin seit Sandkastentagen), Ina Seidel, Mirjam Wiesemann, Jutta & Hendrik Schlesing, Marlene Christ, Monika Hehl, Sabine Ketz, Albert Hehl, Nicole & Markus Bauer, Melanie Schuß/ Mel´s Kitchen, Bernd Becker/ Landwind, Wilma Hüsch/ Matrix Hachenburg, Sami Fayed, Hubertus Kraemer, Martina Leymann, Res Höhner, Rolf Weber, Udo Mölders, Philipp Mühlbauer, Peter Hilgers/ Landgaard, Johannes Leis, Adrienne Morgan Hammond, Dinesh Mishra & Suman Sarkar & Rechungpa Reinhard Kreckel, Julie Georgis, Drahomina Hampl, Weingut Zwölberich, Jens Geimer/Hachenburger Brauerei, Dietmar Bähner/ Das Grüne Haus Hachenburg, Westerwälder Zeitung/ Redaktion Hachenburg, SWR Mainz, Frau Schäfer Trumm/Die kleine Fromagerie, Elke Müller/ Hachenburg und natürlich die Besucherinnen und Besucher des Blauen Salons.

Am 26. März  wird der Auftaktsalon für das Jahr 2017 stattfinden, exclusiv gesponsert von der Sparkasse Westerwald- Sieg und dem Cateringunternehmen Landwind von Bernd Becker. Dafür an dieser Stelle meinen herzlichen Dank.

Wie es dann weiter geht, wird sich im Laufe der kommenden Monate wohl zeigen. Auf jeden Fall möchte ich mich auch wieder vermehrt meinen eigenen Projekten widmen. Wir freuen uns jetzt schon, am 10. Mai (dem Gedenktag der Bücherverbrennung) mit unserem Erika und Klaus Mann Abend bei den Westerwälder Literaturtagen zu Gast zu sein, im Programmkino  Wied Scala in Neitersen.

Die Suche nach einer hippen Location im Westerwald für die UMA Talks, die ich hierhin holen möchte ist gestartet.Wer Tipps hat, oder ein Angebot machen möchte, kann mich gerne unter meiner email kontaktieren.

maria-lerner@t-online.de

In dem Newsletter finden sie:
  • UMA Marokko Report 2016
  • Menschen machen Orte /Portrait 1 Anima Garten von André Heller bei Marrakesch
  • Portrait 2/ Ferme d´Akrich von Doris Nufer Akrich
  • Viele Buchtipps und Weiteres
  • Neue Webseite www.maria-lerner.de  & neues Logo Maison Capitain/ Blauer Salon

Marokko Report 2016

Mit Air Arabia fliege ich am 29.September nach Marrakesch. Zugegeben verlasse ich Deutschland in einem herrlichen, frühherbstlichen Kleid, die Sonne scheint.....

Air Arabia bietet von Frankfurt aus Direktflüge nach Marrakesch zu mir angenehmen Zeiten an. Der Reisende muss alle weiteren Leistungen im Flugzeug selbst zahlen, wie Getränke und die  kleine Speisekarte. Ich vermisse ein vegetarisches Angebot in der kleinen Speisekarte. Aber der Flug dauert schließlich nicht lange circa 3:50.Die lassen sich dann auch mit zwei Äpfeln überbrücken.  

Ist nicht jede Außenreise auch gleichzeitig eine Innenreise? Alles was wir neu aufnehmen, und das tun wir ja besonders auf Reisen, erzeugt starke Gefühle und Emotionen. Sind wir mit neuen Eindrücken konfrontiert, die sich vor allem unseren gewohnten Beurteilungsrastern entziehen, eben weil wir für das Unbekannte noch keine haben, müssen wir diese verarbeiten. Wie wir Dinge aufnehmen und bewerten, sagt auch etwas über uns aus. Gleichzeitig macht auch der Abstand von unserem alltäglichen Leben etwas mit uns. Manchmal ist genau der Abstand  gut für uns, um das zu schätzen, was  wir haben. Oder aber, wir erfahren durch den Abstand, dass wir uns in Kontexten befinden in unserem alltäglichen Leben, die uns nicht gut tun.

Meine Wahrnehmung ist zunächst sehr polaren Reizen oder sagen wir Realitäten ausgesetzt.

Wenn ich ein Land wie Marokko bereise, ist klar, dass ich sehr unterschiedliche Eindrücke  bekomme. Es ist ein Land der starken Kontraste, nicht nur landschaftlich. Auch ist mir klar, dass es sich  bei einer zweiwöchigen Reise zunächst nur um ein erstes Beschnuppern und Kennenlernen handeln kann. In eine Kultur, und besonders eine, die eher nach Innen gewandt ist, tiefer einzutauchen, bedarf es, denke ich vieler und wiederholter Begegnungen…wenn man denn beim Erstkontakt diese Neugier auf mehr entwickelt.

Wie man ja von der Liebe weiß, gibt es so viele verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten, angefangen von der Liebe auf den ersten Blick , der Liebe auf den zweiten Blick, der sich langsam entwickelnden Liebe oder gar der Liebe aus erster Abneigung. Meine ersten Marokko Eindrücke sind polar. Es ist eher ein langsames Herantasten. Immer wieder wechseln sich Eindrücke und Gefühle ab. Die Menschen erlebe ich als größenteils hilfsbereit und höflich. Die Marokkaner pflegen eine Willkommenskultur. Bei jeder kleinen Begegnung im Souk oder sonst wo auf der Straße heißt es:  “Willkommen“ Sicherlich ist es auch oft eine kommunikative Brücke um mit einer Person, und im Souk ja meist mit einem potentiellen Käufer/in,  ins Gespräch zu kommen. Aber ich empfinde es trotzdem als eine schöne Geste. Zumindest  habe ich keine unangenehmen Begegnungen gehabt.

Ich muss mich erst einmal anfreunden mit der zunächst eher kargen und farblich für mich nicht so reizvollen Landschaft, die zwar ihre grünen Oasen hat, aber doch insgesamt zumindest in der Region, in der ich mich bei meiner ersten Marokkoreise aufhalte, karg ist. Nun ja, es ist ein Wüstenland. Dafür findet man wunderschöne angelegte öffentliche und private Gärten in und um Marrakesch, nicht umsonst ist die islamische Gartenkultur berühmt. 

Mein Gott, denke ich, wie lange habe ich eigentlich schon das Buch Moroccan Interiors vom Taschen Verlag im Regal stehen? Seit 1995!

Und wie viel hat sich seit der Zeit getan, alle im Buch vorgestellten Riads haben schon lange neue Besitzer… (ich habe ein bisschen recherchiert…).

Meine ersten beiden Nächte verbringe ich im Les Cinq Djellabas in der Palmeraie von Marrakesch gelegen. Ich muss schmunzeln, meine Reisen führen mich wieder einmal in eine Lehmhütte. Die letzte Lehmhütte, in der ich gewohnt habe, war auf  Sri Lanka in der Ecovillage Ulpotha. Ich liebe dieses Naturmaterial. Im Cinq Djellabas ist es eine Luxushütte mit unaufdringlichem aber stylischem Design. Der Blick vom Bett zur Strohdecke mit Fan wird zum Floating Exkurs über die Behausungen der Menschheit.

Heute zahlt der Gast auf der ganzen Welt viel Geld für dieses Flair der Zurück zur Natur Luxusvariante. Das Entrée des Boutiquehotels  schlicht, aber ästhetisch ansprechend. Ich finde eine ungeheure Hilfsbereitschaft des Hotelpersonals vor, und fühle mich gut betreut. Aber sicher gilt hier, wie auf der ganzen Welt, so wie man in den Wald hereinruft, so schallt es heraus. Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr schon in Touch mit der arabischen Kultur, und fühle mich gleich wieder erinnert an das Paris der 80ger Jahre und meiner Jugendzeit, als ich mich als junge Studentin  regelmäßig in Paris aufhielt, -natürlich der Liebe wegen-, und viel Zeit mit meinen tunesischen Freunden verbracht habe. Die  Gerüche, Geschmackserlebnisse und die Soundkulisse der Sprachklänge mit der Mischung aus Französisch und Arabisch erinnern mich sofort wieder an diese Zeit. Unglaublich, wie lange der Sinnesapparat Gerüche und Geschmäcker speichert.

Zurück zur Palmeraie und meinem ersten Domizil. Mir wurde erklärt, dass die Palmeraie eine sehr teure Gegend sei, wo sich auch viele Promis und  Wohlhabende  niedergelassen haben. Die unmittelbare Umgebung des Les Cinq Djellabas ist nicht  schön gewesen, das muss ich leider sagen, und ich habe  keine einzige Palme gesehen. Im Les Cinq Djellabas selbst fühlt man sich sehr wohl, es ist ein Resort zum Wohlfühlen und ankommen oder für den Ruhebedürftigen, der hier von der Hektik in Marrakesch ausruhen möchte, eben erst einmal ankommen möchte, so wie ich. Mit dem Taxi ist man in 25 Minuten in der Medina. Die Taxipreise sind stramm, wie auch die anderen Preise in Marokko.

Mein erstes  Ziel, der Jardin Majorelle.

Für mich war immer klar, wenn ich einmal Marrakesch besuche, werde ich mir als erstes den Jardin Majorelle anschauen. Yves Saint Laurent hat der Stadt immens viel mit dieser Schenkung gegeben. YSL und sein Partner Pierre Bergé entdeckten diesen Garten als Touristen.YSL verliebte sich in den Garten und erwarb ihn. Angelegt wurde er circa vor 100 Jahren von dem französischen Maler Jacques Majorelle, der als Kontrast zu den Farben der Natur ein Blau mischte, was heute noch seinen Namen  trägt. ( Majorelle Blau) Als Majorelle 1962 starb, verwahrloste der Garten zunächst.

YSL  ließ ihn wieder in Schönheit erstrahlen. Für ihn und seinen Lebenspartner wurde er Jahrzehnte lang Rückzugsort, Heimat  und Musenort. Die Anlage dieses Gartens war sicher auch ein meditativer Akt.

“Yves Saint Laurent und Marrakesch – das ist eine ebenso lange wie intensive Liebesgeschichte. 1966 besuchte der damals 30-Jährige die Stadt zum ersten Mal gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Pierre Bergé. Das Paar war so fasziniert, dass es kurz entschlossen ein altarabisches Herrenhaus, ein sogenanntes Riad, in der Altstadt erwarb. „Dar el-Hanch“, „Das Haus der Schlange“ wurde zum zweiten Wohnsitz der beiden Pariser. Weitere Immobilienkäufe in Marrakesch sollten folgen. Erstaunlicherweise zeigte der Designer, für seine Schüchternheit bekannt, keine Berührungsängste im Umgang mit dem „Volk“. „Er liebte es, durch die Souks der Medina, Marrakeschs Altstadt, zu streifen, den Handwerkskünstlern bei der Arbeit zuzuschauen und auf Entdeckungstour zu gehen“, berichtet Fierro. Von Pariser Snobismus keine Spur. „Er hatte nicht die geringsten Starallüren, war auch nie von Bodyguards umgeben, sondern bewegte sich ganz frei.“ In Marrakesch fand Saint Laurent wohl auch die Inspirationen für einige seiner Entwürfe. Kaftans und Djellabas, die vor allem in seine Prêt-à-porter-Linie „Rive Gauche“ einflossen.

Zur Welt kam er 1936 in Oran, Algerien. Seine Großeltern waren während des Deutsch-Französischen Krieges nach Nordafrika geflohen. Vater Charles Saint-Laurent, der eine Versicherungsgesellschaft und eine Kinokette besaß, ermöglichte der Familie ein komfortables Leben. Von seinen Mitschülern gehänselt, fand der schüchterne Gymnasiast Zuflucht im Designen von Theaterkostümen. Mit 17 gewann er erste Auszeichnungen bei internationalen Modewettbewerben. Nachdem seine Entwürfe in der französischen Vogue veröffentlicht worden waren, rekrutierte ihn kein Geringerer als Christian Dior. Nach dessen Tod stieg Saint Laurent zum Art Director des großen Haute-Couture-Hauses auf. 1960 wurde der zartbesaitete Créateur zum Militärdienst im Algerienkrieg eingezogen, erlitt aber noch vor der Abreise einen Nervenzusammenbruch und landete in der Psychiatrie. Mit Elektroschocks behandelt und Sedativa ruhiggestellt, nahm hier seine verhängnisvolle Drogenabhängigkeit ihren Anfang. Unternehmer und Lebensgefährte Pierre Bergé war es, der ihn aus der Anstalt holte und ihm half, sein eigenes Label zu gründen, und so entstand schließlich, die eigene Marke mit den drei magnetisierenden Buchstaben: YSL“ Aus:  Mate Magazin

Unglaublich mit wie viel Schönheit und Kunst sich dieses Paar umgeben hat.
Nach YSL´s Tod ließ Pierre Bergé die gemeinsame Kunstsammlung in Paris versteigern; es war eine der größten Privatsammlungen, die je versteigert wurde. Trotzdem, so sinniere ich, ist der wichtigste Ort des Menschen doch letztlich sein Inneres. Alles andere sind sinnliche Vergnügungen. Die Schönheit dieses Ortes  konnte YSL letztlich nicht seine Depressionen, Drogen und Tablettensucht nehmen. Pierre Bergé, der planende und managende Geist im YSL Imperium , und YSL lernten sich 1958 kennen und lieben, und waren auch weiterhin freundschaftlich und beruflich verbunden, als sie sich 1988 als Paar trennten. 2008, nicht mal ein Jahr vor YSL´s  Tod, -man diagnostizierte einen Hirntumor bei ihm , -ließen sich die beiden, als Zeichen der lebenslangen Verbundenheit, noch trauen. Pierre Bergé, heute fast 86 jährig, ist  noch in ungeheurer vielen Stiftungen und Projekten engagiert. Wahrlich ein Mäzen. Im Herbst 2017 wird direkt an den Jardin Majorelle angegliedert das Modemuseum YSL eröffnet, um das Oevre zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, welches dieser genial kreative Geist hinterlassen hat. In der Vorankündigung heißt es bereits: Preparez vos smokings!

