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Die elfte Woche ist vorbei und langsam fängt mein Kopf schon wieder an, auf "Normalmodus" zu schalten. Er rattert und denkt und mir schwirren tausende Sachen durch den Kopf. Ich habe schon einige Pläne für danach, aber wird alles so klappen, wie ich es mit vorstelle? Wird es wirklich so gut wie ich denke? Und was passiert eigentlich hier in den letzten zwei Wochen, wenn ich ab Ende nächster Woche auf den Pilgerstrom vor Santiago treffe? Fragen über Fragen und doch habe ich hier bereits jetzt eines sicher gelernt: ich werde wissen, wie all die Dinge sind, wenn sie denn wirklich aktuell werden. Bis dahin kann ich mir entweder Gedanken machen und den Kopf zerbrechen oder ich genieße einfach den Moment und die Freiheit, die ich hier absolut habe. Da fällt mir die Entscheidung nicht schwer...

 

 

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und beim Schauen der Bilder! Noch mehr Bilder gibt's auf Instagram oder direkt über meine Website.
Tag 71: Der Freitag war mit seinen 24km von Santoña nach Güemes ein eher kurzer Tag. Ich genoss diese kurze Etappe mit Jenni und Nora, zwei deutschen Damen, die ich am Tag zuvor in der Herberge kennengelernt hatte. Neben mehreren Kaffeepausen legten wir auch viele Feigenpausen ein - die beiden hielten wirklich an jedem Feigenbaum an, brachten mich jedoch dadurch auch auf den Geschmack. Durch sie entwickelte ich den richtigen Riecher für Feigen und so komisch es vielleicht klingen mag - jetzt rieche ich jeden Feigenbaum, den ich passiere. Wir nächtigten in Güemes in der Kultherberge von Pater Ernesto, wo es zum Abschluss des Tages ein gemeinsames Abendessen mit 29 Pilgern aus elf Ländern gab.
Tag 72: Auch in diesen Tag startete ich mit Jenni und Nora. Der Weg führte uns zunächst an traumhaften Küstenabschnitten vorbei, bis wir schließlich zur Fähre gelangten, die uns nach Santander bringen sollte. Dort gingen wir noch gemeinsam etwas essen. Danach trennten sich unsere Wege dann leider schon wieder. Während die beiden in Santander blieben, zog es mich zunächst zur Post, wo ich erfuhr, dass das Paket, welches meine liebe Freundin geschickt hatte, leider noch nicht angekommen war. Also erstmal keine neuen Schuhe für mich. Danach ging ich noch weiter bis Boo de Piélagos und hatte am Ende des Tages 42.000 Schritte und 29km auf der Uhr.
Tag 73: Der Sonntag führte mich von Boo in die Küstenstadt Comillas. Obwohl ich unterwegs so gut wie keine Pilger traf, war die Herberge bereits um 17 Uhr gut gefüllt und bereits um 18 Uhr "Completo", also ausgebucht. Gut, dass ich schon vorher dort war. Die 41km nach Comillas hatten bis auf den letzten Abschnitt nicht viel zu bieten und verliefen viel über Straßen. Dies konnte jedoch meine Freude über meinen 2.500sten Kilometer nicht trüben. Nach 59.500 Schritten war Comillas erreicht und schon kurz zuvor boten sich traumhafte Ausblicke auf das Meer und die Küstenstadt.
Tag 74: Der Montag begann noch in der Dämmerung, da die Unterkunft kein Frühstück zubereitete. Das ermöglichte es mir jedoch, einen perfekten Sonnenaufgang am Meer zu genießen. Auch die restlichen der insgesamt 42km nach Pendueles führten vor allem an der Küste vorbei, am Ende auch an traumhaften Steilküsten. Am Abend ließ ich mich in der Herberge schön bekochen und lag todmüde um halb 10 im Bett. Der Pilgerrhythmus ist eben doch ein anderer - neben gehen, essen und schlafen gibt es eigentlich nicht viel.
Tag 75: An Tag 75 legte ich den zweiten Marathon in Folge zurück auf den 45km nach Ribadesella. In Llanes genoss ich jedoch erstmal einen Kaffee, nachdem ich meine durchgelaufenen Schuhe Richtung Heimat gesendet hatte. Am frühen Nachmittag traf ich dann Patrick aus Kalifornien wieder, den ich schon in Comillas kurz kennengelernt und mit dem ich in Pendueles beim Essen schon länger gesprochen hatte. Er wird jedoch nicht mehr bis Santiago weitergehen, weil er bereits Antworten auf seine Fragen gefunden hat. Hut ab vor der Entscheidung, so kurz vor dem Ziel zu sagen: "Ich bin dann mal weg". Er lief jedoch noch einen Ort weiter als ich und so verabschiedeten wir uns in Ribadesella voneinander. Der Blick aus dem Fenster der Jugendherberge entschädigte mal wieder für die Strapazen von 67.000 Schritten, denn ich schaute genau auf das Meer. Ein Traum!
Tag 76: Auch an diesem Tag war die Strecke so gut wie leergefegt und ich begegnete vielleicht drei oder vier Pilgern. Hier machen sich dann die langen Distanzen, die ich täglich zurücklege, doch bemerkbar. Nach Villaviciosa waren es jedoch nur knappe 38km, die ich trotz eines sehr späten Aufbruchs (8:30 Uhr) um ziemlich genau 17 Uhr abschließen konnte. So langsam wird es wirklich schwer im Hier und Jetzt zu sein, da das Ende meiner Reise und damit auch die Frage: "Was kommt danach?" immer näher rückt. Das machte sich an diesem Tag besonders bemerkbar. In der Herberge gab es zum Glück eine richtige Küche und so konnte ich mich etwas mit Kochen ablenken - und auch endlich mal meine Tortellini loswerden, die ich schon seit Bilbao mit mir schleppte.
Tag 77: Der Donnerstag begann ziemlich entspannt, war zwischenzeitlich sehr stressig und endete wieder entspannt. Doch nun von vorne: ich startete nach dem Frühstück in Villaviciosa mit der Gewissheit, dass die Strecke nach Gijon mit 30km nicht ganz so weit sein würde und die Sonne versüßte mir die Tour. Unterwegs traf ich Wiebke und Luca wieder, die ich in der Herberge kennengelernt hatte, und schloss mich ihnen an. Nachdem wir uns zum Abendessen verabredet hatten, trennten sich unsere Wege in Gijon und ich bezog mein tolles Hostel. Nach einer schönen Dusche brach ich zum Schuhkauf auf, der nach über zwei Stunden endete - leider nicht mit den Schuhen, die ich mit zuvor ausgesucht hatte. Mal schauen wie ich mit dem Saucony Xodus klar komme - eigentlich war mir die dicke Dämpfung ein Dorn im Auge aber ich habe das kleinste Übel gewählt. Mit meinen Laufsandalen rannte ich danach in den Supermarkt, dann in das Hostel und anschließend zum Restaurant, um auf die Minute genau anzukommen und anschließend mit den beiden und Ansgar, einem weiteren deutschen Pilger, leckere vegane Tapas zu essen. Nach 56.500 Schritten lag ich dann endlich im Bett und schloss die 11. Woche ab.
Die Schritte werden von einem Activity-Tracker gezählt und sind deshalb nur Richtwerte.
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