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Newsletter film-tv-video.de, 27.10.2017

Menschen, Medien, Maschinen
 
Im ersten Stock: Massen von Männern in modischen, knapp geschnittenen, dunkelblauen Anzügen, dazwischen Business-Frauen in hochhackigem Schuhwerk und mit teuren Handtaschen. Im Erdgeschoss das gleiche Bild, aber ergänzt um extrem gechillte, junge Medienmacher aller Geschlechter mit großflächigen Tattoos, massig Piercings und innovativen Frisuren. Das Ganze im Kongresszentrum der Messe München: So stellte sich bei den Medientagen München der Blick aufs Publikum dar.

Die Medientage München sehen sich selbst als Plattform für den »medienübergreifenden Dialog«, für Networking und Businesskontakte – und das stimmt in sehr vielen Aspekten auch. Vorträge und Panels gibt es bei den Medientagen ebenfalls in reicher Zahl, um sich dort über aktuelle Trends und Tendenzen zu informieren und mit wichtigen Medienmachern ins Gespräch zu kommen oder ihnen zumindest zuzuhören.

Im Fokus standen dieses Mal Digitalisierung, künstliche Intelligenz, das Dauerthema Regulierung, aber auch Fake News und – natürlich mal wieder – neue Erlösmodelle für die Branche. Niemand schafft es, alle Vorträge zu hören und deshalb fällt es schwer, ein gut begründetes, fundiertes Resümee zu ziehen. Was man aber aus eigener Erfahrung der Redaktion und aus Gesprächen mit anderen Kongressteilnehmern destillieren kann: Es gibt durchaus Highlights in den Vorträgen und Podiumsdiskussionen, aber die meisten kochen dort eben auch nur mit Wasser.

Einig waren sich viele der Vortragenden darin, dass in der neuen Medienwelt Aspekte wie Automatisierung, Algorithmen und Datenauswertung eine wichtigere Rolle denn je spielten. Das berge aber auch Gefahren: »Wir ertrinken in Daten, aber der zentrale Schlüssel zum Erfolg von datenbasiertem Marketing liegt darin, aus den vorhandenen Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen«, sagt etwa der Medienwissenschaftler Meitz.

Auch sei das Publikum wichtiger denn je geworden – nicht zuletzt deshalb, weil es über die sozialen Medien nun selbst Kommunikator sei. Journalisten hätten ihre Rolle als »Gatekeeper« verloren. Der Newsroom der Zukunft sei ein Ort, an dem auf der Basis journalistischer Grundsätze mit der »Community« neue Werkzeuge, aber auch neue Formen der Aufbereitung entwickelt würden, folgerten die Teilnehmer eines der Panels. Inmitten dieser Gemengelage müssten alle Beteiligten ihre Rollen neu definieren – und dabei glaubwürdig bleiben.

Interessanter Randaspekt: Auch Vertreter von Google und Facebook waren zu den großen Panels geladen – und mussten dabei einiges an mitunter heftiger Kritik einstecken. Burda-Mann Philipp Welte etwa betonte, dass Google und Facebook dank journalistischer Angebote, für die sie nichts bezahlen müssten, Geld verdienten, und zwar nicht wenig: Er rechnete vor, dass allein Google in Deutschland jährlich auf einen Nettoumsatz von vier Milliarden Euro komme.

Auch Anke Schäferkordt, die Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, kritisierte, dass die US-Konzerne Alphabet (Google, Youtube) und Facebook aufgrund ungleicher regulatorischer Bedingungen das Werbegeschäft mittlerweile dominierten. Die Politik verstehe offenbar nicht, welche Wirtschaftskraft hinter dieser Branche stecke, und versäume es, etwa eine schnelle Entscheidung bezüglich Plattformregulierung zu fällen.

Technisch konkret wurde es bei den Medientagen in puncto einiger neuer Technologien, bei denen die Medientage den Schwerpunkt Augmented und Virtual Reality setzten. Zahlreiche Speaker beleuchteten das Thema und zeigten Chancen und Möglichkeiten auf. Man attestierte AR und VR großes Potenzial, aber die meisten Vortragenden waren sich auch einig darin, dass man erst am Anfang einer Entwicklung stehe.

Die Medientage sind vorbei und man könnte wie einst Marcel Reich-Ranicki ein Brecht-Zitat als Fazit verwenden: Vorhang zu und alle Fragen offen. Aber vielleicht haben die Gespräche, die während der Medientage stattfanden, mittelfristig auch konkrete Auswirkungen.
 
Sie werden sehen.
 
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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