Ich stehe an der Rue Fatima Zohra, komme gerade aus dem Complexe Artisanal, habe mich natürlich vorher über die Taxipreise und Entfernungen erkundigt, und wollte eigentlich zu Fuß zum El Fna Platz gehen, aber ich merke, mir ist zu heiß zum Laufen. Ich will keinen Meter mehr gehen, da ich schon Elefantenfüße habe; sehe ein Taxi vorbeifahren, reiße den Arm hoch, und halte es an. Ich steige ein, sage den Preis, den ich bereit bin zu zahlen, und erst da merke ich, wie abgerockt das Auto aussieht. Ich greife zum Gurt, da lacht der bärtige Fahrer und sagt, no no, ... Ich denke, was hat der denn, da merke ich auch schon, dass das Ding nur als Deco da hängt. Ich sage auf Englisch:“.In a taxi it should work“ was natürlich ziemlich spießig und typisch deutsch ist… da sagt der Herr lachend: “No Taxi“...mich  durchzuckt es kurz, da wird mir klar, ich bin einfach mitten in Marrakesch bei einem wildfremden Herrn ins Auto gesprungen. Na, das fängt ja gut an, denke ich…und sage:  “Ohhh, noooo taxiiii„“ in einem  Opernlibretto ähnlichen Tonfall, und muss dann lachen. Er lacht auch, wir  fahren dann gemeinsam lachend noch ein paar hundert Meter, da bin ich auch schon an meinem Ziel angekommen. Ich gebe dem Herrn den vereinbarten Preis in gemischter Währung:  Halb in marokkanischen Dirham dann noch einen Euro und sage auf Englisch: “Und hier ein Glücks Euro für Sie“. Er lacht und fährt mit einem Inshallah davon..

Vertrauen ist alles, denke ich, sonst kann die Welt kein Ort sein, wo man bei Freunden zu Gast ist.

Ich muss an den Satz aus meinem kolumbianischen Abend denken:

Die Menschen, das weißt du nur zu gut, gefallen oder verprellen uns nicht durch ihre großen Gesten, ihre Heldentaten oder bedeutenden Unternehmungen, im Gegenteil im kleinen unbedeutenden, in winzigen unwichtigen Details liegt die Bedeutung des Menschen, der verborgene, ihm zugrunde liegende Plan, und dort entscheidet sich, ob wir jemanden mögen oder nicht.

Ja, wie oft sind es die kleinen Dinge, die einen im Herz berühren, oder die zufälligen Begegnungen mit Menschen und die kleinen Gesten, die sich bei uns als bleibende Erinnerung abspeichern.

Die ersten beiden Tage in Marrakesch sind davon geprägt, mich in der Medina zu verlaufen. Auch das jüdische Viertel besuche ich, weil ich mir dort ein Riad anschauen möchte. Das Viertel wirkt etwas heruntergekommen, aber auch hier, wenn man durch eine Holztür tritt, kann man in kleine Paradiese kommen.

Eine Straße zu finden ist mitunter abenteuerlich, der Stadtplan ist nur eine grobe Orientierungshilfe. Wenn man jemanden nach dem Weg fragt, heißt es immer: Geradeaus, dann links, dann wieder rechts, dann links und geradeaus und dann an der Ecke rechts, es ist ganz einfach, dann ist man dort. Spätestens nach der dritten mit der Hand erklärten Kurve  bin ich schon so durcheinander , dass ich erst gar nicht versuche, es mir zu merken, aber so tue, als hätte ich alles genau verstanden.

Okay, man geht also dem Gefühl nach weiter, und kann dann durchaus schon mal wieder am Ausgangspunkt landen, oder ganz woanders, na egal, es ist ja überall schön zu stöbern. Man hat ja keinen Zeitdruck . Wie soll das auch funktionieren, auf Entdeckungstour mit Zeitdruck, einzig der Hunger bestimmt vielleicht die Route, oder das Bedürfnis, ein ruhiges Plätzchen zu finden nach all dem Trubel…zumindest ist es bei mir so. 

Mir fällt auf, dass sowohl in Marrakesch als auch in Essaouira das jüdische Viertel -Mellah genannt-recht  heruntergekommen wirkt.

Das moderne Marrakesch, die nouvelle Cité, kann ich bei meinem ersten Besuch nicht erkunden, aber dafür lerne ich die Medina und den Souk kennen, und allein hier gibt es so viel zu entdecken, dass man tagelang damit beschäftigt ist, ebenso damit, sich jeden Tag auch wieder zu verlaufen.

Übrigens man kann hier viel lernen von den Händlern, jeder hat so seine ganz individuelle Art der Kundenaquise. Ich muss zugeben, dass diejenigen, die einem das Blaue vom Himmel erzählen, mir die liebsten sind, denn je phantasievoller, desto schöner finde ich es. Sie sind ungeheuer geschult, und erkennen sofort, welche Art von Touristen sie vor sich haben. Sie bemerken jeden Augenaufschlag, es funktioniert sehr viel über Blicke, sobald man den Blick auf jemanden gerichtet hat, und wenn auch nur zufällig, wird der Kontakt zum potentiellen Kunden aufgenommen. Gottseidank bin ich sehr klar in dem was mich interessiert und eine harte Verhandlungspartnerin. In Essaouira meinte ein Verkäufer gar zu mir:“ You are a real berberwoman“, und bezog das wohl auf meine Verhandlungsgespräche. Ich musste schmunzeln, ist doch nicht der schlechteste Vergleich. Obwohl ich zugeben muss, ich kenne gar keine Berberfrau…..

In Essaouira hatte ich beim Besuch in einem Kräuterladen ein besonders begabtes, noch dazu recht attraktives Verkaufstalent getroffen.

Ich wollte ein paar getrocknete Rosenblätter kaufen, und etwas Eukalyptus, als er dann noch auf ein Glas zeigte und sagte :“ This is Viagra turbo for men“. Zunächst erweckte das in mir keine großen Reaktionen, dann fragte er mich ob ich verheiratet sei. Sicherheitshalber sagte ich ja, worauf er völlig beflügelt ins Schwärmen geriet: “Your husband will take you like Annakonda in the night, if he take this“

Das wiederrum beflügelte meine Phantasien dahingehend, das ich mein inneres Auge abfragte nach einem Bild  einer Annakonda, die unter Viagraeinfluss agierte und mich  dabei verschluckte… 

Sofort antwortete ich:“My husband needs no Viagra“ Das schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken, und er zeigte auf ein anderes Glas. This is Viagra for woman, very good… .“Ah, sagte ich sichtlich sehr enttäuscht, but its empty“ …  ( Ich gebe zu, auch ich machte von meinen schauspielerischen Talenten Gebrauch, denn auch an einem Viagra für Frauen war ich nicht interessiert).

Ich habe auf jeden Fall die beiden Produkte mal fotografiert, falls sich der geneigte Leser/in ev. für dieses Naturprodukt interessiert. Also in den Souks in Essaouira oder auch Marrakesch sicher zu finden. Der Händler in Essaoiura wird ja zwischenzeitlich das Glas auch wieder aufgefüllt haben.

Sollte mir in nächster Zeit noch einmal jemand begegnen, der sich mit einer Annakondaenergie auf mich stürzt, weiß ich ja, wo er shoppen war…:-)….

In der Medina entdecke ich ein Lokal, welches noch relativ neu ist.  Wahib Kalai uns seine Frau Ruba Mawas haben es erst vor ein paar Monaten eröffnet. Beide  haben libanesische Wurzeln, haben aber in Wien gelebt. Ruba ist in Deutschland aufgewachsen. Wahib wollte nach 30 Jahren in Wien weg, und so  sind die beiden mit ihrem Sohn nach Marrakesch gegangen. Die Küche aus der Levantregion ist orginell und ich finde als Vegetarierin, die hier in Marrakesch kurzfristig wieder zu einer Pescetarierin wird, schnell ein ansprechendes Menu, welches mir Wahib zusammenstellt. Die selbstgemachte Rosenlimonade , die ich noch nie getrunken habe, finde ich super. Ich wünsche dem naranji, so haben sie ihr Lokal genannt, viel Erfolg. Es ist ein schöner Ort der Einkehr in der trubeligen Medina. Ende Oktober eröffnet dann noch die Rooftopterasse.

www.naranj.ma

84, rueRiad Zitoun Jdid

Marrakesch muss wohl auch ein Traum für Pfadfinder sein, die es lieben, in  Labyrinthe abzutauchen. Hier können sie  ihre Orientierung schulen, mit  kilometerlangen Verästelungen und Sackgassen. Ich wohne  nun für zwei Nächte im Riyad El Cadi,  und bin froh, als  ich am zweiten Tag im Riyad El Cadi den Weg zu meinem Zimmer alleine finde.J

Ein Stadtplan oder Reiseführer in Marrakesch ist zwar schön, bringt einen, wie bereits erwähnt, aber nicht immer weiter. Ich frage mich einfach durch, laufe kreuz und quer, lerne dabei viele junge Männer kennen, die mich gerne an den gewünschten Ort bringen wollen. Manche machen es wirklich gerne, habe ich den Eindruck, aber andere machen es einfach, weil sie sich dann ein Trinkgeld erhoffen. Aber charmant sind sie eigentlich immer. Nur,so oft wie ich frage, kann ich nicht den ganzen Morgen Trinkgeld verteilen. Ich begnüge mich meist mit dem ersten Handzeichen meines Gegenübers, dass mir wenigstens die Richtung angezeigt, bedanke mich zweisprachig  mit Merci Bien und Schukran, und folge dann einfach meiner Intuition.  

Hier eine Beschreibung aus video.slanted.de:

Wenn man in einer der belebteren Gassen oberhalb des Platzes abzweigt und den Blick durch einen unscheinbaren Torbogen nach rechts wendet, schaut man in den Rachen einer auch tagsüber dunklen Flucht. Dieser Tunnel knickt in seinem Verlauf mehrfach abrupt ab und verengt sich bald auf die Breite eines Handkarrens, um an einer unscheinbaren Tür zu enden. Fast überall in den arabischen Städten hat die Schicht der Händler und Notabeln die Innenstädte vor Jahrzehnten schon verlassen und ist in die im Kolonialzeitalter angelegten villes nouvelles gezogen, wo es bessere sanitäre Einrichtungen gab und die Möglichkeit, mit dem Auto bis vor die Haustür zu fahren. An ihre Stelle wiederum rückten Neubürger, die aus den ländlichen Gebieten in die Städte drängten. Dem Sozialprodukt nach belegt Marokko einen ärmlichen 70. Platz im internationalen Ranking. Die Region um Marrakesch zählt zu Marokkos ärmsten. Ein Fünftel der Bevölkerung hat nicht das Geld, um sich ausreichend zu versorgen. Die Erbengemeinschaften der Alteingesessenen sind froh, Baulasten und lästige Mieter loszuwerden, und nutzen die Erlöse, um in den Banlieues neu zu bauen. Es kommt ihnen mehr als entgegen, dass sich ausländische Investoren seit vielen Jahren als Retter der Tradition aufspielen. Der Satz, dass die Einheimischen ihre Altstädte verkommen ließen, ist in Marrakesch ständig zu hören.

Sehr viele Europäer haben hier in Riads und kleine Boutiquehotels oder in Spa und Wellnesstempel der Luxuskategorie investiert. An erster Stelle Franzosen, Engländer, Italiener und Deutsche. Viele leben schon lange hier…

Mir scheinen die Gebäude in der  Medina fest in ausländischer Hand zu sein.

Das Glück liegt nicht auf der Straße..geht mir durch den Sinn, denn in dieser Kultur und auch Architektur ist alles nach Innen ausgerichtet. Hier ist das Schöne hinter oft hässlichen dicken Mauern verborgen. Mir scheint es geradezu eine Aufforderung zu sein, sich nicht auf den ersten Blick zu verlassen, sondern weiter zu gehen und zu forschen, was sich dahinter verbirgt. Hier kann man sagen, das Glück liegt hinter Mauern.

Symbolisch für die hiesige Kultur und auch Architektur erscheint mir Marrakesch als eine Stadt, die es zu erkunden gilt, und die mit ungeheuren Kontrasten aufwartet, die sich auch in der Neustadt und eben der alten Stadt, -der Medina- symbolisieren.  Für die Stadt braucht man Zeit und Neugier, jenseits des ersten Eindruckes oder der Touristenhotspots, wie dem Place El Fna, der zum Unesco Weltkulturerbe erhoben wurde.

Die kleinen Perlen erschließen sich, wenn man  immer weiter ins Labyrinth vordringt. Ich liebe es, mir Riads ( in denen sich heute meist Gasthäuser und Boutiquehotels befinden) anzuschauen. Hier öffnet sich  eine Tür, und plötzlich findet man sich in kleinen Oasen und Paradiesgärten wieder. ( Riad heißt übersetzt kleines Paradies!)

Darüber hinaus gefallen mir auch die öffentlichen Gärten, in die ich mich gerne zurückziehe, wenn mir der Trubel in der Medina zu viel geworden ist. Ich merke immer wieder, dass ich nach eins zwei Stunden einen Rückzug brauche, da das Menschengewimmel, die in engsten Gassen an einem vorbeisausenden Mopeds, die Gerüche, Geräusche etc. Bilder, so intensiv sind, dass mein Sinnesapparat leicht überfordert wird.

Man kann auf jeden Fall im Souk verloren gehen, aber wenn man es als Erkundungstour betrachtet, und sich treiben lässt, entdeckt man dabei

die kleinen Perlen. Unglaublich manchmal, dass sich hinter nichtssagenden hässlichen Mauern dann wahre Schönheiten verbergen. Genauso, auch außerhalb auf dem Lande, in zunächst unscheinbaren Landschaften irgendwo dann hinter Mauern traumhaft schöne Anlagen, Resorts und blühende Gärten.

Ein weiteres Zitat über Marrakesch:

 Marrakesch ist im Wandel. Obwohl sich Marokkaner nach Modernität sehnen, hemmt doch die traditionelle Kunst die Souks. Dies veränderte erst Vanessa Branson, Schwester von Richard Branson, als sie die Marrakech Biennale im Jahr 2004 ins Leben rief und die Stadt somit künstlerisch bereicherte. Das Ereignis ermutigte den Dialog und die Vielfalt entlang internationalen und lokalen Kunstgemeinschaften, mit Veranstaltungsorten in der Altstadt als auch in der Ville Nouvelle.

“Die Moderne hat die Medina berührt – verwandelt historische Riads in hippe Cafés, Hot Spots und soziale Treffpunkte der immer größer werdenden Kunstszene. Da ist zum einem Laila Hida, die Le 18 Derb el Ferrane geschaffen hat, einen philanthropischen neuen Studioplatz, der als eine leere Leinwand für Künstler und Fotografen, Dichter und Schriftsteller, Tänzern und Musikern dient, um zu arbeiten, auszustellen und zu performen. Hanas Queen of Medina Priscilla verfolgt das selbe Konzept, wenn auch in einer sehr freakigen und alternativen Weise. Artsi Ifrach, bekannt als Art/C, ist ein Modedesigner, der marokkanische Vintage-Textilien in Haute Couture verwandelt. Im Staub und Nebel der Vorstadt findet man Modern-Art-Galerien wie die Galerien 127 und die Voice Gallery, die die junge und schnellwachsende Population anlocken – bisher sind das mehr als 1,8 Millionen Bewohner. 

