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Newsletter 1
Bio Suisse ist die Organisation der Schweizer Biobäuerinnen und Biobauern. Ihr Präsident, Urs Brändli, führte selbst 30 Jahre einen Landwirtschaftsbetrieb mit Milchkühen. Unser Porträt zeigt, was ihm an Bio wichtig ist. Um Ihr Sortiment zu ergänzen vergibt Bio Suisse ihr Label auch an Produkte ausserhalb der Schweiz. Was Sie beim Export in die Schweiz beachten müssen, lesen Sie in diesem Newsletter.
 
Ihre Bio Suisse

BIOFACH 2017: 15. bis 18. Februar 

Sie finden uns in Halle 1

Der Bereich Import von Bio Suisse wird an allen Tagen am gemeinsamen Stand von Bio Suisse und ICB AG am Stand 1/427 vertreten sein.

Es bietet sich Gelegenheit für einen Besuch an unserem Stand oder für individuelle Gespräche. Sie können gerne vorab einen Termin mit uns vereinbaren.

An der BIOFACH finden für Exporteure, Kontrollstellen und Schweizer Importeure Schulungen für den Supply Chain Monitor (SCM) statt.

Markt 

Das müssen Sie beim Export beachten 

 

Bio Suisse Produkte werden in der Schweiz zu einem grossen Teil unter der Marke Knospe verkauft. Was die Schweizer Biobauern selber nicht produzieren können, wird importiert und – falls es sich um BIOSUISSE-ORGANIC-Produkte (BSO-Produkte) handelt – ebenfalls mit der Knospe verkauft. Produzenten ausserhalb der Schweiz müssen deshalb wissen, dass ihren BSO-Produkten der Schweizer Markt nur beschränkt zugänglich ist. Falls es für Ihre Produkte in der Schweiz eine Nachfrage gibt, regeln folgende Grundsätze den Zugang:
 

  1. Der Schweizer Markt ist durch Zölle und andere staatliche Importbeschränkungen international überdurchschnittlich geschützt.
  2. Zusätzlich reguliert Bio Suisse, welche BSO-Produkte in der Schweiz unter der Marke Knospe verkauft werden können:
    1. Sortimentserweiterung: BSO-Produkte können in die Schweiz exportiert werden, wenn sie das Schweizer Sortiment erweitern oder Angebotsschwankungen ausgleichen.
    2. Flugverbot: BSO-Produkte dürfen aus ökologischen Gründen nie per Flugfracht transportiert werden.
    3. Keine vollständige Verarbeitung im Ausland: BSO-Produkte dürfen nur als Rohwaren oder einfach verarbeiteten Produkten in die Schweiz exportiert werden; erlaubt ist zum Beispiel Trocknen, Tiefkühlen oder Reinigen. Eine Ausnahme von dieser Einfuhr-Beschränkung sind AOP- und andere Produkte, die nicht in der Schweiz hergestellt werden können.
    4. Image: Bio Suisse lässt keinen Handel mit in der Schweiz imageschädigenden Produkten zu. Dabei sind Fairness sowie die Wahrnehmung der Konsumenten wichtig.
    5. Frischprodukte aus Übersee: Aus Imagegründen sind auch keine Exporte von Frischprodukten aus Ländern ausserhalb Europas (inkl. Mittelmeer-Anrainerstaaten) möglich. Ausnahmen sind Frischprodukte (inkl. Säfte, Pulpe und tiefgekühlte Produkte), die aus klimatischen Gründen nicht in genügender Menge in Europa oder Mittelmeer-Anrainerstaaten angebaut werden können.
    6. Deklaration: Die Marke „Knospe“ darf im Ausland nicht verwendet werden. BSO-Betriebe müssen deshalb auf Werbemitteln, Websites, Gebinden und Dokumenten das Logo oder den Schriftzug BIOSUISSE ORGANIC benutzen. Das BSO-Logo oder der Schriftzug darf jedoch in der Schweiz nicht im Verkauf an den Endkonsumenten verwendet werden.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Rückverfolgbarkeit

BSO-Warenflüsse bald online erfassbar

Bio Suisse baut sowohl die Qualitätssicherung beim internationalen Handel mit BSO-Produkten als auch die Dienstleistung für BSO-Betriebe und -Unternehmen laufend aus. Im März 2017 wird sie dazu den «Bio Suisse Supply Chain Monitor» einführen.

