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Ich nehm' Dich mit auf meinen veganen Jakobsweg.
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Hallo <<First Name>>,
willkommen zu meinem vierten Jakobsweg-Newsletter.

Die vierte Woche ist vorüber. Und diesmal ist es für mich schwerer als bisher, ein Fazit zu ziehen. Wenn ich lediglich auf den Kilometerzähler schaue, bin ich mehr als zufrieden. Über 310km, also mehr als 44km pro Tag im Schnitt sind eine super Leistung. Ich habe nun schon fast 1.000km hinter mir. Wenn ich das so durchhalte, bin ich schneller am Ziel als geplant.

Auf der anderen Seite standen diese Woche das Gefühlschaos und am allerschlimmsten die Meldung vom Tod Bens, der ein guter Freund war. Diese Meldung hat mich erschüttert und zutiefst bestürzt. Der Weg ist intensiv und er wird immer intensiver.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und beim Schauen der Bilder! Noch mehr Bilder gibt's auf Instagram oder direkt über meine Website.
Tag 22: Die 43km von Pont-à-Mousson nach Toule waren vor allem durch die Sonne bestimmt - sie strahlte den ganzen Tag. Dankenswerterweise verliefen große Teile der Strecke durch den Wald, der durch die Sonnenstrahlen wunderbar aussah. Nach 74.000 Schritten habe ich es dann ins Bett geschafft.
Tag 23: Dieser Tag startete großartig auf wunderschönen Wegen, hatte dann aufgrund eines geschlossenen Supermarktes einiges an Aufregung zu bieten (es war Samstag und ich wusste nicht, dass französische Supermärkte auch Sonntags öffnen) und endete dann nach wiederum 43km und knapp 59.000 Schritten in Domrémy-la-Pocelle sehr entspannt mit meinem Dehnprogramm und frühem zu Bett gehen.
Tag 24: Der Sonntag startete trüb. Nach einem Abstecher im Supermarkt ging es in Richtung des 44km entfernten Contréxeville, wo das bekannte Contrex-Wasser herkommt. Direkt nebenan liegt übrigens Vittel, was auch nicht ganz unbekannt sein dürfte. Abends gab es dann zur Abwechslung auch mal etwas anderes zu essen im Hotel - ein Bier gönnte ich mir auch. Nach 62.000 Schritten muss das auch mal drin sein.
Tag 25: An Tag 25 galt es, 38km nach Bourbonne-les-Bains zurückzulegen. Die 58.000 Schritte, die dafür notwendig waren, zogen sich jedoch teilweise wie Kaugummi, da die Römer ihre Straßen einfach geradeaus in die Landschaft bauten und der Jakobsweg der Römerstraße sehr lange folgt. Eine Mücke raubte mir in der Nacht den Schlaf und so war die Nacht relativ kurz.
Tag 26: Die Nacht war nicht zuletzt deshalb kurz, weil am 26. Tag eine Strecke von rund 50km, die mich nach Langres führen sollte, auf mich wartete. Bei tollem Wetter verging die Zeit wie im Fluge und ich nächtigte zum ersten Mal in einer richtigen Herberge, was ohne die Müllabfuhr nicht möglich gewesen wäre. Als ich nach einem Stadtspaziergang gegen 21:45 Uhr an die Herberge zurückkam, war das Tor derselbigen nämlich verschlossen. Nachdem mir das Herz in die Hose gerutscht war, packte mich der sportliche Ehrgeiz und ich kletterte mit Hilfe der Mülltonnen über die gut 2,5m hohe Mauer. Was man nicht alles nach 73.000 Schritten für ein Bett tut...
Tag 27: Der Mittwoch war ein Höllenritt auf der Gefühlsachterbahn. Mein Kopf wollte von Anfang an keinen der 66.000 Schritte machen. Die Wege nach Grancey-le-château waren matschig und teilweise von umgefallenen Bäumen verbaut und wenn die Sonne rauskam, brannte sie auf meiner Haut wie Feuer. Um es mit Thees Uhlmanns Worten zu sagen: "Das Leben ist wie Feuer, es brennt und es wärmt." An diesem Tag brannte es nur und ich merkte, wie nah Glück und Unglück beieinander liegen. Aber genau für diese Momente bin ich auf dem Jakobsweg. Der Abend wurde mir von deutschen Auswanderern gerettet - als ich viel zu spät an der Unterkunft nach 48km (3 davon aufgrund eines ungewollten Umweges) ankam, erkannte der Hausherr, dass das genau der richtige Moment für ein kühles Bier ist. Und natürlich hatte er vollkommen recht. Der Sternenhimmel mit vielen Sternschnuppen und gute Gespräche entschädigten letztlich die Schmerzen jedes einzelnen Schrittes.
Tag 28: Dieser Tag wird mir wohl sehr lange als der schmerzhafteste des Caminos im Gedächtnis bleiben. Die 50 zurückgelegten Kilometer gerieten zur Nebensache, als ich per Telefon vom Tod eines guten Freundes erfuhr. Ohne Ben wäre vieles in den letzten Monaten wohl anders gelaufen und dafür werde ich ihn ewig in meinem Herzen tragen. Und ich habe einen guten Grund mehr, den Weg zu beenden, denn ich habe seiner Schwester versprochen, eine Kerze am Ziel des Weges für Ben anzuzünden. Ruhe in Frieden!
Die Schritte werden von einem Activity-Tracker gezählt und sind deshalb nur Richtwerte.
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