Es sind die äußeren Einflüsse, die helfen zu inspirieren, zu bilden und alles in den richtigen Kontext zu bringen – und zudem eine eigene Antriebskraft haben. All diese Menschen bilden zusammen einen Teil der kreativen Revolution, die hinter den alten Mauern der Stadt geradezu sprudelnd hervorkommt. Die marokkanische Kunst- und Designszene strebt danach ihre Bestimmung zu erfüllen, doch nicht ohne Verbindung zu den eigenen Wurzeln. Es scheint, als sei es eine unglaublich hoffnungsvolle Zeit , um dort zu leben.“

Ich hätte meinen Eindruck nicht besser formulieren können.

Ich empfinde es auch so, dass die Stadt im Umbruch ist. Zudem meine ich zu spüren, dass Marrakesch momentan ziemlich angesagt und hipp ist als Destination, so wie es vor vielen Jahren Istanbul war …..

Ein Besuch der Safranfarm der Schweizerin Christine Ferrari im Ourikatal, circa 45 Minuten von Marrakesch entfernt, ist zu empfehlen, er steht schon auf dem Programm bei mir für einen zweiten Marrakesch Besuch. 90 Prozent im Safranhandel  seien gefälscht sagt sie in einem Interview, welches im Internet zu finden ist. Auf ihrer Safranfarm erfährt man u.a, wie der echte Safran eindeutig zu erkennen ist.

www.paradis-du-safran.com

Etwas außerhalb von Marrakesch (circa 25. Minuten)  mache ich Zwischenstopp für zwei Nächte  in der Domaine de Tameslohte.  Ich befinde mich auf dem Weg ins Ouirikatal, um André Hellers Anima Garten zu besuchen. (Siehe Interview/ Menschen machen Orte1) www.anima-garden.com


Eine Installation in André Hellers Anima Garten.

Aber zunächst  noch einmal zur  Domaine de Tameslohte. Sie hat 21 Zimmer, die sich in  der Preiskategorie zwischen 70 und 150 Euro bewegen. Auch hier ein Ort, in dem man vom geräuschvollen Marrakesch ausruhen kann, chillen kann, oder einfach einen Zwischenaufenthalt machen kann, wenn man sich im Ourikatal umschauen möchte. In der Domaine befindet sich ebenfalls ein Restaurant, (  mit meinen vegetarischen Wünschen konnte ich die Küche nicht beflügeln) eine kleine Boutique, ein schöner Swimming Pool und  Wellnessbereich. Es wurde von der Familie Royer aus Grenoble erbaut, und 2001 eröffnet. Emmanuelle, die Tochter  , ist seit 2009 mit im Management. Es ist also ein Familienbetrieb, was mir immer sehr gefällt. Die Domaine de Tameslohte ist ein weiteres Haus bei Marrakesch, welches ich auf bewusstreisen.com präsentiere.

 

www.domainedetam.com

Außerhalb von Marrakesch gibt es außerdem Les jardins d`íssil Marrakech, wo man in unterschiedlichen Luxuszelten residiert. Schöne Anlage Das französisches Besitzerpaar wohnt auch vor Ort.

www.jardinsissil.com


Hier einige Kulturtipps:

Das Marrakesch Film Festival findet immer Anfang Dezember statt.

www.festivalmarrakech.info


Die Marrakech Biennale, die gibt es seit 2004, sie wurde von Vanessa Branson, der Schwester von Richard Branson, ins Leben gerufen. www.marrakechbiennale.org

Sie ist auch die Eigentümerin des wundervollen Riads El Fenn! www.el-fenn.com


Art Room von Laila Hida www.lailahida.ma


Schuhe von der französischen Modemacherin Isabelle Lallemang.

Topolina, dar el bacha, 134 sidi ghanem

Ein schöner Laden, besser , es gibt zwei, einen für Männer, und einen für Frauen. Allein das reinschauen ist ein Vergnügen.


Schönes Cafe am Place des Éspices:

Café des éspices, rahba lakdima

Hier der Blick von der Dachterrasse des café des éspices rüber zum Cafe nomad

Gleich vis a vis zu sehen von den gleichen Betreibern:

Nomad www.nomadmarrakech.com


Ein weiteres beliebtes Cafe: CAFÉ ARABE 184, rue Moussine


Hammam De La Rose, 130 dar el bacha

Sehr ansprechendes Ambiente, italienischer Eigentümer.

www.hammamdelarose.com


Secret Garden

Wunderbar zum verweilen.

Seit ein paar Monaten erst geöffnet: der Secret Garden, bisweilen noch mit wenig Besuchern, wunderbar zur Einkehr oder auf der Terrasse ein Getränk einzunehmen. Eintritt aktuell 5 Euro

www.lejardinsecretmarrakech.com

RIADS ( Kleine Paradiese)

Empfehlungen in Marrakesch:

Ich freue mich, das Riyad El Cadi als neues Boutiquehotel auf bewusstreisen.com zu präsentieren.

Riyad El Cadi www.riyadelcadi.com

Das Riyad El Cadi liegt nur einige Fußminuten vom El Fna Platz entfernt, und ist  doch in einer kleinen Straße absolut ruhig gelegen.

Gegründet wurde das Riad von Herwig Bartels: Diplomat, Kenner der arabischen Welt, Kunstsammler und zuletzt deutscher Botschafter in Rabat, Marokko. Hier lernte er warmherzige Marokkaner schätzen, eine zuverlässige Sonne, und in Marrakesch ein buntes, lebendiges Leben mit sehr gelassenen Menschen – der ideale Ort, um sich nach einem erfüllten Berufsleben zur Ruhe zu setzen. Nach dem Tod von Herwig Bartels 2003 übernahmen seine beiden Töchter das Riyad El Cadi. Zusammen mit ihrem marokkanischen Geschäftspartner  leitet heute Julia Bartels das Haus.

Weiteres auf www.bewusstreisen.com

Weitere Empfehlungen:

Riad el Tizwa

www.riadtizwa.com  


Riad Attajmil  der Italienerin Lucrezia Mutti.


EL FENN 

Die Besitzerin ist die Schwester von Richard Branson (www.virgin.com)Vanessa Branson, die auch die Marrakech Biennale ins Leben gerufen hat.

Der Marrakesch Blog der Trendsetterin Maryam Montaque

http://www.mmontague.com/my-marrakesh/


Wer ein Riad in Marrakesch erwerben möchte, bitte sehr!: http://www.chic-marrakech.com


Ans Meer nach Essaouira!

In den 1860 veröffentlichten Reisebeschreibungen von James  Richardson bemerkte dieser, dass die Gefangenen, die in Mogador ( der ursprüngliche Name von Essaouira von den Portugiesen 1773 gegründet) festgehalten wurden, nie versucht haben zu entkommen.

Essaouira wurde ein besonderer Flair nachgesagt. Es gilt als malerisches Künstlerstädtchen, wo sich sehr viel Europäer in den letzten Jahrzehnten niedergelassen haben. In den 70ger Jahren ein Hotspot für Hippies und Musiker beispielsweise Jimmy Hendrix, der hier einige Jahre ganz in der Nähe lebte. 

Auch einem alten Freund, den ich in Essaouira besuche, ist es so ergangen, und er ist dem Charme dieses Ortes schon vor über zwanzig Jahren erlegen.

Schon 5 Kilometer vor Essaouira verändert sich die Luft, es wird frischer und kühler. Mein Fahrer setzt mich vor der Bab Sba , einem der 11 Eingangstore von Essaouira´s Medina ab. Da wartet schon ein Handkarren samt Besitzer auf mich, um den Koffer und mich im Schlepptau durch die ganze Medina zu rollen. Ich fasse es kaum, dass es soviele verwinkelte Ecken gibt, und nach jeder Ecke denke ich, nun sind wir aber angekommen. Nein, es geht immer noch weiter. Der Hausherr hat mir versprochen, das ich von dem kleinen Zimmer, was ich bekomme, und was noch frei ist, direkt  auf die Dachterrasse komme, wo ich den Atlantik hören und sehen kann. www.lebastion.de  

Und ja, er hat nicht zu viel versprochen. Von der Dachterrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über das Häusermeer und auf den Atlantik. Hier oben lässt es sich wunderbar chillen, wenn man Abstand von den Geräuschen und Gerüchen und dem Gewimmel, überhaupt von allem haben möchte, und nur dem Gekreisch der Möwen und dem Rauschen des Meeres zuhören möchte. Für mich als Reisebloggerin ist es wichtig, dass ich alle Kategorien von Gasthäusern kennenlerne, von der Luxusvariante bis zum Hostel, also sehe ich mir auch jeden Tag ganz unterschiedliche Häuser an, wähle aber für meine Webseite nur ganz besondere Orte aus, besonders die, die design oder kunstafin sind.

Essaouira, auch die windige Stadt genannt, stellt sich mir direkt sehr selbstbewußt vor. Am nächsten Tag saust der Wind durch die Gässchen, und ich verschwinde erst mal in einem Hammam. Dem wunderbaren Hammam Azur an der Place Moulay Hassan. Die Besitzerin Azziza , stammt aus Essaouira, hat einen schweizer Ex Mann und ist kunstafin.



Hammam Azur Place Moulay Hassan

www.azur-essaouira.com

Das ist mir als Empfangswetter echt zu kühl. Natürlich bin ich ja eine Sonnenhungrige, die in Deutschland dem nahenden Herbst /Winter noch entfliehen möchte. Die atlantischen Winde, die gerne durch Essaouira´s Gassen fegen, werden wohl im Sommer für Leute aus Marrakesch etc. sehr angenehm sein.

Das Wetter kann hier sehr schnell wechseln, wie man mir sagte, und man tut gut daran, sich immer noch was einzustecken, was man überziehen kann. Ich habe wohl gerade so eine Klimawechselperiode erwischt, denn der Himmel wird in den ersten Tagen meines Besuches nicht wirklich blau. Auch zeigt sich mir die Medina nicht wirklich von ihrer schönsten Seite, denn in den kleinen Gässchen durch die ich jeden Morgen und Abend zu meinem Domizil an der Bastion Nord gehe, gibt es einige wilde Müllecken, die zwar, wie  ich sehe, entsorgt werden, aber Anwohner über Nacht direkt wieder ihren Müll in die selbe Ecke werfen.. und am nächsten Morgen gibt es da wieder eine recht unansehnliche Ecke, die nur die Katzen erfreut. Die Lösung wären zumindest Tonnen die man an solchen wilden Müllhotspots in der Medina aufstellt. Ja, ich muss zugeben, das hat mich die ersten Tage etwas genervt.

( Ich hatte halt zu wenig Sonne..)

Es sind Kontraste, denen ich auch hier ausgesetzt werde. Übrigens hat Marokko im Juli die Plastiktüten verboten, ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber Essaouira hat schließlich einen Ruf zu verlieren, und man täte gut daran, weitere Aufklärungskampagnen zu starten.

Das passt einfach nicht zu den wunderschönen, stylischen Cafes, Boutiquehotels, Geschäften, die ich besuche, und dann liegt da in der Gasse der Müll wirklich unansehnlich rum.

Melek, der charmante Besitzer des Trikala, einem empfehlenswerten Lokal in der Medina, mit dem ich mich über meine ersten Eindrücke unterhalte, entgegnet mir:“ In Europa haben wir genauso viel oder noch mehr Müll, nur wir verstecken ihn besser. Hier siehst du eben alles.

“Du musst wissen“, sagt er, “hier sind viele Menschen vom Land nach Essaouira gekommen, die eben ihren Müll einfach irgendwo hinwerfen, und für Müllentsorgung nach unserem Verständnis noch keine Sensibilität für haben“. Ich kenne Essaouira nicht von einem vorherigen Besuch, es ist ja überhaupt das erste Mal, dass ich in Marokko bin, aber ich habe Freunde, die schon da waren, und davon schwärmen.

Ich komme auch hier zu einer Umbruchzeit zu Besuch. Am Hafen wird gebaut, es wird eine riesige Strandpromenade angelegt und es staubt und baggert überall. Essaouira hat einen kilometerlangen Strand, der an sich schön ist, aber, ich muss es leider sagen, auch gepflegter sein könnte. Am Strand haben einige neue Cafés und Restaurants aufgemacht, die Preise gleichen sich europäischen Standards an. Ich schaue mir noch einmal bewusst alte Photos von Essaouira an, und ich verstehe, was so viele Menschen verzückt hat an diesem Ort. Es gibt ja Orte, da passiert das noch… und man spürt das bei der ersten Begegnung.

Natürlich hat Essaouira Charme, auch heute noch, ich kenne es ja wie gesagt nicht von früher, kenne eben einige Menschen, die von Essaouira schwärmen. Die Bilder, die ich mir vorher angesehen habe, stammen aus den 90ger Jahren. Da wurde es noch als unberührte Schönheit beschrieben. Nun, das ist es nicht mehr, das wäre albern, das zu behaupten, auch Essaouira lebt, wie viele Orte auf der Welt, von dem Ruf, den es einst erwarb. Nicht nur Jimmi Hendrix (der einige Zeit in dem Dorf Diabat einige Kilometer weiter lebte) war dem Charme verfallen.

Der Himmel hat mich dann erhört, nun ist nach drei Tagen wieder das Sonnenprogramm dran, dann macht eine Wanderung am Strand entlang auch Spaß, es windet zwar, klar, aber die Sonne scheint ja wieder.. Alles gut. Ja, und dann treffe ich jeden Tag nette Menschen,….also okay, Essaouira, ich komme wohl mal wieder, du hast es geschafft…aber erst mal schaue ich mir noch andere Städte in Marokko an, die auch einen legendären Ruf haben.

Immer wieder ist es die Neugier, die einen die besonderen Orte und Plätze entdecken lässt. In eine Gasse einbiegen, wo das Auge einen kurzen Fixpunkt ausgemacht hat. Da ein unscheinbarer Eingang, Treppen...und schon eröffnet sich ein traumhaftes Panorama, ich komme gerade in einen zunächst unscheinbaren Eingang, gehe die drei Stockwerke hoch, und plötzlich steht ein Filmteam auf der Terrasse vor mir. Es wird gerade eine Doku gedreht, die Moderatorin steht vor einer traumhaften Kulisse .Im Hintergrund die Stadtmauern und das Meer.


 

Natürlich wird die alte Italo Filmschnecke (moi) angezogen vom Maison du Cinema. Der Besitzer aus Neapel , Alberto, der selbst in der Branche tätig ist, bietet auch Zimmer an. Er kommt an und ab nach Essaouira. Tatsächlich werden hier regelmäßig italienische Filme und Filmklassiker gezeigt. Es umweht einen der Flair des nicht nur italienischen Films auch in den Räumen, Filmstars groß an den Wänden. Wer will nicht schon mal eine Nacht mit Penelope Cruez im Schlafzimmer verbringen. Mal ehrlich....


