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DEVOUR! Sozialer Kannibalismus, politische Neudefinierung und Architektur
Ausstellungen und Filmprogramm

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Ausstellungen:
Kuratorin: Marta Jecu
DEVOUR TEIL II: Z/KU (Zentrum für Kunst und Urbanismus, Siemenstr. 27, Berlin, www.zku-berlin.org/), Gespräche & Filmvorführung 25.März 18.30h, Music ab 20.00h: Mietzsche https://www.mixcloud.com/mietzsche-labaraka/ ; Mini-Ausstellung geöffnet am 26. und 27.März 2015
Künstler: Jordi Colomer, Matias Machado, das Architekten-Duo Muresanu, Vladimir US, Patrick Jambon, Andrej Mircev, Srdjan Jovanovic Weiss + Philip Plowright, Failed Architecture, Arno Brandlhuber+ Christopher Roth. Dramaturgie und Moderation: Andrej Mircev.

DEVOUR TEIL III: KunstKraft Werk Leipzig (www.kunstkraftwerk-leipzig.com/en/, Saalfelderstr.8b Leipzig), Eröffnung 30.April 2015, 18.00 h, Ausstellung vom 30.April – 4.Juni 2015. Künstler: Jordi Colomer, das Architekten-Duo Muresanu, Matias Machado, Vladimir US, Vanessa Ramos Velasquez, Andrej Mircev, Pedro Paiva und Joao Maria Gusmao, Edouard Baribeaud, Pedro Valdez Cardoso, AfrikPlay Film Archive, e.studio Luanda, Failed Architecture, Caroline Hobkinson.
Filmprogramm
DEVOUR! Architektur zwischen Dekonstruktion und Rekonstruktion

Kuratorin: Patricia Morosan
TEIL I: Lichtblick Kino (Kastanienallee 77, 10435 Berlin) : 22.März um 18:30, 23.März um 19:00, 24. März um 18.30 Uhr & 26. März um 19:00 Uhr mit Filmen von : Juliane Henrich, Daniel Eisenberg, Uli M Schueppel, Hito Steyerl, Meggie Schneider, Steffen Ramlow,Sabine Schöbel, Ak Kraak Kollektiv
TEIL II: 2 Mai, 18 Uhr + 20 Uhr; und 3. Mai 18 Uhr, Luru Kino in der Spinnerei, Spinnerei Str.7 (PF 513), 04179 Leipzig mit mit Filmen von: Juliane Henrich, Uli M Schueppel, Meggie Schneider, Steffen Ramlow, Clemens von Wedemeyer, Sabine Schöbbel, Ak Kraak Kollektiv, Wiebke Grosch und Franz Metzger
Als Forschungsprojekt, das sich kritisch mit sozial-architektonischen Phänomenen beschäftigt, kombiniert DEVOUR! die Arbeit von Künstlern mit der Arbeit von Architekten, Kollektiven und Kuratoren. Verfolgt wird das Entstehen architektonischer oder urbanistischer Hybrid-Situationen, die ihren Ursprung in Prozessen haben, die sich als kulturelle oder soziale Anthropophagie beschreiben lassen. Das Projekt berührt verschiedene Kontexte, in denen sich hybride Strukturen und Praktiken zeigen – also Hinterlassenschaften sozialer Kannibalisierungsprozesse: Vertilgung, erzwungene Aufnahme kultureller Paradigmen, nicht-assimilierte Konsumption. Die monströsen, aufopferungsvollen, selbstmörderischen aber auch neuerungsträchtigen Folgeerscheinungen dieser Prozesse – ganz speziell im Bereich Architektur und Lebensführung – werden den Diskurs im Rahmen dieses Projekts dominieren. Wesensgemäß zeugt ein Hybrid von der Interaktionen seiner inkongruenten Ursprungsquellen. Er ist das Ergebnis einer fehlgeschlagenen Assimilierung, einer erfolglosen Kreuzung, die dennoch ein neues Gebilde hervorbringt, das große politische Relevanz in sich trägt und einer Neukonfigurierung Vortrieb leistet.