Diese Onlineplattform ersetzt die bisherigen Warenflussbescheinigungen. Einerseits erhalten die Exporteure ausserhalb der Schweiz Zugriff auf die Onlineplattform und können mittels automatisierten Workflows die Warenflussbescheinigungen papierlos ausfüllen sowie direkt an die Schweizer Importeure weiterleiten. Anderseits können alle anderen zuständigen Stellen die Bescheinigungen künftig online prüfen, bestätigen oder archivieren. Es ist kein Stempel durch die Kontrollstelle mehr nötig. Die Kontrollstelle wird die Warenflüsse künftig anhand der Daten aus dem Supply Chain Monitor prüfen.

Ein erstes Mal will Bio Suisse Exporteure, ausländische Kontrollstellen und Schweizer Importeure von BSO-Produkten an der BIOFACH 2017 in Nürnberg D für die Arbeit mit dem Supply Chain Monitor schulen.

Beim Handel mit BSO-Produkten von ausserhalb der EU muss zwar für Bio Suisse ebenfalls die Ware mit dem Supply Chain Monitor erfasst werden, aber bis Ende 2017 muss die EU-Kontrollbescheinigung wie bis anhin noch durch die Kontrollstelle gestempelt werden.

Weitere Informationen folgen. Falls Sie jetzt schon Fragen haben, steht Ihnen Oliver Gaede, Supply Chain Manager Bio Suisse gerne zur Verfügung:
E-Mail: oliver.gaede@bio-suisse.ch
Tel. +41 (0)61 204 66 69

Deklaration 

Achtung! „approved by BIO SUISSE“ ungültig

 

Wir möchten Sie daran erinnern, dass ab dem 1.1.2017 die alte Bezeichnung „approved by BIO SUISSE“ endgültig nicht mehr verwendet werden darf! 

BSO-Betriebe sollen auf Werbemitteln, Websites, Gebinden und Dokumenten nur noch das BSO-Logo oder die Bezeichnung "BIOSUISSE ORGANIC" verwenden.
Bei der korrekten Deklaration hilft Ihnen das Deklarations-Merkblatt...

BIO SUISSE

Urs Brändli, ein Netzwerker als Präsident


Seine kräftigen Hände zeugen von vielen Arbeitsstunden in Feld und Stall, seine funkelnden Augen von einem offenen Geist. Urs Brändli präsidiert seit 2011 Bio Suisse die Dachorganisation der Schweizer Bioproduzenten. «Ich will etwas bewegen», sagt der 53-jährige Landwirt zu seiner Motivation. 

30 Jahre hatte er zuhause selbst die Kühe gemolken und dann den Betrieb seinem Sohn übergeben. «Nun muss ich als Verbandspräsident strategisch denken und die Geschäftsstelle umsetzen lassen.» Das brauche Vertrauen und angesichts der komplexen Herausforderungen manchmal auch Geduld.

Ob Urs Brändlis Offenheit gegenüber Themen und Menschen ihn um die Welt bis nach Neuseeland geführt hat, wo er seine Ehefrau Joanne kennen lernte? Oder ob er offen ist, weil er die Erfahrung anderer Kulturen gemacht hat? «Ich habe mich schon immer gerne mit Menschen jeglicher Couleur unterhalten. Heute kommt das Bio Suisse zugute und stärkt unseren Einfluss in Wirtschaft und Politik.» Das kann die Schweizer Biobranche brauchen, wenn sie ihr Ziel - aus der Schweiz ein Bioland zu machen – erreichen will. Dazu braucht Bio Suisse die Unterstützung der Gesellschaft: «Erneuerbare Energien, Züchtung widerstandsfähiger Sorten und Rassen oder die Weiterentwicklung der Agrartechnik – davon erwarte ich viel», sagt Urs Brändli. Aber am wichtigsten erachtet er immer noch die Konsumenten. «Sie sind der Schlüssel zum Erfolg. Ihnen müssen wir uns noch mehr widmen.»