Das Restaurant des Photographen Lawrence Quammu :
Restaurant d´Orient et d´Ailleurs

Lawrence bietet auch Phototouren durch Essaouira an. In seinem Restaurant stellt er Photos aus. Es lässt sich gehoben und in angenehmer Atmosphäre speisen.

www.dorientetdailleurs.com

www.lawrencequammu.com


Und natürlich unterstütze ich auch in diesem Land, das wohl noch sehr stark dem Fleischkonsum zugetan ist, die Bestrebungen der vegetarischen Küche. Deshalb möchte ich das kleine Lokal von Hocine auch vorstellen, der alleine die Küche schmeißt und alles frisch zubereitet. Es dauert entsprechend. Aber das finde ich ja sympathisch, da ich weiß, dass alles frisch ist.

Es sind keine kulinarischen Offenbarungen, sondern eine ehrliche, einfache, leichte und garantiert frische Küche. Genau das, was ich liebe. Hier Houcine in seinem Lokal. Ich bin jeden Tag mindestens für eine Mahlzeit bei ihm.

Place L´Khaima


Weitere Restaurants:

Nette Atmosphäre am Abend mit Live Musik, das Mega Loft: Cafe, Retro, Gallery, Shop, rue al yeman no 49

Triskala


Ramses, gute jüdische Küche ,einfach fragen, habe die Straße vergessen..


Meine Empfehlungen der Riads in Essaouira :

Das Riad Baladin gefällt mir auf Anhieb, die neue Managerin aus Deutschland, Nadine Czech, die seit einigen Monaten das Haus leitet, erläutert mir kurz die Geschichte. Das Riad ist im Besitz des italienischen Biobierbrauers Teo Musso, und wurde vor acht  Jahren aufgebaut von der Deutschen Nicole , die sich auch um das Design und die Inneneinrichtung gekümmert hat, nun aber ein neues Objekt auf Sansibar aufbaut. Das Haus hat eine angenehme Ausstrahlung. Das Design und die kleinen Details gefallen mir gut. Man hat ebenfalls eine schöne Atmosphäre auf der Dachterrasse, wo auch  das  Frühstück eingenommen wird. Das Riad ist eines meiner drei Favoriten in Essaouira. Seit vier Jahren sind einige Zimmer dazugekommen, und es sind nun 10 Zimmer. Preise auf Anfrage.

www.riadbaladin.com


Riad Malaika

Die Besitzer, das französische Paar Sylvie und Pierre Marc,  die auch etwas außerhalb von Essaouira leben, treffe ich zum Frühstück.

Sylvie führt mich durch das Haus, und ich schlage vor, jeden Morgen im Riad zur Begrüßung das Lied Malaika von Miriam Makeba zu spielen, ( sage ich natürlich, weil es eines meiner Lieblingsleider ist) sozusagen als Hausmelodie. Wir lachen.

www.riad-malaika.com

 


Das riad rayhan ist erst seit neun Monaten offen.

Leider konnte ich keine Zimmer ansehen, aber das Entreé war sehr ansprechend. Also hier muss sich der Leser selbst ein Bild machen. www.riadrayhane.com 24,derb Laalouj


Madame Fan Fan betreibt seit 10 Jahren das Riad La Casa Lila. Das Riad hat eine schöne Atmosphäre mit seinen 10 Zimmern. Angeschlossen an das Riad ist ein kleines Spa mit Hammam, welches immer ein Pluspunkt ist.

www.riad-casalila.com


DAR ADUL & Table d´hôtes, 63 rue Touahan

www.daradul.ma

Zuerst dachte ich, es sei eine Galerie und bin immer daran vorbeigelaufen, dann bin ich einmal über die Schwelle, und habe erfahren es ist ein Boutiquehotel ist. Der Besitzer, der Maler Didier Spindler, stellt viele seiner Werke in seinem Riad aus. Mir gefällt die farbenfrohe Atmosphäre.

https://www.youtube.com/watch?v=Fn4aDny8nP4

Auch in Besitz von D. Spindler: DAR Caravanne www.darcaravanne.com

 


Als größeres Riad in der Medina ist das Mimouna zu empfehlen. Es verfügt über 33 Zimmer. Das Riad Mimouna hat eine große Terrasse auch mit super Blick direkt auf den Atlantik.

Weiteres unter: www.riad-mimouna.com

Das Tässchen Espresso kostest 2 Euro, und der Preis steht dem in Deutschland  in nichts nach .Überhaupt wundere ich mich ein bisschen über die Preise, ich hatte gedacht,  Marokko wäre etwas günstiger, aber das finde ich nur auf dem Markt , wo man Obst und Gemüse noch sehr günstig einkaufen kann.

Vor der Stadt gibt es nun einen Carrefour Markt, dort sind die Preise angeglichen und wie überall in Frankreich oder Deutschland  im Supermarkt.


In der Nähe von Essaouira:

Die Arganic Farm interessiert mich, aber leider kann ich sie nicht besuchen, da die italienische Besitzerin, Lucrezia Mutti, gerade nicht da ist, und auf dem Weg nach Mailand ist. Auch die Verabredung mit  Claudia Sternbeiss die vor Ort Touren organisiert, kommt leider nicht zustande. Hier trotzdem der link: www.berberlands.com

Arganic Farm

www.abouch-essaouira.com



Meiner letzter Besuch, bevor ich die Heimreise antrete, gilt der Ferme d'Akrich  von Doris Nufer. Ich weiß, warum ich die Ferme d´Akrich auf meiner Seite www.bewusstreisen.com präsentiere.

Das Portrait von Doris Nufer siehe weiter unten:  Menschen machen Orte 2/Doris Nufer Akrich.


Allein die Gärten von Marrakech sind eine Reise wert, um schon einmal in Vorfreude zu verfallen, empfehle ich das Buch von Angelica Gray: Die Gärten von Marrakesch  Gerstenberg Verlag 2013


Zu Gast in Marokko  von Robund Sophia Palmer Calleway Verlag

Aus meiner Reihe: Menschen machen Orte 1 / Marokko/ Portrait 1© Ute Maria Lerner 2016

Zu Besuch bei André Heller im Anima Garten bei Marrakesch

Wenn ich mich an die Schallplattensammlung meiner Jugend erinnere, waren die Platten von André Heller die , die ständig im Einsatz waren. Es gab Zeiten, da habe ich sie jeden Tag angehört. André Hellers Wortpoesien haben mich in meiner Jugend schon angesprochen und inspiriert. Umso schöner, dass ich den Meister hier in Marokko dann doch noch persönlich kennenlerne, nun selbst schon einige Jahrzehnte dem kreativen Schaffensprozess hingegeben. Mir fällt der Begriff ein, den eine Freundin kürzlich in einem anderen Kontext verwendete, und den ich nun mit André Heller in Verbindung bringe. Denn Menschen wie er sind für mich das Salz der Erde, ohne ihr kreatives Schaffen und ihre Lebenspoesie wären wir um einiges ärmer. 

Photo © UML 2016

André Heller, der Magier der Worte, Kreateur von Sinneswelten und Zauberer poetischer, phantastischer Geschichten, hat mit seinem Projekt Anima nun einen Sinnesort geschaffen, welcher ihn wohl  über die Vertreibung aus dem Paradies hinwegtrösten wird. Ja, er verspricht sogar : Anima : LE RETOUR DU PARADIS.

Hier hat der  “in der Wolle gefärbte Südling“ ( Selbstbeschreibung) seinen Herzens und Wunschort erschaffen, und hält sich den überwiegenden Teil des Jahres in Marokko auf, schreibt und arbeitet viel von hier aus. Seine Seele fühle sich hier wohl, sagt er. Marokko hat er 1972 zum ersten Mal bereist, und er blieb damals gleich ein halbes Jahr, wie er erzählt. Seitdem hat Marokko ihn nicht mehr losgelassen.

Sieben einhalb Hektar umfasst das Terrain, welches er erworben hat. Auf  drei Hektar präsentiert sich bereits der Anima Garten, und weitere sollen bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sein Privathaus ist abgegrenzt und durch eine Holztür, unauffällig integriert ins Ambiente, den Augen der Besucher verborgen. Hierhin kann er sich zurückziehen. Schon beim ersten Blick auf das Anwesen spürt man, dass der Mann gar nicht anders kann, als Schönes zu kreieren. Er hat das Projekt Anima ausschließlich mit eigenen Geldern finanziert, dafür seine Residenz am Gardasee und Teile seiner Kunstsammlung verkauft, wie er berichtet. Schon bei früheren Projekten des manischen Realisateurs (Eigenbeschreibung) konnte man verfolgen, dass er nur sehr schwer Kompromisse eingehen kann. Lieber lässt er ein Projekt scheitern. Heller bewegt sich nun in eine weitere spirituelle Dimension mit diesem Projekt, wie ich den Eindruck habe.

Viele Jahre liegen hinter ihm, in denen er sich mit Pflanzen und Gewächsen beschäftigt hat, um seine Visionen eines Kraft und Sinnesgartens umzusetzen. Natürlich haben ihm hier viele einheimische Hände geholfen. Es war ihm auch ein dringendes Anliegen, hier Arbeitsplätze zu schaffen. Damit auch Existenzen zu sichern, um  junge Menschen vor der Flucht aus dem Land abzuhalten. Nicht umsonst steht auf seiner großen Plastik  im Garten, einer Interpretation der Arche Noah,- das Wort Hoffnung in vielen Sprachen. Ein Team von 50 Einheimischen ist heute hier fest angestellt, mit Sozial und Krankenversicherung. Heller war schon immer ein Macher, und sich in dieser Form der Flüchtlingsthematik zu stellen, zeugt davon, dass er auch, was sein soziales Engagement betrifft, kein bloßer Gutschwätzer ist. Ein Ort des Einklangs ist ihm wichtig. Ein Ort der gegenseitigen Wertschätzung , nicht nur der Menschen, die hier arbeiten, sondern auch der Pflanzen, Bäume und Sträucher, die wiederrum ihr Wertgeschätztsein dadurch ausdrücken, dass sie gedeihen und wachsen, und den Ort besinnen und beseelen. Nicht erst seit Peter Wohllebens Buch ( Das geheime Leben der Bäume) ist bekannt, das Bäume miteinander kommunizieren. Warum sollten sie nicht auch mit Menschen kommunizieren, die sie wertschätzen? Ich teile Hellers Interpretation eines kommunizierenden Universums. Auch Schamanen tragen dieses viele tausend Jahre alte Wissen an uns weiter.

Wie alles begann, erzählt mir Gregor Weiss, der managing director des Anima, den André Heller aus Wien geholt hat, und der das Projekt mit aufgebaut hat. Beim Plausch auf einer Bank und dem Plätschern des Wassers im Hintergrund, erzählt mir Gregor Weiss von der oft abenteuerlichen Aufbauphase des Gartens.


“ Man kann nicht die Natur zerstören, um ein Paradies zu schaffen“ (Gregor Weiss)

Interview mit Gregor Weiss

Gregor Weiss war immer fasziniert von der Person und dem Künstler André Heller. Für dieses Projekt ist er nach Marokko gegangen, um mit Heller zu arbeiten. Wir sitzen im Anima Garten auf einer Bank zum Plausch. Im Hintergrund  Vogelgezwitscher und Wassergeplätscher.

UML: Herr Weiss, wie sind sie zum Anima gekommen, und können sie etwas über die Anfänge des Projektes sagen?

GW:  Ich bin weder Botaniker noch Landschaftsarchitekt, ich habe Politikwissenschaft und Geschichte studiert, und bin dann über  Umwege beim Film gelandet. Ende 2007 / Anfang 2008 wurde ich vom Büro André Heller kontaktiert, eben weil sie von mir gehört hatten. Ich war ein Österreicher, der Französisch spricht, der Arabisch Grundkenntnisse hat, und der in Ländern, die anders funktionieren als Mitteleuropa, Dinge auf die Beine stellt. Ich habe für den Dokumentarfilm gearbeitet, -wir haben beispielsweise während des Monsoons in Bangladesh gedreht, oder in den Slums von Nairobi-, also in Gegenden, wo so gut wie gar nichts funktioniert. Ich habe als Regieassistent und Line Producer bei verschiedenen Produktionsfirmen gearbeitet, auch im Spielfilm, aber überwiegend im Dokumentarfilmbereich.

Mich hatte die Anfrage sehr interessiert, und damals ist auch mein erstes Kind auf die Welt gekommen. Ich wusste, wenn ich weiter beim Film arbeite, werde ich dieses Kind nicht sehr oft sehen. Weil man ja meistens weg ist. Schon unterschriebene Verträge mit Universal etc. habe ich dann alle gecancelt und habe also angefangen, mit André Heller zu arbeiten. Bevor es in Marokko los ging, habe ich noch ein anderes Projekt eingeschoben. Auch habe ich noch 2008 das Flagship , eine Riesenskulptur von Francesca Habsburg, als Produktionsleiter für die BIAX Biennale in Sevilla realisiert. Das wollte sich André Heller noch anschauen. Parallell dazu kam ich aber dann schon immer hierher, um die Baugenehmigungen einzureichen, die Firmen auszuwählen etc. Marokko hat ja eine postkoloniale Gesetzgebung, wie fast alle afrikanischen Länder, wo es für Ausländer verboten ist, Agrargrundstücke zu kaufen. Wir sind hier in einer ländlichen Gemeinde, das war eine ehemalige Rosenfarm. Wir haben hier sieben einhalb Hektar, das ist ungefähr die Größe vom Stadtpark in Wien. Von den siebeneinhalb Hektar haben wir bis jetzt drei dem Publikum geöffnet, und werden eine weitere Zone in ein-bis zwei Jahren öffnen. Es gibt wie gesagt noch ein Areal, das privat genutzt wird. Auf dem befindet sich das Privathaus von André Heller.

Ich kannte bisher den arabischen Raum,  den Mittleren Osten, also Syrien, Libanon, Ägypten, und war ein Jahr in Damaskus. Dann bin ich relativ schnell mit Frau und Kind hierher gezogen. Hier in  Marokko hatte ich nicht das Gefühl, in einem arabischen Land zu sein, sondern eher das Gefühl in Afrika zu sein, was es ja auch ist. Aber es ist eben in vielen Dingen weit weg von den Golfstaaten und dem Mittleren Osten. Es ist eine sehr sinnliche Kultur. Der Islam ist stark vom Sufismus geprägt, also spiritueller. Die Hälfte der Bevölkerung sind Berber und keine Araber, und das macht auch einen Unterschied. Es ist ein sehr freundliches Land, ein sehr Willkommen heißendes Land und auch ein sehr abwechslungsreiches Land. Marokko hat unglaublich unterschiedliche Landschaften, wir haben die mediterrane Küste, Tanger, die spanischen Enklaven Melilla und Ceuta, es gibt Hochgebirge, den hohen Atlas, Gebirge, die höher sind, als alles was wir in Österreich haben. Wir haben hier das zweithöchste Bergmassiv Afrikas nach dem Kilimandscharo. Der Jbel Toubkal ist mit 4167 der höchste Berg in Marokko.

