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Ich nehm' Dich mit auf meinen veganen Jakobsweg.
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Hallo <<First Name>>,
willkommen zu meinem dreizehnten und letzten Jakobsweg-Newsletter.
 

Die letzte Woche ist vorüber, ich bin mittlerweile wieder gut in Köln angekommen und lebe mich gerade wieder ein. Von dem Loch, in das man nach dem Abschließen einer solch großen Aufgabe oftmals fällt, habe ich bisher zum Glück noch nichts gespürt. Ich habe diese Woche meinen Bruder zum Geburtstag überrascht, dadurch meine Familie gesehen und endlich meine Freundin wieder in meine Arme schließen können. Dennoch denke ich in der ein oder anderen ruhigen Minute wehmütig an den Weg zurück: Das Aktivsein in unserer wundervollen Natur. Die Stille im Kopf. Das Sinnieren über das Leben und das eigene Ich. Die vielen interessanten Menschen, die man unterwegs trifft. Die gemeinsamen Stunden und Tage, die sich anfühlen, als kenne man die Weggefährten nicht erst seit kurzem sondern nahezu ewig. Und die Erkenntnis, die der Weg einem immer wieder beschert - egal ob über sich selbst oder das Leben generell. Es war die beste Entscheidung, aus meinem alten Trott auszubrechen und diesen Weg zu gehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht mein letztes Projekt dieser Art war. Bis dahin werde ich sicherlich viele Themen, die mir unterwegs durch den Kopf gegangen sind, auf meinem Blog be- und verarbeiten.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und beim Schauen der Bilder! Noch mehr Bilder gibt's auf Instagram oder direkt über meine Website.

Tag 85: Am Freitag bin ich wieder gemeinsam mit Paula und Fabio gestartet. Relativ schnell wurde klar, dass ich an diesem Tag dann doch etwas weiter gehen werde und erst 5km vor Santiago in einer sehr großen Herberge Stopp machen werde. Zum einen konnte ich so auch mal eine Massenherberge von innen sehen, zum anderen erlaubte mir die geringe Entfernung zum Ziel eine frühzeitige Ankunft an selbigem. In Arzua, ca. 25km vor meinem Tagesziel, mündete der Camino del Norte dann in den Camino Frances, den am meisten frequentierten Jakobsweg. Das spürte man auch - auf den nächsten 25km sah ich so viele Pilger wie sonst in zwei Wochen nicht. Nach 58km endete mein Tag in Monte do Gozo. Leider hatte ich von dort oben nicht den Ausblick auf Santiago, den ich mir erhofft hatte. Dennoch begann an diesem Abend schon das Kribbeln in Bauch - die Vorfreude auf das Ziel.

Tag 86: Am 86. Tag startete ich schon sehr früh morgens, es war noch dunkel. Kurz vor der Kathedrale trank ich noch einen Kaffee und bereitete mich auf den “Zieleinlauf” vor. In der Stadt war noch sehr wenig los und ich erreichte den Vorplatz zur Kathedrale als einer der ersten. Dementsprechend ruhig war es dort auch noch. Ich setzte mich auf den Platz mit Blick auf die Kathedrale und ließ den Weg noch einmal Revue passieren. Was ein genialer Moment, was ein unbeschreibliches Gefühl. Es lief mir mehrmals eiskalt den Rücken runter und trieb mir doch immer wieder die Freudentränen in die Augen - das Ziel, das ich so lange angestrebt habe, hatte ich nun endlich erreicht. Unfassbar. Nach und nach füllte sich der Vorplatz der Kathedrale und nach nicht allzu langer Zeit waren auch Paula und Fabio wieder da - bereit mit mir weiter Richtung Finisterra zu gehen. 22km später stoppten wir in Negreira in einer Herberge und ließen es uns nach dem Duschen und Einkaufen noch ein wenig gut gehen.
Tag 87: Der Sonntag stand im Zeichen des Regens und führte uns von Negreira nach Olveiroa. Uns bedeutete in dem Fall leider nur Fabio und mich, da Paula wegen Knieproblemen auf alternative Verkehrsmittel zurückgreifen musste. Die 34km an diesem Tag führten uns durch viele kleine Dörfer und tolle Waldabschnitte und vergingen dank der guten Gespräche recht zügig. In der Herberge angekommen legten wir erstmal die Füße hoch - aufgrund des eher suboptimalen Wetters haben wir an diesem Abend auch außer Essen nichts mehr gemacht.
Tag 88: Der “final Countdown” für meinen Jakobsweg begann mit dem Aufstehen an diesem Tag zu ticken. Es war klar, dass ich mit der Ankunft in Finisterra am Ziel meiner Reise sein werde. So komisch dieses Gefühl auch war, so freudig blickte ich jedoch auch dem Ende entgegen. Endlich wieder im eigenen Bett schlafen, in der eigenen Küche kochen und und und. Aber erstmal lagen noch 32km vor uns. Der Wetterbericht wurde zum Glück Lügen gestraft und traf nicht ein. Statt des vorhergesagten Regens klarte der Himmel immer mehr auf und bescherte mir einen wunderschönen letzten Tag. Den Sonnenuntergang am Kap Fisterra genoss ich zunächst allein und saugte noch einmal alles in mir auf: der Blick auf das Meer, das Rauschen des Wassers, die unendliche Weite und die darin enthaltene Ruhe. Ich ließ mir noch einmal die Highlights meines Weges durch den Kopf gehen und genoss die letzten Minuten in vollen Zügen. Nachdem die Sonne verschwunden war, feierte ich mit einigen Weggefährten die Ankunft am Ende der Welt. Das war ein wirklich schöner Abschluss meines Jakobsweges an den ich mich sicher noch lange erinnern werde.
Tag 89: Irgendwie erleichtert über die Gewissheit, an diesem Tag mal nicht zu Fuß gehen zu müssen, begab ich mich morgens um kurz nach 8 zur Bushaltestelle, von der mich ein Bus nach Santiago bringen sollte. Nach 89 Tagen zum ersten Mal in einem Verkehrsmittel zu sitzen, welches schneller als 50km/h fährt, fühlte sich ziemlich ungewohnt an. Auch mein Magen fand das erstmal nicht so toll, gewöhnte sich jedoch zum Glück relativ schnell daran. In Santiago hatte ich dann noch einmal die Möglichkeit, mit meinem Weggefährten Burkard etwas essen zu gehen und danach mit Wiebke und Luca noch das ein oder andere Kaltgetränk zu genießen. Um 18:35 Uhr verließ ich Santiago im Zug Richtung Ourense, von wo aus ich über Barcelona und Paris die Heimreise antrat.
Die Schritte werden von einem Activity-Tracker gezählt und sind deshalb nur Richtwerte.
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