Nebst all den Zielen für Bio Suisse, hat der Präsident auch persönlich unerfüllte Träume: «Einfach mal für ein paar Wochen aufs Motorrad sitzen und mir unbekannte Länder entdecken, das möchte ich gerne.» Vielleicht würde ihn sein Weg dorthin führen wo viele der BIOSUISSE-ORGANIC-Produkte herkommen, die in die Schweiz exportiert werden. «Wir können uns nur zur Hälfte selbst versorgen und sind auf Importe angewiesen. Werden diese in Bioqualität erzeugt, umso besser für die Umwelt. Ich bin den Produzenten ausserhalb der Schweiz sehr dankbar, dass sie unsere hohen Anforderungen erfüllen.» 

Interview 

Bioackerbau – ein Erfolgsmodell in Zentralitalien


In der zentralitalienischen Region Marken gedeihen mediterrane Ackerkulturen (auch) für den Schweizer Biomarkt. Maurizio Gambini hat als einer der ersten Biolandwirte, als Gründer und Präsident der Genossenschaft Terra Bio den Bioackerbau vorangetrieben.
Mit Erfolg: Heute ist der Anteil biologisch bewirtschafteter Fläche in den Marken überdurchschnittlich hoch, die Produkte von Terra Bio werden in die ganze Welt verkauft und den Biobauern geht es wirtschaftlich gut. 

Herr Gambini, Sie haben Ihren Betrieb schon sehr früh, noch vor dem grossen Bioboom, auf Bio umgestellt. Warum?


Ich habe 1975 begonnen, mit meinem Vater auf dem Betrieb mit zu arbeiten. In dieser Zeit haben wir viel zerstört: Mit Unwissen und schlechten Ratschlägen von Spritzmittelvertretern überdüngten und verseuchten wir unsere Böden. Wir waren davor, unseren Lebensraum kaputt zu machen. Da war für mich klar: Ich musste meine eigene Gesundheit schützen, aber auch die der Menschen, die meine Produkte essen. Vor allem aber wollte ich die Umwelt schützen, die Landschaft, die in unserer Region so besonders schön ist. So habe ich 1992 meinen Betrieb auf Bio umgestellt.
 

War das ein schwieriger Schritt?


Die grösste Herausforderung war nicht, meinen eigenen Betrieb umzustellen, sondern die umliegenden Bauern von meinem Entscheid zu überzeugen.
 

Doch gerade das scheint Ihnen gelungen zu sein…


Zum Glück. Heute haben wir in der Marke einen sehr hohen Anteil an biologisch bewirtschafteter Fläche. Damit ist uns gelungen, unseren schönen Lebensraum intakt zu halten.
 

Sie sind Präsident der Genossenschaft Terra Bio, einem Zusammenschluss von rund 80 Bioproduzenten der Region. Welche Aufgaben übernimmt die Genossenschaft?


Gegründet hatten wir die Genossenschaft 1997 mit dem Ziel, unsere Ernten gemeinsam zu lagern und zu vermarkten. Über die Jahre haben wir viel investiert – in Lagerhallen, aber auch in Reinigungs- und Verarbeitungsanlagen. Damit haben wir heute vom Saatgut bis zum Endprodukt die gesamte Wertschöpfungskette in der Hand. Es war aber nicht einfach, von den traditionellen Landwirtschaftsgenossenschaften und den Händlern los zu kommen. Die Auseinandersetzung war heftig und dauerte zehn Jahre. Aber sie hat sich gelohnt: Heute sind unsere Biobetriebe die am weitesten entwickelten, sie sind am besten organisiert und stehen wirtschaftlich am besten da. Das stimmt mich zufrieden.
 