Diese Projekt ist natürlich ein sehr intimes Projekt von André Heller. Es ist komplett eigenfinanziert, und ein Portrait all seines Wissens und Könnens und seiner Selbst. Er ist ein Mensch, der sehr klare und konkrete Vorstellungen von dem hat, was er tut. Er verwendet gern den Satz: Der Gedanke schrumpft zur Tat.

UML: Haben sie mit Landschaftsarchitekten gearbeitet?

GW: Wir haben 2008 einen Landschaftsarchitekten in Marrakesch engagiert, der diese Ideen dann zu Papier bringen sollte. Der hat sehr versucht, sich selbst einzubringen und den Garten zu gestalten, was nicht gefragt war. Wir mussten uns voneinander trennen, bevor wir angefangen haben. Dann haben wir erst einmal zwei Gärtner genommen und angefangen, aufzuräumen. Und daraus hat sich ergeben, dass wir diesen Garten gemeinsam gemacht haben. Das war ursprünglich gar nicht so angedacht, sondern ich bin ja  zunächst als Geschäftsführer hier her gekommen. Ich habe dann auch die Bauleitung gehabt für die 13 Gebäude. Es war eine sehr schöne Erfahrung. Im Grunde Legospielen für große Buben… Das eine ist ja, einen genauen Bauplan umzusetzen. Das andere aber ist, etwas umzusetzen, was jemand nicht auf dem Papier hat, sondern im Kopf. Wir haben zwar manchmal mit Skizzen gearbeitet. Aber hier war ja nichts; es war ein flaches, leeres großes Feld. Hier geht es darum, sich  vorzustellen, wie funktionieren die Höhen der unterschiedlichen Pflanzen, die Blickachsen usw. Wir sind sehr viel spazieren gegangen, in Wien, in Italien, in Madrid, in Marokko, wo mir André Heller erklärt hat, welche Stimmungen er erzeugen will. Wir hatten dann auch Situationen, wo ich am Handy hier durch den Park gegangen bin, als er noch am entstehen war, und er in Wien auf der Couch gelegen hat mit geschlossenen Augen. Ich habe ihm dann erzählt, was ich sehe, und er hat mir erzählt, was  er gerne sehen würde.

Das ist natürlich ein sehr intimes Zusammenspiel. Wir sind darauf gekommen, dass wir eine Menge gemeinsamer Bande haben, oder Anspielungspunkte  in der Malerei , der Musik etc.. Es war ein sehr feines Zusammenspiel, ein sehr schönes Zusammenarbeiten. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit, nicht nur über technische Dinge, sondern besonders auch über Ästhetik und  über Stimmungen. Es war, wie gesagt, eine sehr schöne und intensive Zusammenarbeit, und dass, obwohl wir uns nicht kannten, bevor wir angefangen haben.

UML: Auf wie viele Jahre der Zusammenarbeit waren sie denn eingestellt?

GW: Ich bin in meiner Planung für drei Jahre hier her gekommen. Das war die Zeit, die die österreichischen Architekten meinten, dass es dauern wird. Ich habe dann aber fünf  Jahre in Marrakesch gelebt und zwei Jahre hier. Es hat also augenscheinlich länger gedauert, als ursprünglich geplant, was zum einen an den Änderungen am Projekt lag, aber auch an den anderen Realitäten hier in Marokko  lag, die anders funktionieren, als die Abläufe in Österreich oder der Schweiz oder Deutschland. Wir haben in manchen Jahren bis zu 5 -6 Monate Zeit verloren. Das lag zum Beispiel am Ramadan, oder das lag an den  klimatischen Bedingungen  in Marrakesch; es wird hier sehr heiß im Sommer. Wir haben hier von Anfang Juni bis Ende September über 40 Grad, deshalb ist es ja hier in unserem Anima Garten dann auch so angenehm von den Temperaturen durch die ganzen Pflanzen. Im Sommer herrscht hier in Marrakesch oft eine Ausnahmesituation. Wir haben teilweise über Wochen 48 / 49 Grad gehabt. Das verlangsamt alle physischen Arbeiten. Das andere sind religiöse Feste, die in Marokko teilweise länger gefeiert werden als in anderen arabischen Ländern. 

Dazu gibt es Zeiten, an denen kein Arbeiter auf die Baustelle kommt: Wenn es Feiertage gibt, das große Schlachtfest etc., oder , wenn es regnet. Dann kommen ¾ der Menschen nicht, weil die mit dem Fahrrad kommen, oder zu Fuß, was dann kaum möglich ist. Es hat halt einfach viele Fragezeichen hier zu arbeiten. Dazu kommen die Materialien. Wir hatten auf der Baustelle fast 80 % Analphabeten.Wenn es also einen Plan gibt, können sie den nicht lesen. Dann muss man das anders erklären. Wir haben ein babylonisches Sprachgewirr gehabt, Deutsch und Englisch unter den Architekten und uns, Französisch als Umgangssprache unter den Firmen, Arabisch als Arbeitssprache auf der Baustelle, und dann wurde es übersetzt in andere Dialekte für die Arbeiter. Der Botaniker war Spanier, der nur spanisch konnte. Am Ende, wenn man dann so stille Post spielt, und keiner will auch nachfragen und sagen, dass er es nicht verstanden hat, kann dabei auch noch mal etwas Neues herauskommen. Und diese Prozesse brauchen eben auch Zeit. Lange Rede, kurzer Sinn, es ist komplizierter hier zu arbeiten, als bei uns. Auch wenn man zum Beispiel Sachen nicht bekommt, die dann 2-3 Monate im Zoll hängen bleiben.

Um noch ein Beispiel zu nennen: Wir hatten am Anfang 60-70 Maurer, und nach drei Wochen, wo die so richtig losgelegt hatten, und es schön war, zu sehen, dass die Baustelle nun so richtig startet, waren wir plötzlich nur noch zu fünft auf der Baustelle. Dann habe ich gefragt, was los ist. Ich bekam dann zur Antwort, dass es eine Hochzeit im Ort gibt. Sie sind dann nach 12 Tagen wiedergekommen, wie das Geld alle war. Das war nicht angekündigt. Das waren dann halt zwei Wochen, in denen fünf Arbeiter gearbeitet haben statt siebzig. Das sind hier relativ normale Dinge, die passieren.

Der Analphabetismus ist auch ein wichtiger Aspekt dabei. Es betrifft ja hier nicht nur Pläne, wo es um Zentimeter geht. Auch bei den Pflanzen versuchen wir, hier so biologisch wie möglich zu arbeiten. Manchmal muss man der Erde aber sozusagen frische Vitamine geben. Dabei ist es wichtig, den Unterscheid zwischen Milliliter und Centiliter und Kubikzentimeter zu kennen, sonst kann da viel schiefgehen. Wir haben ja eine sehr lehmhaltige Erde. Für jede Pflanze haben wir eine eigene Erdmischung gehabt. Das heißt, die komplette vegetale Erde wurde abgetragen, und dann neu gemischt, sodass es der Pflanze entspricht. Uns ist zum Beispiel im ersten Jahr der Bambus ertrunken. Bambus liebt Wasser, kann aber nicht schwimmen. Er hat geschwächelt, dann haben wir mehr gegossen, das hat aber unten die Erde zugemacht, und  er hat im Wasser gestanden.

“Ein Garten ist nie fertig“

Wenn man ein Bild malt, oder einen Roman schreibt, dann ist der irgendwann fertig. Der Garten ist heute schöner, als vor einem Jahr, und in fünf Jahren schöner als jetzt. Er lebt……

Was auch nicht funktioniert hätte mit einem Plan ist, dass es in Marokko keine Baumschulen gibt, wie in Europa. Das, was Sie auf der Hinfahrt am Weg gesehen haben, dass ist das, was es hier quasi an Baumschulen gibt. Wir haben die Pflanzen also einzeln bekommen, meistens bei Bauern. Wir hatten Scouts, die losgeschickt wurden auf Fahrrädern und alten Mopeds. Dann stand irgendwo hinterm Haus eine Pflanze, die interessant sein könnte. Dann habe ich einen Gärtner geschickt, dass er sie sich anschaut, und ob sie gut beieinander ist. Es wurde ein Photo davon gemacht, erst dann habe ich jemanden geschickt, um zu fragen, ob die Pflanze zu haben wäre. Wenn dem so war, dann bin ich gekommen. Ich bin groß, blond und habe blaue Augen, und sehe  nicht marokkanisch aus. Damit steigen die Preise automatisch in die Höhe .Es ist eine sehr zeitaufwendige Sache gewesen. Ich bin dann dort hingegangen. Man wird vom Hausherrn empfangen, zunächst  setzt man sich unter den Olivenbaum und tauscht Höflichkeiten aus, zehn Minuten, zwanzig Minuten, dreißig Minuten..  Dann trinken wir einen Tee, und essen vielleicht hausgemachtes Brot und hausgemachtes Olivenöl,… erst dann gehen wir den Baum anschauen, und vielleicht noch andere. Dann kommt das Verhandeln, und dann kommt wieder der Tee. Es ist eine andere Kultur, und funktioniert so, und alles andere ist unhöflich. Die Preisverhandlung hängt auch von der Höflichkeit ab……

UML: Eigentlich sehr symphatisch, aber je nach dem, aus welcher Kultur man kommt, ist das ja auch eine Herausforderung…

GW: Ich habe das zwischenzeitlich sehr genossen. Aber manchmal fehlen einem auch die Zeit und die Nerven dafür. Ich habe viel zu tun mit Investoren und reichen Menschen in schönen Restaurants, das habe ich sehr gerne. Ich esse sehr gerne gut, und mag ein angenehmes Ambiente. Deshalb war diese Arbeit auch ein gutes Korrektiv hier in Marrakesch. Mit ganz einfachen Menschen umzugehen, mit denen ich auch gearbeitet habe. Ich war immer auf der Baustelle. Die Arbeiter waren größtenteils wie gesagt Analphabeten aus den drei umliegenden Ortschaften. Wir haben uns oft getroffen um sechs Uhr in der Früh, weil die Gärtner früh anfangen. Am Straßenrand in irgendeiner Garküche haben wir die Suppe gegessen. Ich war immer der einzige, der mit dem Auto angekommen ist, und mit Sicherheit der einzige Blonde. Man isst aus der selben Schüssel, ohne Löffel, trinkt aus einem Glas. Das waren Dinge, die ich mochte, denn das hat nichts touristisches mehr, oder schickes, das ist Terre á Terre. Das ist auch etwas, was mir immer gut getan hat, um zu verstehen, wie das Land funktioniert.

Marokko hat so unterschiedliche Geschwindigkeiten. Ein Bild welches das gut repräsentiert, ist die Autobahn. Die neue Autobahn gibt es erst seit ein paar Jahren. Sie  geht jetzt von Tanger über Rabat, Casablanca, Marrakesch nach Agadir. Wenn man dort fährt, ist man von Autos umgeben, die man bei uns in Europa nicht so oft sieht: Also diese Luxusschlitten, große BMWs, Lamborghini, Mercedes, Masserati, etc. Und oben auf der Brücke, sieht man eine Schafsherde, einen Eselskarren,  und  ein Moped auf dem vier Leute fahren, und sich eine ganze Familie drauf fortbewegt . Und das ist beides Marokko. Die existieren nebeneinander. Dies alles ist sehr weit voneinander entfernt . Die Schere ist unglaublich groß. In jedem Land, wo es sehr viele Arme gibt, gibt’s ein paar sehr Reiche. Deshalb war es für mich immer wichtig, diesen Bezug zu behalten und den Kontakt mit den Arbeitern, dass ich da nicht völlig abgehoben stehe. Das ist eine Frage von Respekt, in dem Fall mein Respekt in Richtung der Arbeiter. Ich weiß auch, das diese Dinge mir hoch angerechnet wurden, in dem Sinne, das mein Verhalten oft davor geschützt hat, unglaublich übers Ohr gehauen zu werden. Denn diese Menschen haben mir dann mit einem Augenzwinkern gesagt : Achtung.. Wir haben versucht, so ökologisch wie möglich zu arbeiten, das heißt, wir haben alle Bäume selber ausgegraben. Bei der ersten Lieferung bin ich mit André Heller durch einen Olivenhain gegangen, und wir haben acht  schöne Olivenbäume ausgesucht, besonders schöne Stämme, Verzweigungen und Kronen, es waren Prachtexemplare..

Die Olivenbäume wurden drei Tage später geliefert, auf einem Kleinlaster, da war André Heller zum Glück nicht mehr da.., denn mir sind zehn Telefonmasten vor die Füße geworfen worden…

Die waren auf drei Meter beschnitten, am Stamm und an den Wurzeln, und ich habe erst gar nicht verstanden, was das ist…

Ja, das sind die Olivenbäume hieß es..

Ich dachte nur: Das kann nicht wahr sein, dass da überhaupt noch was lebt. Aber das war in dem Fall auch fast schon nebensächlich. Bei uns geht es ja nicht um Ernte, es geht nicht um Ertrag, es geht um Schönheit und Ästhetik, und das war schwer vermittelbar. Wir haben dann angefangen, das selber zu lernen, selber zu machen, haben dann die Bäume selber ausgegraben, da wo sie waren, und hierher transportiert, und dann hier wieder eingegraben. Das hatte den Vorteil, dass wir selbst Einfluss darauf hatten, wie viel wir wegschneiden und wo.

