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Newsletter Nr. 11 der Wirtschaftsförderung des Kantons Basel-Landschaft

Juni 2015

Kaderschmiede Wirtschaft
Marc-André Giger

„E Lehr bringt mehr!“ - Kaderschmiede Wirtschaft

Juni – Zeit der Lehrabschlüsse. Zeit der Prüfungen. Und in den Sommermonaten danach: Zeit um auf das Erreichte zurückzublicken oder Pläne für die Zukunft zu schmieden. So geht es Jahr für Jahr den hunderten jungen Menschen, die im Baselbiet eine Lehre abschliessen. Und stolz darauf sind.
Zu Recht: Bei seinem Schweiz-Besuch im April hat sich sogar der französische Präsident Francoise Holland ein Bild vom Wert der Schweizer Berufslehre gemacht. Frankreich könne von der Schweiz vieles lernen, was das duale System der Berufsbildung angehe, sagte Holland nach seinem Besuch. Auch andere Länder – beispielsweise die Vereinigten Staaten – informieren sich über das Thema Berufslehre in der Schweiz. Die duale Berufsbildung, bei der schulische und betriebliche Ausbildung Hand in Hand gehen, ist in dieser Form einzigartig und gilt als Erfolgsmodell. Deshalb widmen wir diesen Newsletter der dualen Berufsbildung und ihrem Wert für die Wirtschaft.  Die Wirtschaft bildet aus und ist eine eigentliche Kaderschmiede. Die «Durchlässigkeit» des dualen Bildungssystems ist phänomenal. Junge Leute machen heute eine Berufslehre, absolvieren die Berufsmaturität und studieren anschliessend noch.
Mich fasziniert das. Es wird gemutmasst, dass der volkswirtschaftliche Erfolg des Landes mit seiner vergleichsweise tiefen Jugendarbeitslosigkeit grösstenteils auf das Lehrsystem zurückzuführen sei; lesen Sie dazu auch das Interview mit Tony Hürbin, Leiter Jugendarbeitslosigkeit im KIGA. Hinzu kommt, dass wir auch bei den Beratungen und bei der Unterstützung von Jugendlichen absolut Spitze sind; dies zeigt einerseits unser Portrait über die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BIZ) oder auch unsere Vorschau auf die im Oktober unter dem Patronat der Wirtschaftskammer stattfindende Berufsschau („E Lehr bringt mehr!“) - ein wesentlicher Beitrag zur Nachwuchssicherung des Werkplatz Baselland.
 

Marc-André Giger, Delegierter des Regierungsrates

Weiterbildung

FACHHOCHSCHULSTUDIENGÄNGE IN UNTERNEHMENSFÜHRUNG KMU

Wie erstelle ich einen Businessplan? Wie finanziere ich meine Firma? Was braucht es alles für eine AG? Die Wirtschaftskammer Baselland, die Fachhochschule Nordwestschweiz und die Basellandschaftliche Kantonalbank organisieren den gemeinsamen Fachhochschulstudiengang CAS (Certificate of Advanced Studies) in «Unternehmensführung KMU». Das nebenberufliche Studium vermittelt (angehenden) Unternehmerinnen und Unternehmern die Methoden und Instrumente rund um die Unternehmensführung in KMU – ergänzt mit praktischen Hinweisen und Tipps. Ausgewiesene Experten und Fachhochschul-Dozenten sorgen in diesem Studiengang für eine hochwertige Vermittlung von unternehmerischem Wissen und für eine professionelle Begleitung in den individuellen Projekten. Zwei Studiengänge wurden bisher erfolgreich abgeschlossen. Der aktuelle Teilzeitstudiengang läuft seit Mitte April und dauert noch bis Ende Juni.
https://www.kmu.org/aktuelles-medien/veranstaltungen/cas-studieng%C3%A4nge

Beratungsgespräch in der Infothek

Bildung

BERUFS-, STUDIEN- ODER LAUFBAHNBERATUNG FÜR JUGENDLICHE

Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Baselland berät und informiert Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene in allen Fragen der Berufs- und Studienwahl sowie der Laufbahnplanung. In den Infotheken der BerufsinformationsZentren (BiZ) in Bottmingen und Liestal stehen Fachpersonen für Auskünfte und Kurzgespräche zur Verfügung. Eine Berufs-, Studien- oder Laufbahnberatung eignet sich besonders bei komplexen, unklaren oder offenen Fragestellungen. Diese können sie in einem oder mehreren Beratungsgesprächen mit Fachpersonen der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung gemeinsam klären.