Terra Bio ist auch Knospe-zertifiziert. Was bedeutet es für Sie, nach den Richtlinien von Bio Suisse zu produzieren?


Seit der Umstellung auf Bio erfülle ich auf meinem Betrieb die Richtlinien von Bio Suisse. Im Vergleich zum europäischen Biostandard bedeutet dies für mich höhere Restriktionen, insbesondere was den Einsatz von Hilfsmitteln anbelangt.
 

Wie gross ist Ihr Betrieb und welche Kulturen bauen Sie an?


Ich bewirtschafte etwa 300 Hektaren Land, wovon ich die Hälfte mit einheimischen Bäumen aufgeforstet habe. Auf den restlichen 150 Hektaren kultiviere ich Getreide, Hülsenfrüchte und Futterpflanzen. Eine wichtige Kultur auf meinem Betrieb sind zum Beispiel die Kichererbsen.
 

Wie unterscheidet sich der biologische Anbau von Kichererbsen vom konventionellen Anbau?


Gerade Kichererbsen sind eine schwierige Kultur im Biolandbau. Wir müssen die Kulturen so führen, dass wir alle potentiellen Probleme im Verlauf des Pflanzenwachstums vorhersehen und ihnen zuvor kommen. Zum Beispiel ist das Blind-Striegeln vor der Saat wichtig, um den Unkrautdruck im Griff zu haben.


Welchen Anteil Ihrer Ernte verkaufen Sie mit dem Zertifikat von Bio Suisse?


Ungefähr die Hälfte, aber das variiert von Jahr zu Jahr. Wir bauen ja auch Futterpflanzen wie Klee oder Luzerne an. Hier ist die Nachfrage für Bio-Knospe-Ware eher klein.


Wo vermarkten Sie den Rest Ihrer Ernte?


Dafür sind nicht wir, sondern ist unsere Genossenschaft zuständig. Als Mitglied sind wir verpflichtet, unsere gesamte Produktion über Terra Bio zu vermarkten. Unsere Genossenschaft hat Handelsbeziehungen mit Abnehmern aus Italien, Europa und Übersee.
 

Was kostet die Kontrolle auf Ihrem Biobetrieb?


Das ist von den Kulturen abhängig. Im Schnitt bezahlen wir zwischen 1500 und 1800 Euro für Kontrolle und Zertifizierung.
 

Wie viel verdient ein landwirtschaftlicher Angestellter pro Stunde?


In unserer Region liegt der durchschnittliche Stundenlohn bei 8 Euro. Ich habe selbst keine Angestellten, sondern beziehe die Arbeitskräfte nach Bedarf von dem Lohnunternehmen, das ich zusammen mit meinen beiden Geschwistern führe. Meine Schwester und mein Bruder bewirtschaften je auch einen Biolandwirtschaftsbetrieb. Den fünf Angestellten im Lohnunternehmen bezahlen wir 10 Euro pro Stunde. Das ist zwar eher viel, aber unter dem Strich sparen wir durch die Organisation im Lohnunternehmen und den überbetrieblichen Maschineneinsatz Kosten.
 

Zum Vergleich: Was kostet in Ihrer Region ein Mittagessen im Restaurant?


Ein einfaches Mittagessen in den Marken kostet etwa 15 bis 16 Euro.


Wie sehen Sie die wirtschaftliche Zukunft für die Bioproduzenten von Terra Bio?


Unsere Biobetriebe haben sich gut entwickelt seit der Umstellung auf Bio. Während die konventionellen Betriebe heute grosse Mühe haben, sich über Wasser zu halten, konnten die Biobetriebe ihren Arbeitsverdienst verbessern. Wenn man beachtet, dass auch die Landschaft und der Umweltschutz profitiert haben, war es also ein doppelt weiser Entscheid, auf Bio umzustellen.
 
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