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Newsletter film-tv-video.de, 19.05.2017

Die Leinwand sollte größer sein als der Stuhl, auf dem man sitzt
 
Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar ist derzeit Jurypräsident des Filmfestivals in Cannes. Bei einer Pressekonferenz betonte er, dass es wichtig für ihn sei, dass man Filme im Kino sehen könne, auf einer großen Leinwand, vor der man sich klein und demütig fühle. Das spitzte er dann zu einem Statement zu, das diesem Text als Titel dient.
 
Hintergrund ist ein Konflikt darüber, dass auf dem Festival zwei von Netflix mitproduzierte Filme laufen, die der Streaming-Anbieter aber gar nicht in französischen Kinos zeigen wird. Das geschieht, um eine gesetzliche Regelung zu umgehen, die das Kino in Frankreich schützen soll: Filme dürfen dort erst mehrere Jahre nach dem Kinostart per Streaming angeboten werden.
 
Den Preis eines Filmfestivals an einen Film zu verleihen, der gar nicht im Kino läuft, das will Almodóvar nicht mitmachen. Er schließt damit letztlich die von Netflix mitproduzierten Filme vom Gewinn eines Filmpreises in Cannes aus: keine goldene Palme für Netflix also. Konkret betroffen sind die Filme »Okja« von Bong Joon-ho und »The Meyerowitz Stories« von Noah Baumbach, die in diesem Jahr in Cannes laufen.
 
Dass Almodóvar sich auch mal über gängige Konventionen hinwegsetzt, überrascht die Kenner seines Werks ganz sicher nicht. Der spanische Regisseur hat sich immer was getraut und ein Leben lang Filme gemacht, die sehr oft nicht der gängigen Norm entsprachen. Für »Alles über meine Mutter« erhielt er aber dennoch höchste Weihen und wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.
 
Mit seinem Angriff auf Netflix setzt sich Almodóvar an die Spitze der Netflix-Kritiker. Er ist aber keineswegs allein mit seiner Haltung: Ab kommendem Jahr werden im Wettbewerb in Cannes keine Filme mehr berücksichtigt, für die es keine Filmverleihvereinbarung für Frankreich gibt.
 
Ist das richtig? Nach Widerspruch muss Pedro Almodóvar nicht lange suchen, schon sein Jury-Kollege, der Schauspieler Will Smith, sieht das alles ganz anders. Er betrachtet Netflix als Ergänzung, nicht als Ersatz fürs Kino. Er glaubt nach seinen eigenen Worten nicht daran, dass das Kino unter Streaming-Diensten leide.
 
Vielleicht liegt die wahre Quelle des nun aufgebrochenen Konflikts ohnehin an ganz anderer Stelle, ist vielleicht vielmehr ein Generationen-Konflikt, der sich teilweise auch aus einer verklärenden Sicht dessen nährt, was man jeweils unter »Kino« versteht.
 
So haben etwa Streaming-Dienste bislang bei ihren Produktionen in sehr vielen Fällen deutlich mehr Mut und Experimentierfreude gezeigt, als die Fernseh-, aber auch als weite Teile der Filmindustrie. Während Hollywood fast nur noch Sequels und endlos aufgewärmte Franchise-Produktionen zuwege bringt, laufen bei den Streaming-Diensten auch Serien und Filme, die neue Wege beschreiten und auch mal etwas wagen.
 
Wenn es statt eines Superhelden-Epos nach dem anderen, auch noch andere Stoffe schaffen, verfilmt zu werden, kann man das auch positiv finden.
 
Sie werden sehen.
 
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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