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Newsletter film-tv-video.de, 24.04.2017

Rolle rückwärts
 
Jahrelang hat uns ein großer Teil der Branche erzählt, dass wir immer mehr Auflösung brauchen: Von SD ging es zu HD und zu UHD, von 2K zu 4K und zu 8K — und immer so fort.
 
Und nun: Plötzlich soll die immer höhere Auflösung nur eine von vielen Optionen sein?
 
Ja, es gibt durchaus schon lange Stimmen, die neben den immer mehr Pixeln auch höhere Bildraten (HFR) einen größeren Farbraum (WCG) und erweiterten Dynamikumfang (HDR) forderten. Statt immer nur mehr, auch immer »bessere« Pixel, wie es einige davon ganz griffig formulierten.
 
Getrieben von der Display-Industrie bewegte sich aber dennoch nahezu die gesamte Industrie bisher in der gleichen Marschrichtung: Erstmal durchgängig UHD/4K, dann kommen die anderen Aspekte, so lautete die Devise. Und überhaupt sollen erst mal Dolby, Technicolor, Samsung und die Standardisierungsgremien untereinander ausfechten, wie WCG und HDR zum Endkunden kommen.
 
Und nun kommt die Rolle rückwarts: HDR-HD ist ein größeres Thema bei der diesjährigen NABShow, als die meisten das erwartet hätten. Man kombiniert also —anders als bisher — nicht mehr nur UHD/4K mit HDR und WCG, sondern auch HD.
 
Und für viele Anwender ergibt es durchaus Sinn, Datenraten und Workflows in HD, die man beherrscht, mit HDR und WCG zu kombinieren. Dieser Schritt erfordert geringere Investitionen, aber er wirkt sich beim Endkunden deutlich sichtbar aus.
 
So profitieren von UHD letztlich nur diejenigen Endkunden wirklich, die ein sehr großes Display aus relativ geringem Abstand betrachten. Die klassische Wohnzimmersituation und der klassische TV-Konsum insgesamt, sind aber laut Marktforschung eher auf dem absteigenden Ast. Der Bewegtbildkonsum auf mobilen Geräten hingegen nimmt weiter zu. Da ist es natürlich ein echter, greifbarer Vorteil, dass HDR-Bilder auch auf dem Handy sichtbar besser aussehen können, während man zwischen HD und UHD auf kleinen Displays eben keinen Unterschied erkennt.
 
Mit vertretbarem Aufwand eine große Wirkung auf einer Vielzahl von Endgeräten zu erzielen — das klingt in den Ohren vieler TV-Anbieter ganz sicher interessanter, als: Schmeiß einen Großteil des vorhandenen Equipments und der Infrastruktur raus, lebe mit momentan geringerer Empfindlichkeit bei 4K-Live-Kameras, mit sehr viel höheren Datenraten und etlichen anderen Einschränkungen, wie etwa nur noch einem Viertel der Live-Quellen am Mischer — und erreiche damit eine Bildverbesserung, die man aber leider nur bei ziemlich großen Displays sieht.
 
Wieso kam das nicht früher? Schließlich liegen die ersten realen Ansätze in dieser Richtung schon ein paar Jahre zurück: mit der Möglichkeit einiger Kameras, statt in Rec.701 im Log-Mode aufzunehmen, war eigentlich der Boden bereitet, aber über etliche Jahre hinweg endete der erweiterte Dynamikumfang in der Postproduction. Dort schuf er größeren Spielraum, schlug aber nur indirekt bis zum Endkunden durch.
 
Nun soll es also wahr werden, dass der viel größere Dynamikumfang, den viele moderne Kameras schon lange bieten, auch auf den Displays der Endkunden zu sehen sein wird, von denen viele ihn ebenfalls schon längst darstellen könnten.
 
Aber dafür war offenbar die Rolle rückwärts nötig — und ehrlich gesagt ist ja auch noch gar nicht sicher, wie das im einzelnen auf dem letzten Stück der Strecke umgesetzt wird: auf dem Weg vom Sender zum Endgerät. Hier tobt nämlich noch besagter Kampf darüber, wie denn sichergestellt werden kann, dass der einzelne Zuschauer immer das jeweils beste mit seinem Gerät darstellbare Bild zu sehen bekommt.
 
Aber ein Anfang ist gemacht: Niemand beginnt schließlich seine Turnausbildung mit dem dreifachen Salto mit Schraube, sondern mit vergleichsweise einfachen Übungen wie etwa der Rolle rückwärts.
 
Sie werden sehen.
 
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller
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