Im Telefongespräch bekommen die Jugendlichen direkte Auskünfte auf konkrete Fragen. Die Beraterin oder der Berater gibt Antworten auf einfache Fragen, hilft beim Ordnen der Gedanken oder beim Abschätzen der Möglichkeiten. Eine persönliche Berufs-, Studien- oder Laufbahnberatung ist für im Kanton Baselland wohnhafte Personen kostenlos.
http://www.baselland.ch/Berufsberatung-BiZ.315553.0.html

Flyer Berufsschau

Bildung

BERUFSSCHAU VOM 21. OKTOBER BIS 25. OKTOBER 2015 IN PRATTELN

Auch dieses Jahr findet im Baselbiet wieder eine Berufsschau statt. Und dies schon zum zehnten Mal. Der Kanton Basel-Landschaft engagiert sich aktiv in enger Partnerschaft mit der regionalen Wirtschaft als Partner an der Berufsschau.
Die Suche nach einer passenden Lehrstelle wird für junge Leute nicht zuletzt wegen der immer höheren Anforderungen zunehmend schwieriger. Dazu kommt, dass den Lehrstellensuchenden oftmals noch gar nicht ganz klar ist, was es alles für Berufe gibt.
Ziel der Berufsschau ist es, dass die Ausstellenden den Jugendlichen Berufe fühlbar und erlebbar machen, indem typische Tätigkeiten aus der Praxis demonstriert werden. Die Jugendlichen sollen möglichst genau wissen, was im gewählten Lehrberuf auf sie zu kommt, welche Anforderungen an Sie gestellt werden und welche Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen.
Mehr Informationen zum Anlass finden Sie unter: http://www.berufsschau.org/
 

Tony Hürbin

Arbeitsvermittlung

„Ich bin die Drehscheibe in allen Arbeitsvermittlungsfragen für Firmen und Jugendliche“

Tony Hürbin ist Koordinator Jugendarbeitslosigkeit beim Kantonalen Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit. Er ist gelernter Maschinenmechaniker und hat sich kaufmännisch und im Personalwesen weitergebildet. In seiner Freizeit sitzt Hürbin aufs Bike, spielt Tennis, wandert und interessiert sich auch für Kultur und Literatur.
 
Tony Hürbin, zuerst einmal, was macht der Koordinator Jugendarbeitslosigkeit beim Kantonalen Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit genau?
Tony Hürbin: „Als Koordinator Jugendarbeitslosigkeit bin ich für die Vermittlung junger Menschen auf der Suche nach einer ersten oder neuen beruflichen Herausforderung zuständig. Zu meinen Kandidatinnen und Kandidaten zählen qualifizierte Jugendliche im Alter bis etwa 24 Jahren, die bei einem der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren im Kanton Basel-Landschaft gemeldet sind. Alle verfügen sie mindestens über einen Lehrabschluss (EFZ, EBA) oder eine höhere Qualifikation.  Den Baselbieter Unternehmungen stehe ich als zentrale Anlaufstelle in allen Fragen der Beschäftigung von Jugendlichen zur Verfügung. Sei es als ob es sich direkt um eine Festanstellung oder beispielsweise um einen Praktikumseinsatz handelt. Gerne informiere ich hierbei auch, wie die Eingliederungsinstrumente der Arbeitslosenversicherung für das jeweilige Unternehmen gezielt eingesetzt werden können.
Kurz gesagt: Ich bin die Drehscheibe in allen Arbeitsvermittlungsfragen für Firmen und Jugendliche im Baselbiet.“
 