Die Ausstellung im Freien Museum beschäftigt sich damit, wie die frühen Vertreter der brasilianischen Moderne den Begriff der Anthropophagie besetzten und welches emanzipatorische Potenzial sich daraus ergab. Dieses Potential wurde im Rahmen des postkolonialen, regenerativen Denkens aufgegriffen, es verlieh aber auch einer utopischen Architektur Form, die eine neue soziale Identität hervorbringen sollte. Die Künstler beleuchten historische und aktuelle Fälle, in denen sich mutierte und verzerrte Strukturen (Gebäude, Formen, Lebensumstände und Fantasieumgebungen) als Spätfolgen einer fortwirkenden und häufig auch missbrauchenden eurozentrischen Raumnahme und -gestaltung herausstellen. Historisches (und archiviertes) Material wird mit zeitgenössischer Kunstarbeit gemischt.

Eine weitere
Veranstaltungsreihe im Zentrum für Kunst und Urbanismus Berlin (Z/KU) wird den Fokus dann auf jüngere paradigmatische Phänomene von globaler Tragweite richten, die entlang der ehemaligen Ost-West-Achse zu finden sind. Mittels visueller Präsentation der Arbeiten von Forschern, Wissenschaftlern und Architekten wird explizit die unzureichende politische Assimilierung von Folgeerscheinungen untersucht, die der Eiserne Vorhang in Osteuropa und den Balkanländern hinterlassen hat. Lokale Experten werden konkrete Fallstudien untersuchen, die zeigen, inwieweit jüngere kannibalistische Akte einem ökonomischen Diktat folgen. Sie analysieren, inwieweit die Unverhältnismäßigkeiten und die Verlogenheit des politischen Diskurses nach dem Fall des Kommunismus wieder jene Mutationen verstärkten, die die kommunistischen Diktaturen hinterlassen hatten – abgestimmt auf die globalen makroökonomischen toxischen Strukturen. Ungeachtet dessen können diese Mutationen, auf Mikroebene, auch regenerative Kräfte tragen, welche Denkmuster ändern und sich neuen historischen Paradigmen verschreiben.


Die Ausstellung im KunstKraftWerk Leipzig soll dazu dienen, die Ergebnisse der beiden vorhergehenden Projekte kritisch zu reflektieren, vertiefen und neu zu kontextualisieren.

In der Filmreihe DEVOUR! werden Aspekte architektonischer Desintegration und urbaner Zerstörungen thematisiert. Architektur als Macht- und Herrschaftssymbol wird in Verbindung mit gescheiterten Utopien in der Stadtplanung präsentiert. Die Reihe DEVOUR! – Architektur zwischen Dekonstruktion und Rekonstruktion“ konzentriert sich sowohl auf Dokumentarfilme, die in den 90-er Jahren entstanden sind und die städtischen Veränderungen nach der Wende verfolgen, als auch auf zeitgenossische Kunstvideos die sich mit den Konsequenzen von veränderten Identitätsmodellen in mutierten städtischen Planungsmodellen beschäftigen.
Dieses Projekt ist unterstützt von: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Niederlandische Botschaft, Bristish Council, Accion Cultural Española, Fundação Calouste Gulbenkian,Rumänisches Kulturinstitut Berlin, Cicant, Serendipity Films, Mission Statement, Z/KU Berlin, Savvy Contemporary, Lichtblick Kino und KKW Leipzig.
DEVOUR! Social Cannibalism, political redefinition and architecture,
exhibitions and film program
 
