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Hallo <<First Name>>,
willkommen zu meinem zwölften Jakobsweg-Newsletter.
 

Die 12. Woche ist die letzte Woche, die ich komplett auf dem Camino verbracht habe. Nächste Woche bin ich Donnerstags wohl schon wieder zurück in der Heimat. Ein lachendes und ein weinendes Auge blicken schon jetzt auf eine tolle Zeit - die Woche war emotional und hat mir wieder einmal einige Erkenntnisse gebracht. Für ein abschließendes Fazit ist es aber natürlich noch zu früh. Das kommt erst im nächsten Newsletter. Wenn ihr das hier lest bin ich schon auf dem Weg nach Finisterra - über 3050km liegen dann hinter mir. Die Zahl ist für mich immer noch unrealistisch aber ich bin jetzt schon mächtig stolz.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen und beim Schauen der Bilder! Noch mehr Bilder gibt's auf Instagram oder direkt über meine Website.
Tag 78: Am Freitag ging ich gemeinsam mit Wiebke und Luca von Gijon nach Salinas. Ansgar hatte uns viele unschöne Streckenabschnitte angekündigt und das bewahrheitete sich leider auch so. Große Teile der Strecke verliefen zwischen Autobahn und Industriegebiet. Dadurch wurde uns durchgehend Lärm und wenig Idylle geboten. Aber nur, wenn man die hässlichen Sachen auch sieht, weiß man die schönen zu schätzen. In Salinas ließen wir es uns abends beim Italiener gut gehen, um gestärkt in den Samstag zu starten.
Tag 79: Eigentlich wollte ich nach unserem gemeinsamen Frühstück in der Trucker-Bar allein Richtung Santa Marina losziehen. Die beiden waren jedoch kein Stück langsamer als ich und deshalb blieben wir für die ersten zehn Kilometer noch zusammen. Erst als sich der Weg gabelte und sich zwei Alternativen boten, trennten sich unsere Wege. Schade eigentlich, denn ich habe die beiden sehr ins Herz geschlossen. Danach ging es also wieder alleine weiter und ich genoss das gute Wetter bei Pausen und auf dem Weg durch den Wald. In Santa Marina angekommen, lernte ich Charlotte aus Flensburg und Marina aus der Schweiz kennen, mit denen ich dann auch gemeinsam zu Abend aß.
Tag 80: Von Santa Marina ging es weiter Richtung La Colorada. Da die Herberge im Ort vor La Colorada schlecht bewertet und im Umkreis von zehn Kilometern sonst keine Herberge zu finden war, buchte ich für mein Jubiläum (man wird schließlich nur einmal 80) ein Hotel. Der Weg bis zu diesem war jedoch hart. Sehr hart sogar, denn mein Kopf machte es mir mal wieder schwer. Ich wollte einfach nicht richtig vorankommen, das Wetter war nicht so toll und irgendwie war das einfach nicht mein Tag. Das Hotel war genau die richtige Wahl für diese Gemütslage und die Badewanne war der Hammer. Ich ließ es mir einen Abend einfach mal gut gehen und genoss das Zimmer und den Platz, den ich für mich ganz allein hatte.
Tag 81: Es hatte Klick gemacht. Und das merkte ich an diesem Montag, denn trotz widriger Umstände waren an diesem Tag die 46km nach San Vincente kein Problem. Am Abend zuvor hatte ich ein Video vom Norseman gesehen und Finisher, die in Tränen ausbrachen. In dem Moment beschloss ich, vom Durchhalten-Modus nochmal in den Genießen-Modus zu wechseln. Mein Kopf hatte mir die Tage zuvor immer wieder Streiche gespielt und ich bin immer wieder in alte Muster zurückgefallen. Gut, dass ich es noch gemerkt habe. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. So machte es mir sogar nichts aus, dass die an diesem Tag angepeilte Herberge in Vilela geschlossen hatte und ich noch 2,5km zusätzlich zurücklegen musste.
Tag 82: Der Tag begann mit heftigem Regen und endete mit einer bereits ausgebuchten Herberge. Die 44km dazwischen, die mich von Vilela nach Gontan führten, genoss ich jedoch in vollen Zügen. Endlich stimmte mein Fokus wieder und die Vorfreude, das Ziel endlich zu erreichen, stieg von Tag zu Tag. Bis zum Ende des Tages sah ich so gut wie keine Pilger und so hatte ich viel Zeit, mich mental darauf vorzubereiten, was mich in Santiago erwartet. Obwohl ich niemanden unterwegs sah, war die Herberge bereits voll, als ich ankam. Dankenswerterweise durfte ich dennoch die Küche benutzen und konnte so seit langem mal wieder etwas Leckeres kochen - es gab Nudeln mit Tomatensauce und Kichererbsen. Ich freu mich auf meine Küche zu Hause!
Tag 83: Der 83. Tag führte mich 41km von Gontan nach Baamonde, wo eine der schönsten Herbergen des Nordweges auf mich wartete. Die Etappe war im Vergleich zum Vortag ziemlich flach und ließ sich so eher entspannt meistern. Auch das Wetter zeigte sich nochmal von seiner besten Seite und bescherte mir so einen wundervollen Tag. In der Herberge lernte ich die beiden Bremer Abiturienten Paula und Fabio kennen, die eigentlich eher zufällig auf dem Jakobsweg gelandet sind, aber nun auch nach Santiago gehen. Mit etwas Glück treffe ich sie in Finisterra wieder. Wir spielten abends eine Runde Karten und gingen früh schlafen, da die beiden am nächsten Tag 40km mit mir zurücklegen wollten.
Tag 84: Gesagt, getan. Punkt 7:15 Uhr starteten wir im Dunkeln auf den Weg nach Sobrado dos Monxes. Der Weg führte uns nur sehr wenig über Asphalt und größtenteils durch traumhafte Landschaften immer weiter in Richtung Santiago. Die Zeit vergeht wie im Flug,wenn man Wegbegleiter hat, mit denen man sich versteht - es war toll zu erfahren, wie Menschen, die zehn Jahre jünger sind, die Welt aktuell sehen und welche Ansichten sie haben. Wir erreichten bereits kurz nach 16:30 Uhr das Kloster und die angeschlossene Herberge und kochten im Anschluss gemeinsam ein leckeres Gemüse-Reis-Gericht. Bei einem Kaltgetränk zum Abschluss des Tages spielten wir wieder eine Runde Karten und machten uns anschließend bettfertig. Santiago wartet auf mich!
Die Schritte werden von einem Activity-Tracker gezählt und sind deshalb nur Richtwerte.
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