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Newsletter film-tv-video.de, 22.02.2018

Wo die Rekorde purzeln — oder auch nicht

Sportliche Großereignisse gelten unter Broadcastern als Quotengaranten. Die Berichterstattung und Übertragung von Olympia und großen Fußballwettbewerben konnten hierzulande immer neue Zuschauerrekorde verbuchen. So war das zumindest bisher.

Über die Jahre hat sich allerdings vieles verändert: Wo Radio und TV in der Live-Berichterstattung früher allein auf weiter Flur agieren konnten, gibt es nun neue Verbreitungswege, über die man als Zuschauer seinen jeweiligen Lieblingssport live oder zumindest zeitnah mitverfolgen kann: Per App auf dem Smartphone oder Tablet, per Streaming am Rechner oder auf dem Smart-TV.

Die technischen Hürden dafür sind zwar noch nicht ganz verschwunden, aber auf jeden Fall erheblich niedriger: Heutzutage kann man seinen Lieblingssport tatsächlich auf nahezu allen Plattformen verfolgen. Aktuell bei Olympia geht das auf unterschiedlichen Free- und Pay-Kanälen. Aber tun die Zuschauer das auch? Was wird tatsächlich in welchem Umfang genutzt?

Eurosport etwa erreichte mit seiner Free-TV-Berichterstattung von den Winterspielen bislang Quoten, mit denen die Sendergruppe in Wahrheit wohl kaum zufrieden sein dürfte — auch wenn die hauseigene Propaganda-Abteilung etwas anderes sagt: zwischen 200.000 und 300.000 Zuschauern sahen die erfolgreicheren Sendungen. Auch die Abendsendung »Zwanzig18« erreicht lediglich um die 200.000 Zuschauer — obwohl sie von Eurosport vergleichsweise aufwändig produziert wird. Mag sein, dass das im Vergleich zu den sonstigen Zuschauerzahlen von Eurosport ganz beachtlich ist, aber richtig abgehoben hat das Format damit zumindest bisher noch nicht.

Zum Vergleich: ARD und ZDF erreichten beim Skispringen der Männer in der Spitze rund 6,5 Millionen und beim Biathlon der Männer in verschiedenen Wettbewerben ebenfalls über sechs Millionen Zuschauer. Arnd Peiffers überraschenden Olympiasieg sahen sogar rund 7,5 Millionen Zuschauer.

Woran liegt dieser eklatante Unterschied? Schalten die Zuschauer einfach aus Gewohnheit bei ARD und ZDF ein? Oder bevorzugt das TV-Publikum bewusst den Stil von ARD und ZDF gegenüber der Berichterstattung bei Eurosport?

Ein Blick in eine Discovery-Pressemeldung zu Olympia bei Eurosport zeigt den Interpretationsspielraum: Hier liest sich die Eurosport-Olympia-Berichterstattung wie eine einzige Erfolgsgeschichte. Von schlechten Quoten ist dort — so erwartbar, wie verständlich — keine Rede. Discovery betont im Gegenteil den Erfolg seiner Berichterstattung und weist auch auf den langfristigen Ansatz des »Unternehmens Olympia« hin, der vor allem darauf abziele, jüngere Zuschauer zu erreichen. Das soll etwa auch über Facebook oder Snapchat gelingen.

Ganz sicher gibt die TV-Quote heutzutage nur noch einen Teil der Medienrezeption wieder — das Gesamtpaket könnte also tatsächlich ganz anders aussehen, als es die TV-Quoten nahelegen: Aber man weiß es eben nicht, denn es gibt keinen allgemein anerkannten, verlässlichen Index dafür.

So können sich ARD und ZDF derweil über ihre messbaren TV-Quotenerfolge freuen und auf das wachsende Interesse an der Mediathek hinweisen. Aber es gibt auch für die öffentlich-rechtlichen Sender einen bitteren Beigeschmack: Wenn die Konkurrenz einfach mehr für die Rechte bezahlt, bleiben sie außen vor oder rutschen zumindest in die zweite Reihe. Für die zuständigen Funktionäre der veranstaltenden Verbände zählt nämlich ganz offenbar nur die klingende Münze: So lange die Kasse stimmt, ist es den Rechteinhabern allem Anschein nach gleichgültig, ob die Zuschauerränge in den Arenen leer und die Zugriffszahlen klein bleiben.

Vieles ist in Bewegung, sicher scheint derzeit nur eines zu sein: mehr Programm und mehr Angebot bedeuten eben nicht automatisch auch mehr Zuschauer.
 
Sie werden sehen.

Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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