Exhibitions
Curator: Marta Jecu

DEVOUR PART II : ZKU (Zentrum für Kunst und Urbanismus, Berlin, www.zku-berlin.org/), talks & screenings 25th March 6.30pm, Music from 8pm: Mietzsche https://www.mixcloud.com/mietzsche-labaraka/ ; mini exhibition on view 26th and 27th March.
Artists: Jordi Colomer, Architects duo Muresanu, Vladimir US, Andrej Mircev, Srdjan Jovanovic Weiss + Philip Plowright, Failed Architecture, Mathias Machado, Patrick Jambon, Arno Brandlhuber+ Christopher Roth. Dramaturgy and Moderation: Andrej Mircev
DEVOUR PART IIII: KunstKraftWerk Leipzig (www.kunstkraftwerk-leipzig.com/en/), opening 30thApril 2015, 6pm, exhibition: 30th April 4th June 2015. Artists: Jordi Colomer, Architects duo Muresanu, Matias Machado, Vladimir US, Vanessa Ramos Velasquez, Andrej Mircev, Pedro Paiva and Joao Maria Gusmao, Edouard Baribeaud, Pedro Valdez Cardoso, AfrikPlay Film Archive, e.studio Luanda, Failed Architecture, Caroline Hobkinson.
Film Program
 DEVOUR! Architecture between Deconstruction and Reconstruction 
Curator: Patricia Morosan
PART I: Lichtblick Kino (Kastanienallee 77, 10435 Berlin): 22 March, 6:30 pm (Daniel Eisenberg, Juliane Henrich); 23rd March- 7 pm (Steffen Ramlow, Sabine Schöbel, Juliane Henrich, Meggie Schneider); 24th March, 7:30 pm (Uli M Schueppel, Hito Steyerl); 26thMarch, 7 pm (Ak-Kraak collective videoselection froml Tiefsehmagazine 1990 – 2005)
PART II: Luru Kino in der Spinnerei (Spinnerei Str.7 (PF 513), 04179 Leipzig): 2th May, 6 pm+ 8 pm; and May 3rd, 6 pm (Juliane Henrich, Clemens von Wedemeyer, Wiebke Grosch und Frank Metzger, Meggie Schneider, Steffen Ramlow, Sabine Schobel, Uli M Schueppel, AK Kraak Kollektiv)
Being a research project, based on preoccupations with social-architectural phenomena, DEVOUR! blends the work of artists with architects, collectives and curators to follow the emergence of architectural or urbanistic hybrid situations, in the wake of processes of what could be called cultural and social anthropophagy. The project touches on various contexts in which hybrid structures and practices are a legacy of processes of social cannibalism: devoration, imposed absorbtion of cultural paradigma, unassimilated consumption. Their monstrous, sacrificial, suicidal, but also innovatory outcomes in architecture and living practices, permeate this project. A hybrid is exposing by its very nature the interaction of its incongruous sources. It is the outcome of a missed assimilation, an unsuccessful crossbreeding that nevertheless powered a new entity, which carries a strong political relevance and fuels a new configuration.

The exhibition at Freies Museum circles around the Brazilian early modernist notion of anthropophagy and its emancipatory potential, which accompanied the emergence of postcolonial regenerative thinking and triggered a material shape to an utopic architecture that was to create a new social identity. The artists delve into historic and present cases in which mutated and distorted structures (buildings, forms, living situations and imaginary environments) are revealed to be late consequence of lingering and often abusive Eurocentric spatialisation. Historic and archival material will be blended with contemporary artistic work.

UPCOMING DATES:

A series of events at Zentrum für Kunst und Urbanismus (Z/KU Berlin) will shift the focus on recent paradigmatic global phenomena on the former East-West axis. The deficient political assimilation of the consequences that the Iron Curtain left behind in Eastern Europe and the Balkans are under scrutiny in visual presentations of researches', scholars' and architects' work. Local experts explore concrete case studies in which economic factors dictate recent cannibalistic acts. They follow how the disproportions and hypocrisia of political discourse after the Fall of communism have once again excacerbated the mutations that communist dictatorships have left – tuned into global macro-economic toxic structures. Nevertheless these mutations can also carry in micro a regenerative power that shifts thinking patterns and converts to new historical paradigms.
 

The exhibition in KunstKraftWerk Leipzig is meant to critically reflect, deepen and reframe the results of these two projects, introducing new artists.
 

The filmprogram DEVOUR! shows aspects of architectural desintegration and urban destruction. Architecture as a symbol of power and authority is associated with failed utopias in urban planning.

The series "Devour! - Architecture between destruction and reconstruction" focuses both on documentaries that have emerged in the 90's after the Fall of the Berlin Wall, and on contemporary art videos, which deal with the consequences of changing identity models in mutated urban planning.
 

This project is kindly supported by: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Niederlandische Botschaft, Bristish Council, Accion Cultural Española, Fundação Calouste Gulbenkian,Rumänisches Kulturinstitut Berlin, Cicant, Serendipity Films, Mission Statement, Z/KU Berlin, Savvy Contemporary, Lichtblick Kino und KKW Leipzig.

COVER IMAGE: © Jordi Colomer, „Anarchitekton Bucharest“, Videostill, 2004

 



Our mailing address is:
zarzarii@yahoo.com

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