Copy
Osterbrief 2016 & Umfrage des Europäischen Netzwerks „Dankbar leben“
View this email in your browser

Osterbrief 2016 & Umfrage

Liebe Botschafterinnen und Botschafter auf dem Weg „dankbar leben“,
liebe Netzwerk-Interessierte!

Die Osterzeit steht in der christlichen Tradition für Tod und Auferstehung, Dunkelheit und Licht, Hoffnung und Liebe, Geheimnis.

Die jüngsten Ereignisse, von denen wir vielleicht direkt in ihrer tragischen Schwere betroffen sind oder von denen wir in den Medien erfahren und still, traurig oder wütend werden, erinnern uns wieder einmal daran, wie bewusst wir die Schönheit des Lebens, das Licht und die Hoffnung neben dem Schmerz wachzuhalten aufgerufen sind.
So laden wir Euch ein, mit Tausenden von anderen Menschen mitzumachen, eine Friedenskerze anzuzünden, sei es gemeinsam zuhause oder hier auf gratefulness.org.
Wir möchten uns dabei bewusst wieder der universellen Werte von Mitgefühl und Liebe - in Br. Davids Definition "das gelebte Ja zur Zugehörigkeit" - erinnern, die uns auf dem Weg zum Mensch-Werden in die Wiege gelegt wurden. Aus der Hoffnung folgt die Liebe, die sich im Handeln zeigt. "Wie hoch auch immer der Berg von Problemen ist, die man angehen müsste – dort, wo wir sind, sollen wir solidarisch handeln. Mich mit den Menschen um mich herum verbinden, das ist Liebe.“ Schmerzliche Momente sind auch eine Einladung, wieder lebendig hinzuspüren: „Wonach sehne ich mich? Und - wie möchte ich jetzt darauf antworten?“
... Wir müssen unser Dasein
so weit, als es irgend geht,
annehmen;
alles, auch das Unerhörte,
muss darin möglich sein.
Das ist im Grunde
der einzige Mut,
den man von uns verlangt:
mutig zu sein zu dem
Seltsamsten,
Wunderlichsten
und Unaufklärbaresten,
das uns begegnen kann.


Rainer Maria Rilke in An Franz Xaver Kappus (1904)
(...) So wie ich den Begriff „religiös“ benutze, bezieht er sich auf die Suche nach dem letzten Sinn des Lebens. Der Tod muss dabei offensichtlich eines der wichtigen Elemente sein, weil er ein Ereignis ist, das den ganzen Sinn des Lebens in Frage stellt. Wir können beschäftigt sein mit zweckvollen Tätigkeiten, mit der Erledigung von Aufträgen, mit dem Durchführen von Arbeiten – und plötzlich kommt der Tod daher, sei es unser endgültiger Tod oder einer der vielen Tode, durch die wir Tag für Tag gehen. Der Tod konfrontiert uns mit der Tatsache, dass ein zweckerfülltes Leben nicht genug ist. Wir brauchen Sinn, um wahrhaft zu leben. Wenn wir dem Tod nahe kommen und alles was auf Zweck abzielt, uns aus den Händen gleitet, wenn wir die Dinge nicht länger manipulieren und kontrollieren können, um bestimmte Ziele zu erreichen – kann dann unser Leben noch sinnvoll sein? Wir tendieren dazu, Zweck und Sinn gleichzusetzen, und wenn der Zweck wegfällt, stehen wir da ohne Sinn. Hier liegt also die  Herausforderung: Wie kann es, wenn alles Streben nach Zweck zu einem Ende kommt, doch noch Sinn geben? (...)
Unsere Redewendungen, die sich auf Sinn beziehen,  zeigen uns mehr passiv als aktiv: „Es ist mir etwas geschehen“, „Es hat mich tief berührt“, „Es hat mich bewegt“. Natürlich möchte ich Zweck und Sinn nicht gegeneinander ausspielen, oder Aktivität gegen Passivität. Es geht eher darum, ein Gleichgewicht in unserer hyperaktiven, von Zweckmässigkeit besessenen Gesellschaft zu finden. Wir unterscheiden hier Zweck und Sinn nicht, um die beiden zu trennen, sondern um sie zu verbinden. Unser Ziel ist es, Sinn in unsere zweckvollen Tätigkeiten einfließen zu lassen, indem wir Aktivität und Passivität in ihre ursprüngliche wechselseitige Beziehung bringen.(...)


Br. David Steindl-Rast in "Sterben lernen" (1977), Übersetzung: J. Rasche
Eine Umfrage ins Netzwerk

„Wenn ich an das Europäische Netzwerk "Dankbar Leben" denke, sehe ich viele Tautropfen auf einem Feld. In jedem spiegelt sich die ganze Sonne wider. Und jeder Tropfen ist ein Zentrum für sich, und doch sind sie alle miteinander im Urgrund verbunden. Jeder Tautropfen übernimmt seine lokale Verantwortung. Und doch wird es Ideen, Fragen, Impulse geben, die auch andere Tautropfen anregen könnten. Dann braucht es jemanden, der alle Tautropfen miteinander verbindet und koordiniert. Darum geht es. Wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich einzubringen und die die Haltung der Dankbarkeit in ihrem Leben zu leben wünschen.“ (...)

So in etwa hatte Br. David Steindl-Rast seine Vision für das Europäische Netzwerk "Dankbar leben" bei seiner Gründung in 2012 formuliert. Mittlerweile besteht das Netzwerk aus einigen regionalen und zahlreichen lokalen Gruppen und Menschen in vielen Ländern Europas, die in diesem Geiste die Haltung der Dankbarkeit zu leben wünschen. 400 Interesssierte haben sich seitdem für den Newsletter eingetragen. Neben regionalen Treffen, regelmäßigen lokalen Gruppen und sichtbaren Projekten in Buch- und Filmform wirkt verbindend die Webseite www.dankbar-leben.org, die vor vier Jahren entworfen und seitdem von einigen wenigen Menschen ehrenamtlich betreut wird. Diese Ressourcen benötigen nun dringend Auffrischung.

So fragen wir jetzt erstmals ins Netz: Welche Energien sind aktuell vorhanden, um  diese Webseite und die damit verbundenen Aktivitäten aktiv und lebendig zu halten, so dass die Vision der Tautropfen kraftvolle Wirklichkeit werden kann? Bitte unterstützen Sie die Vision des Netzwerks, indem Sie diese Umfrage bis zum 4. April 2016 beantworten: http://cpmdir.findmind.ch


Wir sind uns bewusst, dass eine Umfrage dieser Art nur ein kleiner Schritt in eine Richtung ist, sind aber voll Vertrauen, dass sich auf dieser Basis neue Energie schöpfen lässt, um gemeinsam das Potential der Vernetzung kleiner Gruppen weiter lebendig werden zu lassen. Zu konkreten Schritten werden wir nach der Umfrage einladen.
Danke für Dein/Ihr Engagement!
Viel Licht im Herzen in diesen Tagen
wünscht Euch/Ihnen Euer/Ihr Team für diesen Newsletter,

Mirjam, Tina und Robert,
sowie mitwirkend Eve und Christiane

 
Europäisches Netzwerk „Dankbar leben“
Fotos von Christiane Liptak und Eve Landis



unsubscribe from this list    update subscription preferences 

Email Marketing Powered by Mailchimp