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Ungleicher Kampf: Guaraní gegen Grosskonzerne
Eine Guaraní-Anführerin am Treffen im August 2016

Liebe Leserin, lieber Leser
Vor einem Jahr haben wir mit unserem Bericht „Der bittersüsse Geschmack von Stevia“ einen Fall von Biopiraterie aufgedeckt. Die Guaraní, auf deren traditionellem Wissen die Stevia-Süssstoffe beruhen, profitieren nicht vom Boom um ihr „süsses Kraut“. Doch noch kann sich das ändern, denn unser Report hat viel bewegt: Mehrere Firmen zeigen sich gesprächsbereit – und die Guaraní mobilisieren sich.

Ein Ende der Biopiraterie
Mehr als hundert Guaraní, Anführerinnen und Vertreter verschiedener Stämme aus Paraguay und Brasilien, trafen sich im August an der heiligen Stätte Jasuka Venda. Sie beschlossen, ihre Rechte als Trägerinnen und Träger des traditionellen Wissens über die Stevia-Pflanze geltend zu machen. Die Guaraní wissen, dass sie die Grosskonzerne nicht mehr daran hindern können, Stevia zu kommerzialisieren. Aber sie fordern eine Entschädigung im Rahmen der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen.
„Wir verurteilen, dass multinationale Firmen unser Wissen und unsere Biodiversität ausnutzen, indem sie Ka’a he’ê (stevia rebaudiana) nutzen, kommerzialisieren und davon profitieren, ohne dass wir, die wahren Eigentümer, die  Paî Tavyterâ und die Kaiowa, konsultiert wurden.“

Die ganze Geschichte lesen

Dialog mit den Unternehmen
Nach der Veröffentlichung des Berichts haben wir mit den Hauptproduzenten von Stevia-Süssstoffen das Gespräch gesucht. Einige Firmen schweigen, andere zögern, aber mehrere Unternehmen zeigen sich bereit, mit den Guaraní über eine Beteiligung am Nutzen von Stevia zu verhandeln. Coca-Cola als grösster Nutzer verweigert hingegen sogar die Anerkennung des Problems. Mit einer Petition fordern wir den US-Getränkeriesen deshalb auf, seine Biopiraterie zu beenden.
Unterschreiben Sie die Petition
Noch gibt es keinen Durchbruch im Kampf der Guaraní um ihre Rechte. Aber wir hoffen, dass eine Gruppe von Unternehmen eine Führungsrolle einnimmt und mit den Guaraní eine zukunftsträchtige Vereinbarung zum Benefit Sharing trifft. Wir bleiben dran – und zählen auf Ihre Unterstützung.
 
Für Public Eye
Rebekka Köppel
Public Eye | Postfach | Dienerstrasse 12 | 8021 Zürich | www.publiceye.ch
 

    

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