UML: Kann man denn Olivenbäume einfach ausgraben und wieder eingraben…

GW: Es geht, ja es geht viel, wenn man Dinge richtig macht und weiß wie. Wir haben uns eben diesen spanischen Botaniker geholt, der uns diese technischen Dinge erklärt hat. Ich komme nicht vom Fach, und die Gärtner auch nicht. Das sind Bauernbuben, die die Hände in der Erde haben, aber nicht gelernt haben, wie man Äste schneidet, wann man was zurückschneiden muss. Die hatten vielleicht Regeln, die in der Familie angewandt werden. Aber da ging es nie um ästhetische Fragen, sondern um Ertrag, das war also noch mal ein gemeinsamer Lernprozess……

Aber noch kurz zu den Olivenbäumen: Dann haben wir das also selbst gemacht, was den Vorteil hatte, -mir sind sehr oft Pflanzen angeboten worden-, zum einen von den Scouts, und zum anderen hat sich das schnell herumgesprochen, das hier ein großer Garten entsteht, und wir hier große Bäume kaufen, oder auch schiefe Bäume.. Es wird in Marokko auch viel illegaler Handel betrieben mit Pflanzen, illegal im Sinne, dass es Menschen gibt , die Nachts in den Oasen in der Wüste Palmen ausreißen ziemlich wild, und dann hier schnell verkaufen. Das sind LKW´s, die meist morgens sehr zeitig ankommen, und ich bin oft früh auf einem LKW gestanden bei einer Stadteinfahrt. Man lernt sehr schnell zu sehen, was das für Bäume sind, wie sie ausgerissen wurden, …am Wurzelballen,.. an Spuren, ..am Stamm. Ich wage zu behaupten, dass hier in unserem Garten nicht eine Palme steht, die so ausgerissen wurde. Sie sind natürlich preisgünstiger, aber man kann nicht die Natur zerstören, um ein Paradies zu schaffen, um einen Garten zu schaffen, das ist ethisch nicht vertretbar.

Das war ein Anliegen von André Heller, und auch ein geteiltes Anliegen von mir, das zu verhindern. Zum anderen, wir haben genauso viel Wasser wie die Nachbarn. Das ist eine ehemalige Rosenfarm. Es gab hier zwei Brunnen, handgegrabene Brunnen, mit der Spitzhacke, 50 Meter runter, 40 Meter in Seitengänge rein auf den Knien. Man hofft, die Gerinsel aus dem Atlas damit aufzufangen, sozusagen zwischen Berg und der Stadt, und das geht da unten durch, und mit ein bisschen Glück erwischt man die.

Wir sind nicht angeschlossen ans Wassernetz, und wir spielen nicht bei diesem Spiel mit, was es in Marrakesch gibt. Die Frage ist auch schon immer mal wieder aufgetaucht. Marrakesch liegt auf einem unterirdischen See, und wer dort tiefer gräbt, hat länger Wasser. Das heißt, diese Golfanlagen haben natürlich andere Ressourcen um tiefer zu graben als die Bauern, und graben denen das Wasser ab. Das machen wir nicht, wir haben wirklich dieselben Sickerbrunnen und denselben Anteil wie die Nachbarn. Wir haben auch versucht, ein möglichst wassersparendes Bewässerungssystem zu installieren. Sie haben rundherum diese kargen Flächen gesehen, die haben aber genauso viel Wasser wie wir. Wenn man Wasser richtig und vernünftig einsetzt, kann man damit relativ viel begrünen. Wir sind hier in einem ganz dicht bewachsenen Garten. Wasser ist etwas, was in einer Stadt wie Marrakesch oder einem Land wie Marokko eine große Rolle spielt. Und auch der Teil, der fürs Publikum nicht geöffnet ist, ist üppig begrünt. Also wir kommen für die ganze Fläche mit den zwei Brunnen aus. Es ist  natürlich so, dass wir Ende Juli und August sehr vorsichtig umgehen mit dem Wasser, und manche Dinge nur jeden zweiten Tag gießen. Die Palmen und die Olivenbäume dann nicht mehr, die halten das aber aus. Den Rasen gießen wir nur nachts, damit möglichst wenig verdampft. Der ökologische Aspekt war uns sehr wichtig, also auch mit Solarenergie zu arbeiten. Der andere Aspekt war der soziale Aspekt. Man kann so ein Projekt nicht machen und ignorieren, wo man sich befindet. Wir sind in Afrika, wir sind in Marokko, wir sind in Marrakesch, wir sind am Beginn des Ourika Tales in einer eher ländlichen Gegend, die mehr von Berbern bewohnt wird. Es ist auch eine etwas ärmere Gegend, mit einer höheren Analphabetenrate.

Wir haben versucht, fast alle Angestellten aus den umliegenden Dörfern zu rekrutieren. Von den 50 Festangestellten, die das Anima jetzt hat, stammen 45 aus den umliegenden Dörfern. Das sind junge Menschen, die wir angelernt haben. Sie haben hier bei uns das Gärtnern gelernt. Es gibt hier keine Gärtnerschulen in dem Sinne. Die wenigsten der Arbeiter haben einen Schulabschluss, und es sind auch unter den Angestellten nach wie vor viele Analphabeten, denen wir zum Beispiel angeboten haben, sie zu unterrichten. Das sind junge Menschen, die jetzt nicht mehr weg müssen. Es gibt hier in der Gegend keine Arbeit. Die wären dann in die Stadt gegangen, oder aufs Schiff. Alle sind hier deklariert, mit anständigen Verträgen, sozialversichert, und mit ihren Familien krankenversichert. So ein Garten ist ja kein Festival, welches nach drei Monaten zusperrt.  So ein Garten ist ein langfristiges Projekt, um da zu bleiben. Vielleicht nicht für die Ewigkeit, aber wenn das alles gut geht, von Naturkatastrophen und Ähnlichem abgesehen, haben die eine Anstellung bis an ihr Lebensende. Die Arbeiter können, aufgrund der unbefristeten Verträge, die sie haben, eine Familie gründen. Sie können planen, und haben eine Perspektive. Und das ist natürlich sehr, sehr positiv, und dementsprechend positiv werden wir auch wahr,- und aufgenommen von den umliegenden Gemeinden.

UML: Das wäre jetzt meine Frage gewesen, wie das hier so aufgenommen wird….

GW: Ja nun, einige Menschen finden das wahrscheinlich etwas absurd, was hier so tun, denn wenn sie das Geld hätten, würden sie eine Plantage bauen, und die Früchte verkaufen. Ich glaube aber, dass ich über die Jahre ein Team aufgebaut habe, dass sich sehr mit dem Projekt identifiziert. Ich habe das gemerkt bei der Eröffnung, wie stolz sie waren, wie 350 Leute gekommen sind und die internationale Presse. Von den marokkanischen Autoritäten ist auch der Gouverneur dabei gewesen. Auf höherer  Ebene wäre das königliche Protokoll rein logistisch von uns nicht mehr umsetzbar gewesen. Die königliche Familie laden wir noch mal gesondert ein.

Es gibt auch ein Sozialprojekt, einen Verein hier in unserem Ort sogar, der an uns herangetreten ist, den es schon gab, und wo fast alle Einwohner Mitglieder sind. Wir sind einer der zwei oder drei Hauptsponsoren dieses Vereins, und wir haben jetzt schon zwei Schulklassen gebaut. Wobei in der einen Schulklasse die Schüler zwischen vier und sieben Jahre alt sind, und in der andern Klasse die Mütter und Großmütter unterrichtet werden. Das klingt jetzt aufoktroyiert von Europäern, ist es aber nicht. Die haben das so angeboten. Wir fanden das großartig. Die Lösung ist Bildung. Die lernen nun das Einmaleins  und Arabisch lesen und schreiben. Wir mischen uns auch nicht ein in den Lehrplan. Sie wissen, was sie brauchen, und das wissen die auch besser als ich. In Marokko wird zum Beispiel fast alles über Scheck gezahlt, und sie können nicht lesen, was da drauf steht.

Es wird jetzt ein dritter Saal fertig , in dem zum Beispiel auch Handarbeit unterrichtet wird. Am Abend können die Männer Fortbildungskurse auch im Sinne von Lesen, Schreiben und Rechnen machen.

UML: Das unterstützen sie mit, oder sie sind Hauptsponsor?

GW: Anima oder André Heller ist glaube ich der Hauptsponsor, es gibt noch 2- 3 Sponsoren, die auch größere Summen geben. Das andere sind kleinere Projekte in der Umgebung, wir haben zum Beispiel eine Geburtenstation unterstützt. Es gibt hier sehr viele Dörfer, die mit Autos nicht erreichbar sind. Und wenn es da komplizierte Schwangerschaften gibt, ist das Risiko, das diese Frauen und die Kinder bei der Geburt sterben, sehr hoch. Nun  kommen sie hier herunter in einen dieser Orte, um die Kinder auf die Welt zu bringen.

UML:  Diese Einbindung finde ich ganz wichtig, denn wenn solch ein Projekt völlig abgeschottet  irgendwo stehen würde, dass bekommt dann leicht etwas Absurdes. Es muss in die Gegebenheiten und Realitäten eines Landes, eines Ortes, eingebettet sein.

GW: Ich glaube, das  Anima ist nun der größte Arbeitgeber der Gegend , und wir versuchen so viel wie möglich mit den örtlichen Betrieben zusammen zu arbeiten. Wir haben hier bis zu 150 Arbeiter gehabt, die hier gewohnt haben. Das heißt, die haben natürlich hier beim Bäcker ihr Brot gekauft, ihre Zigaretten hier gekauft, den Kaffee nach der Arbeit getrunken, waren hier beim Friseur etc. Der ganze Ort hat mit profitiert.

Wir haben auch versucht, die Baumaterialien hier zu kaufen, da wo es ging. Zement, Hammer, Nägel. Wenn ich natürlich eine Betonmischmaschine brauche, muss ich die bei einer großen Firma bestellen. Wir haben viel lokal gemacht, uns sehr fair und anständig verhalten, und das wissen auch Alle. Wir ernähren circa 1000 Menschen, das ist für so einen kleinen Ort schon sehr viel. Wenn es dann noch etwas ist, was mit einem Ansehen verbunden ist, -und Anima beginnt einen Namen zu haben-, der sozusagen toll klingt, dann ist das auch noch einmal was anderes.

UML: Es könnte ja so eine Attraktion werden wie der Majorelle Garten

GW: Majorelle ist ein toller Garten, er ist aber in meinen Augen zu überlaufen. Sie lassen einfach zu viele Leute rein auf einmal.

UML: Ja, das empfinde ich allerdings auch so…

GW: Ein Garten hat ja den Sinn, dass man dort kontemplativ sein kann, wenn man Ruhe haben will, wo man auszittern kann, wie André Heller sagen würde..…

UML: Ein toller Ausdruck…

GW: Auch eine Stadt wie Marrakesch ist eine stressreiche Stadt, mit viel Lärm, viel Hupen, ein Overkill an Farben, Gerüchen, Eindrücken, Geräuschen. Wenn man dann an einen Ort kommt, der ruhig ist, der in sich stimmt, dann kann man diese permanente Anspannung raus lassen, also auszittern….

UML: Ja, und in einem Majorelle Garten wird ja genau diese Hektik und Unruhe durch die vielen Menschen wieder mit rein transportiert, da geht das ja gar nicht.

GW: Wir sitzen hier nun schon eine ¾ Stunde und es ist sehr angenehm ruhig.

UML: Ich wünsche dem Anima, dass es diese Atmosphäre bewahren kann.

GW: Wir haben ja diese Onlinereservierungen, um den Gästestrom zu steuern, die großen Zahlen betreffen ja die Gruppen. Die kann man dadurch steuern,  in dem man an bestimmten Uhrzeiten die Buchungen schließt. So kann man sie über den Tag besser verteilen. Das hat ja auch mit dem Gratis Shuttle zu tun, den wir von Marrakesch anbieten. Leute, die mit dem Auto oder dem Taxi kommen, das ist überhaupt kein Problem.

UML: Lieber Herr Weiss, herzlichen Dank für diese ausführlichen Informationen, die den Lesern glaube ich einen sehr guten Eindruck vemitteln, wie der Anima Garten entstanden ist.

Photo © UML 2016

Mit dem managing director Gregor Weiss im Anima Café Paul Bowles.

Aus der Reihe:
Menschen machen Orte 2/ Doris Nufer / Marokko / Ferme d´Akrich

Die Ferme d´ Akrich von Doris Nufer ist ein besonderer Ort wie ich finde. Ein Kraftort mit einer schönen Energie. Dazu trägt natürlich in erster Linie die Schöpferin bei, die diesen wunderbaren Platz ausgewählt hat, mit Blick auf das Atlasgebirge. Auf der Ferme leben zudem diverse Tiere, allen voran ihre fünf wohlgenährten Hunde, eine Eselfamilie, Enten etc. Doris hat rund ums Haus einen Garten angelegt, mit Gemüse und Obstbäumen. Ich bin besonders begeistert von den Granatapfelbäumen, und würde sie am liebsten in meinem Garten haben. Das Wasser kommt aus der hauseigenen Quelle. Mittlerweile kann sie von ihren Olivenbäumen eine respektable Menge an Olivenöl herstellen, sagt Doris. Ihre Stilsicherheit (Doris hat lange als Foodstylistin gearbeitet) mit der sie den Ort eingerichtet hat, schafft sofort eine Wohlfühlatmosphäre. Ein zu empfehlender Rückzugsort für Kreative. Hier wurden schon Filme gedreht und Photos für Kochbücher fotografiert, wie das Kochbuch von Haya Molcho mit dem Titel: BALAGAM. Doris selbst ist ebenfalls leidenschaftliche Köchin (ich bin eine Bauchköchin, wie sie von sich sagt).

Sich hier auf dem Lande in einer doch eher männerdominierten Kultur diesen Traumort aufgebaut zu haben, dafür wird Doris zu recht Respekt gezollt. Mut und Durchsetzungsvermögen sind sicher wichtige Eigenschaften dafür. Aber die bringt Doris als Schütze , Aszendent Löwe ja zur Genüge mit.

In Doris Küche werden ALLE verwöhnt!


UML: Ja, liebe Doris, schön hier bei dir in der Ferme d ´Akrich zu sitzen, wie ich finde ein Kraftort, und auch ein Ort wo man sehr zur Ruhe kommen kann. Gestern Abend habe ich auf der Dachterrasse gelegen, und sehr lange in dem Vollmond geschaut. Es ist ein energetischer Ort, mit traumhaftem Ausblick direkt auf das Atlasgebirge.

Wie bist du an diesen Ort gekommen, und wann? Wann hat die Schweizerin Marokko das erste Mal kennengelernt?

DN: Das allererste Mal war 1974 bei meiner ersten Hochzeitsreise. Da habe ich aber nur die großen Städte im Norden kennengelernt. Dann 1988 eigentlich erst richtig, da habe ich auch Essaouira kennengelernt, Marrakesch, den Süden, den ich nun sehr gut kenne. Von da an bin ich jedes Jahr gekommen, speziell an Weihnachten. Dazumal habe ich als Foodstylistin gearbeitet, vorher 20 Jahre im Kinderspital als Arzthelferin für  Kardiologie und Pulmologie im Kinderspital Basel. Ich habe dann den Beruf gewechselt, und wurde Stylistin von einem Photographen, er war eben auch mein damaliger Partner. So sind wir viel auf Reisen gewesen. Immer an Weihnachten  bin ich gerne geflohen, weil wir in der Werbung ja immer Sachen für Weihnachten machen mussten, schon mitten im Jahr. Da hatte ich manchmal im August schon genug von Weihnachten. So sind wir eben oft nach Marokko gekommen.