Wenn man Jugendarbeitslosigkeit hört, denkt man automatisch an Jugendliche ohne Lehrstelle. Geht es im Wesentlichen um das?
„Der sogenannte Übergang I, das heisst vom schulischen ins berufliche Ausbildungssystem, steht nicht im Vordergrund der Jugendarbeitslosigkeit.  Problematisch für junge Menschen ist der Übergang aus dem Bildungssystem in den Arbeitsmarkt, der sogenannte Übergang II. Also der Moment wenn Lehr und Studienabsolventen den Einstieg ins Erwerbsleben suchen. Hierbei ist das Risiko arbeitslos zu werden für jungen Menschen besonders hoch. Meine Aufgabe besteht hier darin, diese Friktionen beim Übergang zu verringern und die Transparenz zwischen den arbeitssuchenden Jugendlichen und den Firmen zu erhöhen und so die Beschäftigung zu ermöglichen.“
 
Was sind die aktuellen Fragestellungen mit welchen Sie sich auseinandersetzen?
„Die allgemeine Konjunkturlage nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses könnte die Situation für Jugendliche, die diesen Sommer ihre Lehre oder Ausbildung beenden und sich dann auf Job-Suche begeben, erschweren. In diesem möglicherweise schwieriger werdenden Umfeld wird es wichtig sein, den Unternehmungen zu verstehen zu geben, dass es sich bei den gut ausgebildeten jungen Menschen um ihre wichtigen und dringend benötigten Fachkräfte der Zukunft handelt. In diese zu investieren es sich jetzt lohnt. Mit den Jugendlichen gilt es parallel geeignete Möglichkeiten der weiteren Qualifizierung zu evaluieren um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt weiter zu erhöhen.“
 
Welche Jugendliche finden heute keine Stelle?
„Gut ausgebildete junge Menschen haben heute mehr denn je gute Chancen den Einstieg in das Berufsleben erfolgreich zu schaffen. Die demographische Entwicklung zeigt es auf: qualifizierte Menschen sind immer mehr gefragt. Im englischen redet man bezeichnenderweise denn auch vom „race for talents“, dem Rennen nach Talenten. Andererseits spielt der allgemeine Strukturwandel auch für die Beschäftigung junger Menschen eine Rolle. In Branchen, die einem stärkeren strukturellen Wandel unterliegen, ist es schwieriger eine Anstellung zu halten oder eine neue zu finden.“

Unterricht an der Berufsschule Gesundheit Baselland (BFG)
Bildung, Forschung und Innovation

Qualifizierte Fachkräfte sichern: Wirtschaft und Kanton setzen sich für die Stärkung der dualen Berufsbildung ein

Im Rahmen der Wirtschaftsförderung des Kantons Basel-Landschaft wurde das Teilprojekt Bildung, Forschung und Innovation initialisiert. Schwerpunkt des Teilprojekts war es, den Bedarf an Fachkräften in der Region zu konkretisieren. Zu diesem Zweck wurde eine Unternehmensbefragung im Wirtschaftsraum Basel durchgeführt und daraus ein Ergebnisbericht verfasst.
Die Stärkung der dualen Berufsbildung (Ausbildung in Betrieb und Berufsschule/Lehre) sowie eine engere Koordination mit den Bildungsinstitutionen stellen zentrale Anliegen der befragten Unternehmen dar. Vor allem wird die Rekrutierung von Fachkräften in technischen und gewerblich-industriellen Berufen als schwierig erachtet. Unter anderem könnte eine verbesserte Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale für eine gewisse Entspannung sorgen.
Die Regierung hat den Ergebnisbericht zur Kenntnis genommen und den Auftrag erteilt, bis Herbst 2015 die abgeleiteten Handlungsempfehlungen in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverbänden zu konkretisieren und weiterführende Optimierungsvorschläge auszuarbeiten. Damit ist eine solide Grundlage geschaffen worden, um die Anliegen der KMU im Bereich Fachkräftebedarf aufzunehmen, und die Attraktivität des Wirtschafsstandorts Kanton Basel-Landschaft proaktiv zu gestalten.

Grundsteinlegung der FHNW Muttenz

Ein weiterer Schritt für die Bildung ist getan. Am 8. Juni 2015 fand die Grundsteinlegung der FHNW in Muttenz statt. Beim Spatenstich dabei waren unter anderen Bildungsdirektor Urs Wüthrich, FHNW-Direktionspräsident, Crispino Bergamaschi, Kantonsarchitekt Thomas Jung, Baudirektorin, Sabine Pegoraro, Gemeindepräsident Peter Vogt aus Muttenz sowie Projektleiter Marco Frigerio (Foto 3: v.l.n.r.).

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