UML: Wie war denn deine erste Begegnung mit dem Land, kannst du dich da noch dran erinnern?

DN: Sehr gut, zum Beispiel Essaouira, -wo wir ja eben von gesprochen haben-, das war noch Essaouira. Damals war Essaouira total in, hier waren Jimmi Hendrix, die Hippies und Kiffer waren hier… ja man ging eben nach Essaouira..  es war total angesagt. Du hast es jetzt natürlich etwas anders kennengelernt, es wird viel gebaut, vorne im Hafen kommt eine große Promenade hin, also es hat einfach nicht mehr diesen Charme wie damals..

Natürlich muss die Moderne auch in Marokko Einzug halten. Zum Beispiel Casablanca ist ja sehr modern. Es ist eine acht Millionen Stadt. Dort ist es nicht sehr traditionell. Damals bin ich durch einen Artikel in der Welt darauf gestoßen; da hieß es, man muss jetzt in Marrakesch nicht mehr in ein Hotel gehen, man kann jetzt  auch in die Medina gehen. Da gibt es Altstadthäuser die zu Guest Houses umgebaut werden. Dann waren wir also zum ersten Mal in einem Guesthouse in Marrakesch. So habe ich eigentlich die Medina in Marrakesch kennengelernt. Wir waren in einem von Ausländern umgebauten Haus. Du konntest über eine Firma das Zimmer mieten, bekamst das Frühstück gebracht, hattest dieses Medina Feeling. Dann habe ich natürlich viele Leute kennengelernt, auch Leute, die die Vermietung von den Häusern unter sich hatten. Man konnte natürlich auch ein ganzes Haus mieten..

UML: Wie lange warst du denn immer da?

DN: So zwei, drei Wochen. Ich bin dann aber auch immer in den Süden. Für mich ist der Süden Marokko.

Ich bin immer in den Atlas, da fängt für mich Marokko an.. die Leute sind anderes..

Weißt du, heute sagt jeder, der einen Turban anhat, er ist ein Tuareg. Aber die Tuaregs, die werden sich nicht mit Touristen abgeben, weißt du. Ich organisiere ja auch für meine Gäste individuelle Touren in den Süden und arbeite schon sehr lange mit Nobel Tours zusammen. Da bist du in sieben Stunden im Süden. Die Nobel Tour Leute sind von dort, die kennen jedes Sandkorn. Sie bringen dich zu einem Hotel in der Wüste, haben Vierradantrieb. Am nächsten Tag bringt man dich in die Sanddünen raus, die großen im Westen bei Hamit. Es gibt noch andere Dünen im Osten. Aber ich empfehle meinen Gästen eher die bei  Hamit, weil es nicht so touristisch ist. Du übernachtest in einem Biwak, oder kannst auch mit dem Kamel durch die Wüste reiten. Meine Stammgäste kennen sich natürlich schon gut aus. Sie mieten sich oft ein Auto am Airport in Marrakesch, sind in 25 Minuten bei mir, und machen von hieraus Touren und fahren in den Atlas hoch.

UML: Liebe Doris, ich möchte noch mal zurückkommen zu deinem ersten Marokko Besuch. Das macht ja was mit einem, wenn man zum ersten Mal mit einer anderen Kultur in Berührung kommt. Kannst du dich da noch erinnern an deine Eindrücke und Gefühle?

DN: Ich muss dazu sagen, ich kannte vorher schon Libyen und Ägypten, und ich empfand die Leute hier als viel charmanter. Wenn du dann natürlich regelmäßig in dem Land bist, dann lernst du die Leute ja auch viel besser kennen. Dazu kommt, ich spreche französisch, und deshalb kann ich gut kommunizieren. Man muss sich natürlich auf die Gepflogenheiten einlassen, sich hinsetzen und Tee trinken. Ja, und dann kam ich immer wieder, auch alleine. Mein damaliger Partner, mit dem ich seit 20 Jahren zusammen war, wollte die Werbephotographie aufgegeben. Ich war neun Jahre jünger, war damals 54, und fragte Ihn:“ Was soll ich denn jetzt machen“? Er meinte, ich könne doch zurück ins Spital gehen. Das wollte ich auf keinen Fall. Aber ich wollte auch nicht mit anderen Photographen arbeiten. Wir beide  waren ein super Team. Dann habe ich gesagt, gut, ich gehe jetzt mal nach Marokko, und schaue was da so los ist. Ich hatte aber schon vorher angefangen nach einem Ort hier zu suchen, denn ich wollte auch ganz weg aus der Schweiz. Wir haben uns dann auch getrennt, aber sind Freunde geblieben, er kommt auch heute noch immer zu Besuch. Ihm gefällt es auch hier...

2001 konnte ich dann zwei Monate privat in der Medina bei Menschen leben, und habe erlebt wie es ist, dort länger zu leben. Das kann spannend sein für den Moment, aber dann nimmt es dir die Luft… 

Ich wollte kein Riad in der Stadt, das war mir zu beengt, das kenne ich ja aus der Schweiz. Kaum ist man aus dem Dorf raus, kommt das Nächste. Versteh mich nicht falsch, die Schweiz hat wunderschöne Ecken, aber ich könnte einfach nicht mehr dort leben. Ich war, wiegesagt auch in Libyen und Ägypten in der Wüste, es hat mich einfach immer in die Weite gezogen. Ich komme aus Bern, da waren die Berge auch in der Nähe. Hier habe ich sie noch näher… und habe hier aber auch die Weite. Da drüben ist die Wüste von Marrakesch. Diese Weite hat mich einfach angezogen..

Als ich die zwei Monate in der Medina lebte, bin ich dann nach Südfrankreich gefahren, nach Sète. Ich bin mit dem Auto los. Es gibt da riesen Fähren, die fahren dann nach Tanger, ( heute fahren sie von Genua). Ich bin alleine runtergefahren , habe das Auto dort in  Marrakesch abgestellt, und habe immer schon gesagt, dass ich  aufs Land will. Ich hatte dann Kontakt mit Immobilienmenschen ( damals gab es noch nicht so viele wie heute..) Die haben mich dann immer ins Ourikatal geschickt, ( da wo du gerade herkommst, wo André Hellers Garten ist ) Da war alles leer. Ich wollte immer einen Hektar. Das passte aber alles nicht , war zu nahe bei der Straße etc.. Ich habe auf meinen Bauch gehört , und bin wieder zurück in mein Häuschen in der Medina. Nach zwei Monaten kam dann mein Freund. Wir sind dann erst mal wieder über Portugal heim gefahren. Ich habe dann wieder gearbeitet. Jedes Mal, wenn ich Zeit hatte, bin ich dann wieder runtergeflogen.

In Hamburg hatte ich eine Freundin, Kiki Baron, eine Reisejournalistin, die auch in der Zeit später einen Bericht über mich gemacht hat. Sie war damals in Marrakesch zu den Filmfestspielen eingeladen. Sie rief mich dann eines Tages an und sagte:“ Geh mal zu dem X, der hat einen Freund auf dem Land, der könnte dir vielleicht helfen“.

Und so war es dann auch: Dieser junge Mann hat mich dann hier hoch gebracht. Ich stand auf diesem Hügel da drüben, wo die Schule jetzt ist. Wir haben ein Taxi genommen, und ich stand da, und schaue auf Akrich rüber ,und frage ihn:“Was ist das“? Er sagte, das ist ein altes Dorf und hat den Ursprung im 17.Jahrhundert. Ich fragte weiter:“Kann man denn da mal durchfahren“? Dann sind wir den selben Weg gefahren, den man jetzt auch fährt, über diesen Schotter, und da war nichts. Mir hat´s die Häarchen aufgestellt …“Ja gibt es da was zu kaufen“ habe ich weiter gefragt. Ich hatte ein ganz starkes Erlebnis was den Ort betrifft. 

Er sagte:“ Ja weißt du, mein Großvater ist von dem Dorf, ich schaue mal für dich. Ich kenne die Leute.“ Nach einer Woche ruft der mich an, ich war schon wieder in der Schweiz, und sagt: “Du, da ist eine Familie von 8-9 Leuten, die wollen verkaufen. Das Gelände ist drei Hektar groß, es ist nicht flach, und etwas  abschüssig.“ Ich bin dann nach drei Wochen wieder runter, als es die Arbeit erlaubt hat. Da kam dann mein Freund mit, wir haben in der Domaine du Tameslothe übernachtet damals, haben das alles zu Fuß abgegangen, ja und dann ging´s los……

Zu Hause (aus Basel war ich schon weg, und habe im Elsass gewohnt) am Küchentisch habe ich gezeichnet, und alles um die Küche herum geplant. Die sollte mein Herz sein. Ich wollte eine große Küche, wo die Leute, wie in Italien, am Tisch sitzen. Das ist jetzt der Fall. Alles was nicht schön ist, wie beispielsweise ein Kühlschrank etc. ist in die vordere Küche verlegt. Dann habe ich weitere Zeichnungen gemacht, alle rechteckig, habe mir das Dorf angeschaut, das ist auch rechteckig, und habe dann an meine Küche diese fünf Zimmer angebaut, wie ein Riad. Ein Riad ist ja ein Haus mit einem Innenhof. Ein Riad ist bepflanzt, im Gegensatz zu einem Dar. Ein traditionelles Riad sieht so aus, die haben einen Eingang, eine schöne Türe, da kommst du rein, hast einen Innenhof. Dann kommt auf einer Seite die Küche, auf der anderen ein Salon für die Gäste, und noch weitere Zimmerchen. Wenn sie noch Geld haben, geht ein Stockwerk rauf und da hat es dasselbe noch mal rundherum. In der Ecke gibt’s einen Klo, mit Waschschlauch. Irgendwann wurden dann in jedem Zimmer Duschen und Toiletten gebaut, oder sogar Badewannen, und das war natürlich für die Medina plötzlich ein Problem. Da brauchte man mehr Wasser, alle duschen zweimal am Tag, nehmen am Abend ein schönes Bad, und der ganze Abfluss geht dann in die unteren Schichten der Stadt. Dann kam plötzlich dort ein Leck, und da ein Leck, weil ja alles nicht dafür angelegt war.

UML: Was ich ein bisschen gewöhnungsbedürftig finde ist, dass im Riad die Fenster nur nach Innen aufgehen, und man das Zimmer nicht richtig lüften kann. In Essaouira hat man da des öfteren mal klamme Bettwäsche, was ich leider gar nicht gut haben kann. Du hast ja beispielsweise hier alles offen und zu mehreren Seiten die Fenster offen …

DN: Ja, weil ich Schweizerin bin. Die wollten mir auch Gitter vor die Fenster tun…

Wenn ich einen Marokkaner von Marrakesch treffe, fragt der erst mal:“Hast du nicht Angst auf dem Lande“ ? Und die Kultur der Marokkaner ist ja nach Innen gewandt, wie gesagt. Wir hingegen zeigen  alles, die Villa, das Auto vor der Türe. Der Blick geht raus… Die Marokkaner machen alles nach Innen. Die Einheimischen in der Medina haben ihre Abstellkammer auf der Terrasse. Der Vater züchtet die Tauben auf der Terrasse. Die Mutter wäscht die Wäsche, und die wird auf die Terrasse gehängt. Nie gehen sie auf die Terrasse  und schauen sich den Sonnenuntergang an. Sie leben unten im Hof, klar im Sommer ist das ja gut wegen der Hitze. Sie würden keinen Sitzplatz auf der Terrasse  machen, es ist einfach die andere Kultur..

Und ich habe hier natürlich meiner Kultur gemäß, alles angelegt, soweit es ging: Offene Fenster, eine Eingangstür, eine Terrassentür. Und bei fünf Hunden brauche ich keine Gitter…. 

UML: Ja, das ist wohl auch der Grund, warum ich mich hier sehr wohl fühle. Aber Doris, lass uns noch mal zu dem Moment zurückkommen, wo du den Flecken Erde also gesehen hast, und gespürt hast, das ist es… hier will ich sein. Wie ging es dann weiter. Du sagtest, du hast zuerst gezeichnet….

DN: Ja, wie gesagt, ich habe zuerst gezeichnet. Eine Freundin hat dann daraus einen richtigen Bauplan gemacht. Dann wurde das eingereicht. Es war ja von Anfang an klar, das es ein touristisches Projekt wird. Ich spiele nicht Golf, und die Nägel lackiere ich auch selten. Ich muss was tun, und ich koche gerne, und habe gerne Menschen um mich. Also mache ich fünf Zimmer. Und weil das ein touristisches Projekt war, kriegt man auch schnell eine Bewilligung. Ich habe Gott sei Dank alles selber finanziert. Keine Schulden, keine Hypothek. Ich habe in der Schweiz mein Häuschen verkauft, meine Pensionskasse ist hier drin. So ging es dann los. Die Arbeiter haben genau im April 2004 angefangen zu bauen. Hier gibt es ja drei, vier Dörfer rundherum. Eine Zeit lang hatte ich 36 Männer von den Dörfern hier beschäftigt. Die kennen mich alle. Ich habe immerhin 36 Familien ernährt damals. Ein Teil der Arbeiter hatte nur Mauern gemacht. Die Mauern draußen sind ja 45 Zentimeter dick, die wurden gestampft. Eine andere Gruppe von Männern hat  die Terrassen gemacht, und unten im Garten die Löcher. Ich war ja dann noch in der Schweiz, und habe immer Gelder geschickt, für die Arbeiter und das Material. Es gab einen Baustellenleiter, der hat das alles organisiert. Am 08. Dezember 2004 bin ich dann ganz runtergekommen. Ich musste natürlich meinen Skoda eintauschen, und habe einen kleinen Landcruiser gekauft. Denn damals war das da unten noch Piste, jetzt ist es geteert. 2005 war ich dann noch mal in der Schweiz. Als ich dann im September 2005 wieder zurück hierher kam, da hatte ich plötzlich Strom. Alles war schon vorher installiert, Lampen hingen, Birnen waren drin, nur gab es keinen Strom. Dann konnte ich auch die elektrische Pumpe fürs Wasser anschließen. Vorher lief alles über den Generator mit Diesel.

Ich habe dann angefangen, Olivenbäume  zu pflanzen. In der Nachbarschaft wollte jemand seine Olivenbäume weg haben, ungefähr 30 Kilometer von hier. Dann bin ich da hin, und  habe sie ausgesucht. Ich glaube ich habe damals 20 Euro bezahlt für einen großen Baum. Die ersten Bäume, die ich geholt habe, waren große Bäume. Später habe ich dann jüngere gekauft, die haben wir unten eingepflanzt. Ja und jetzt habe ich letztes Jahr schon 370 Liter Öl gehabt. Von 200 Bäumen. Die erste gute Ernte hatte ich vor vier Jahren. Dieses Jahr war die Ernte wegen der Trockenheit beispielsweise nicht so gut. Wir haben jetzt zwei eigene Brunnen, und eigenes Wasser, da bin ich unabhänig. Das einzige, wo ich noch abhänig bin, ist vom Strom. Mit der Zeit wird das sicher auch kommen, dass ich da Photovoltaik machen könnte, um es wieder zurück zu speisen. Aber das ist noch zu teuer. Es wäre schön, wenn es  irgendwann subventioniert würde.

Die Bauphase 2005


UML: Macht du das etwa auch selber mit dem Olivenöl? 

DN: Nein, ich bringe es in eine Mühle. Ich schaue, dass ich sie so reif wie möglich abnehme, wenn sie schwarz sind. Es ist ein sehr gutes Öl, du musst es mal probieren. Nun habe ich auch noch Safran angepflanzt, da ist die Ernte auch im November.

UML: Du bist also hier wohlwollend aufgenommen worden?

DN: Ja klar, du brauchst im Dorf nur nach Doris zu fragen, alle kennen mich hier..

UML: Und wie ging es dann mit den Gästen los?

DN: Na zuerst mal mit Freunden und Familie , die kamen Alle. Das Gästebuch wurde im November 2005 eröffnet. Der erste, der dort rein geschrieben hat, war übrigens ein Deutscher…

Die Reisejournalistin Kiki Baron, die ich auch hier in Marrakesch kennengelernt habe,- wir haben uns dann angefreundet-, sie kam dann  2006 für eine Woche hierher. Dann kam damals Kiki´s Bericht über mich in der Zeit. Es war mal was in der Sonntagszeitung. Übrigens kommt jetzt auch wieder ein Bericht von Kiki  über mich in der Welt.  

UML: Ich glaube wir  können noch stundenlang so plaudern, du hast so viel zu erzählen.. Aber ich würde dich gerne nun zum Abschluss noch fragen wollen: Hast du noch eine Vision für den Platz hier?

DH: Meine Vision habe ich ja hier realisiert. Ich möchte einfach so weiter machen , solange meine Gesundheit das erlaubt. Ich habe Freude am Kochen und Gäste zu bewirten. Meine Gäste werden individuell bekocht. Ich gehe gerne Einkaufen. Ich bin auch ein Organisationstalent, aber ich möchte zum Beispiel kein Restaurant; das wäre was ganz anderes. Ich kann auch sehr gut vorausplanen. Das alles hier macht mir Spaß. 

UML: Also im Grunde lebst du ja deine Vision?

DN: Ja…  

UML: Und hast du für den Ort noch Wünsche, was du gerne hier noch sehen würdest. Es wurden ja schon Filme hier gemacht, Shootings für Kochbücher ,du hattest Filmteams da.. etc…

DN: Ich möchte weiterhin gute Gruppen hier haben, ob das Yoga ist, Pilates oder Gourmetreisen..

Ich bin noch am planen, zwei Zimmer anzubauen. Das wären dann aber kleine Häuschen, wo eine  Küche dran ist. Denn es haben auch schon Leute gesagt, wir würden gerne mal vier oder fünf  Wochen kommen. Ich kann mir auch vorstellen, dass jemand dass dann für ein paar Monate bezieht, und so eine Art Altersresidenz hat.  

Mich fragen die Leute auch immer: Was machst du denn im Alter? Ich bin nun 67, ja was soll ich im Alter machen? Soll ich das alles verkaufen und in ein Altersheim in die Schweiz gehen? Das ist doch blöd ( Wir lachen) Ich hoffe, ich bleibe noch lange fit, und hier in Marokko sind die Menschen zu alten Leuten sehr gut…

UML: Ja, und, das weiß ich von meiner Mutter, wenn man so ein Anwesen hat, das hält einen auch fit, denn man muss immer was machen. Sie war jeden Tag im Garten und musste sich einfach kümmern. Sie wäre fast 96 geworden, und ist letztes Jahr verstorben. Da ist die Gefahr, in einem Rollstuhl zu landen nicht gegeben, bei so einem Anwesen, wie du es hier hast.

DN: Ja, ich denke auch gar nicht ans Alter, es ist für mich kein Problem..

UML:  Liebe Doris, ich wünsche dir, dass du mindestens noch 30 Jahre topfit bist, und sich deine Olivenernteerträge bis dahin auch noch um ein Vielfaches steigern. Ich plane auf jeden Fall, dich wieder zu besuchen.

DN: Ich danke dir!!!

 

 

Photo ©Doris Nufer

Und weil man zu Weihnachten so schön Bücher verschenken kann, hier meine Buchtipps:

 

Hannah Rothschild

Die Lauenenhaftigkeit der Liebe

Mit größtem Vergnügen habe ich diese Buch gelesen. Klasse! Wer sich für Kunst interessiert, und überhaupt, wer es noch     nicht gelesen hat, unbedingt unter den Weihnachtsbaum damit!!

512 Seiten, Preis: 21,99


TASCHEN VERLAG:

EXODUS


TASCHEN VERLAG:

Zwar keine Inspiration für meine Küche, da viel zu fleischlastig, aber um einen Einblick in den Kosmos Salvator Dali und Gala zu bekommen sehr spannend.

Les Diners de Gala
2016, 320 Seiten Preis: 49,90

 


Haya Molcho Hayas Küche im Südwest Verlag

Eine Familienerfolgsgeschichte!
NENI von Haya Molcho und ihren vier Söhnen


VEGAN Oriental von Parvin Razavi im Neun Zehn Verlag


 

BUCHEMPFEHLUNGEN:

MARRAKESCH Bild Band aus dem Vagabond Verlag




vagabond books
www.vagabond-books.com


MAIR DUMONT hat im September zwanzig neue Bände aufgelegt.

Das sind die Ziele für Europa...

Apulien, Baltikum, Eifel, England, Finnland, Golf von Neapel, Kanalinseln, La Palma, Polnische Ostseeküste, St. Petersburg, Steiermark, Tschechien

... und die Welt:

Argentinien/Buenos Aires, Japan, Jordanien, Karibik/Kleine Antillen, Malediven, Mauritius, Tansania/Sansibar, USA Ost

Hier vorgestellt Apulien und La Palma 


Der Lonely Planet´s „Best in Travel 2017“ ist da.  Hier sind die besten, angesagtesten, unbekanntesten und schönsten TOP 10 der ganzen Welt:  die 10 tollsten Städte, die 10 großartigsten Länder, die 10 entdeckenswertesten Regionen.


Ein wunderbares Projekt von Malin Elmlid : THE BREAD EXCHANGE

im Prestelverlag


Dorothea Neunkirchen :Von Liebe und anderen Abschieden Verlag Film & Edition

Zum Inhalt:
15 schnörkellos präzise Geschichten, mal aus männlicher, mal aus weiblicher Erzählperspektive. Dorothea Neukirchen erzählt leicht, ironisch und mit Tiefe von Menschen im gewöhnlichen Leben, von einer Liebe, die nicht gelebt werden kann, von einer Annäherung, die freilegt, wie stark die alte Bindung noch ist, von sanftem Auseinanderdriften, von heimlichem sexuellen und von perfide offenem Betrug, von einer verhängnisvollen Symbiose, von in die Jahre gekommenem Erfolg, von freiwilligen und unfreiwilligen Abschieden.

15 Geschichten, die jeder kennt, so aber noch nie gelesen hat. Dorothea Neukirchen erzählt leicht, ironisch und mit Tiefe von flüchtigen und bleibenden Begegnungen, von Dreiecks- und Ehegeschichten, von kleinen und großen Abschieden. Für Liebhaber melancholischer Unterhaltung. 


VERA FORESTER- Im Jahr der Brandzeichen


Aus dem Inhalt:

Jahrtausendwende. Zwei Sprengstoffattentate erschüttern eine Stadt. Wer steckt dahinter? Rechtsradikale? Rebellen aus Nahost? Die Schuldigen lassen sich nur zum Teil ermitteln. Und die Opfer? Wie bewältigen sie ihre vielfachen Verletzungen?

Krista, eine angehende Kamerafrau, und der russische Student Maxim sind gerade noch mit dem Leben davongekommen. Eine Liebe entsteht aus gemeinsam durchlittener Angst. Dieser Anfang beschwört neben dem Glück auch große Hindernisse herauf.

Der 19-jährige Flüchtling Labib aus Palästina hat sich schuldig gemacht. Er wird vom Gericht zum Arbeitsdienst im jüdischen Altersheim verdonnert.

Wolff, der fanatische Anführer der ‚Stadtkameradschaft‘, ist unter Verdacht. Zur Tarnung nimmt er an einem Kulturprojekt für aussteigewillige Rechtsextreme teil.

Alle vier sehen sich an einem Wendepunkt. Gesinnungen werden hinterfragt. Lebenspläne geraten ins Wanken.

Gewalt oder Verständigung?  Neue Brücken oder noch mehr Barrieren?

Wahrscheinliches und Denkbares verbinden sich zu einer bewegenden Geschichte vor dem Hintergrund weltweiter Spannungen.


Heide Fischer Ab 40 im Nymphenburger Verlag

Ein gutes Buch für alle Frauen ab 40!
Verlag Nymphenburger
www.nymphenburger-verlag.de


DUMONT Kalender 2017 von TAN KADAM


Und hier noch ein Kalender aus dem wunderbaren Ebersbach & Simon Verlag, den jede dame in ihrer Handtasche führen sollte.:-)

Der literarische Frauenkalender zeigt in Wort und Bild eine vielstimmige Sammlung zum Thema Unbeschreiblich weiblich, darunter Ingeborg Bachmann, Simone de Beauvoir, Marguerite Duras, Natalia Ginzburg, Marlen Haushofer, Alice Munro, Vita Sackville-West, Françoise Sagan, Virginia Woolf u. v. a. m. In den 53 literarischen Variationen über die vielen Facetten eines Frauenlebens, ausgewählt von Brigitte Ebersbach, geht es um Liebhaber und Ehemänner, um Mütter und Töchter, Mütter und Söhne, um die wechselhaften Beziehungen zu Schwestern und Freundinnen, und natürlich um die schönsten Jahre einer Frau.
Werfen Sie auch einen Blick auf unsere weiteren Kalender, wie Künstlerinnen 2017 und Geheimnisse der Mode 2017

Weitere schöne Bücher unter:

 www.ebersbach-simon.de
 




André Heller - Das Buch vom Süden- im Zsolnay Verlag
 


Weitere Buch Tipps kurz:

Mama Trauma von Werner Dopper im Knaur Verlag

Die grosse Abzocke von Achim Doerfer  auch im Knaur Verlag

Meine vegane Metzgerei aus dem Hans Nietsch Verlag

Im Schatten der Kiefer/ Inspirierende Zen Geschichten von Sandy Taikyu Kuhn Shimu im Schirner Verlag

Im Club der Zeitmillionäre von Greta Taubert bei Eichborn

Mata Hari- Der neue Roman von Paulo Coelho im Diogenes Verlag


Spannende Biographie: Zum 70. Geburtstag von Maria Abramovic -Durch Mauern gehen im Luchterhand Verlag

Neues aus dem Love Green Newsletter:

Deutsche Post hilft beim Recycling

Wohin mit der leeren Druckerpatrone? Mit dem kaputten MP3-Player? Oder dem Uralt-Handy? In den Müll werfen wäre ja nicht sonderlich nachhaltig, weil viele Teile recycelt werden können. Ab sofort können Tintenpatronen und Elektro-Kleinteile kostenlos und klimaneutral per Post zu einem Recycling-Spezialisten verschickt werden, sofern sie in einen Maxibriefumschlag passen. Den Service "Electroreturn" bietet die Deutsche Post zusammen mit der ALBA-Group an - einem Spezialisten für Recycling und Rohstoffrückgewinnung. Ein Tochterunternehmen von ALBA sorgt dann dafür, dass die Elektrogeräte in einer behördlich kontrollierten Anlage aufbereitet und umweltfreundlich recycelt werden.

Weiteres unter:

http://www.love-green.de/themen/recycling-und-muell/deutsche-post-hilft-beim-recycling-id5158.html

 

 

Meine neue Webseite powered by 
 



Mein neues LOGO gestaltet von Udo Moelders:


 


Betreff Sri Lanka, ein Aufruf und Land, welches mir auch am Herzen liegt.

Aufruf von Barbara Kainz!

 

Liebe Freunde, Kunden und Sri Lanka-Fans,

dear friends, customers and Sri Lanka fans,

heute ist ein grosser Tag in meinem Leben und ich möchte Euch alle daran teilhaben lassen bzw. ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Teil meines neuen Projektes werdet.

today is a big day in my life and I want to share this event with you. I would be more than happy, if you will be part of my new project.

Seit heute morgen ist meine Crowdfunding-Idee „Upcycling Sri Lanka“ online und zu sehen auf http://www.100-days.net/de/projekt/upcycling-sri-lanka

Since today morning my crowdfunding idea „Upcycling Sri Lanka“ ist online and visible at http://www.100-days.net/en/projekt/upcycling-sri-lanka

Seit ich nach Sri Lanka reise, liebe ich dieses Land und sehe gleichzeitig einen großen Bedarf an Aufklärungsarbeit in Sachen Müllproblem. So entstand über Jahre die Idee, die sich nun verwirklichen will. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in Lanka eine Veränderung dieser Art nur möglich ist, wenn man es den Menschen vorlebt. Mit Belehrungen kommt man nicht weit.

Since I was first time in Sri Lanka, I love this country and at the same time I see the big need of awareness about the garbage problem. So was over years the idea born, which wants to come reality now. I have made the experience, that a change is only possible, if you exemplify it in your own life. With instructions you can´t move anything.

Deshalb bitte ich Euch, mich mit meinem Vorhaben zu unterstützen mit einem Obolus und/oder mit der Verteilung dieser Info an ganz viele Menschen, denen ein saubereres Sri Lanka am Herzen liegt. Im Bereich „Goodies“ seht Ihr, in welcher Form ich mich für Eure Hilfe bedanken möchte.

Hence I am asking you for your support for my project with an obolus and/or sharing this information to many people, who would like to experience a cleaner Sri Lanka. In the sector “goodies” you can see, how I want to say thank you for your support.

Ich danke Euch im Voraus und wünsche einen wunderschönen Tag!

Thank you very much in advance and have a lovely day!

 

Mit sonnigen Grüßen aus Sri Lanka

With sunny greetings from Sri Lanka

Barbara

Copyright © 2016 UMA Projects, All rights reserved.


unsubscribe from this list    update subscription preferences 

Email Marketing Powered by Mailchimp